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Streit um Oskar

Streit um Oskar

Denn sie wurden weder in die Auswahl der Kandidaten noch in die Abstimmung einbezogen - obwohl es auch ihr Theater ist. Mehr noch. Der Geraer Theaterverein hat gleich noch in Eigenregie die Modalitäten für diese Gemeinschaftsaktion geändert und den Rahmen der Veranstaltung verkleinert.

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Quelle: Mario Jahn

Die Skatstädter sind geschockt.

 

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Gera hat die Altenburger bei der Vergabe der Theater-Oskars 2013 nach allen Regeln der Kunst ausgeknockt. Auf der Versammlung der Altenburger Theaterfreunde am Mittwoch informiert die Vorsitzende Barbara Grubitzsch ihre Mitglieder über die ziemlich frustrierenden Neuigkeiten. Sie hat eigens dazu ihre Geraer Kollegin eingeladen, damit diese selbst die jähen Wendungen erläutern und begründen kann.

 

"Wir tragen uns schon seit zwei Jahren mit dem Gedanken, die Modalitäten zu verändern. Doch 2012 war Altenburg der Ausrichter. Zudem stand der 20. Geburtstag Ihres Vereins an. Da haben wir dann doch erst mal noch alles beim Alten belassen und die Entscheidung vertagt", bekennt Helga Klinger. Die 66-Jährige steht erst seit Anfang des Monats als neue Chefin an der Spitze des Vereins und muss sich nun der nicht gerade angenehmen Aufgabe stellen. Doch sie will nicht kneifen und wirbt um Verständnis für die Entscheidungen, die in Gera getroffen wurden.

 

"Wir können nicht mehr mit dem Gießkannen-Prinzip dafür sorgen, dass jeder am Theater irgendwann einmal einen Oskar bekommt. Wir waren uns im Vorstand einig, dass es so wie bisher nicht mehr weitergehen kann. Denn es sind nur noch relativ wenig fest angestellte Solisten am Theater, die Künstler bleiben nur noch kurze Zeit, und es gibt viele Gäste."

 

In Gera seien deshalb zwei Varianten diskutiert worden. Entweder die Theater-Oskars nur noch aller zwei Jahre zu verleihen und beide Vereine in der gemeinsamen Verantwortung zu belassen. Oder die Verleihung findet weiter im jährlichen Wechsel in Gera und Altenburg statt, doch die Verantwortung trägt allein der jeweilige Ausrichter, und der andere ist nur Gast. "Für letzteres haben wir uns entschieden", sagt Klinger. Und es wurden gleich Nägel mit Köpfen gemacht. So gibt es in diesem Jahr nur noch fünf statt bisher neun Theater-Oskars. Über drei - die beste Inszenierung, den besten Künstler und die beste Künstlerin - haben die Mitglieder des Theatervereins sowie das Publikum und nicht mehr eine Fachjury abgestimmt. Der Einsendeschluss war bereits am 10. Mai. 160 Stimmzettel sind abgegeben worden, sagt Klinger. Über die beiden anderen Oskars - für die innovativsten Ideen und die herausragendste Einzelleistung - hat der Vereinsvorstand befunden. Außerdem wurde die Veranstaltung zur Preisverleihung aus dem großen Konzertsaal in die Bühne am Park verlegt, aus der Abend- wird eine Nachmittagsveranstaltung. "Der Altenburger Verein ist nach Vorschlägen über neue Modalitäten angefragt worden. Doch es kamen keine. Deshalb mussten wir allein handeln", fasst die Geraer Vereinschefin zusammen.

 

Das sieht Barbara Grubitzsch freilich anders. Zuerst habe es nämlich geheißen, dass Gera gänzlich auf die Vergabe der Theater-Oskars verzichten will. "Darüber waren wir einfach nur sprachlos. Und warum sollten wir Veränderungen vorschlagen, wenn wir gar keine wollen? Die Sache ist durchdacht und ausgewogen. Neun Oskars pro Jahr sind kein Gießkannen-Prinzip. Wir sind einfach überrollt worden. Es ist traurig, dass wir nicht mehr an einem Strang ziehen", sagt Grubitzsch. Außerdem ist ihrer Meinung nach die Auswahl für die Kandidatenliste nicht nachvollziehbar, weil beispielsweise die Orchestermusiker gar nicht berücksichtigt sind.

 

"Damit hat sich die gemeinsame Arbeit beider Vereine in Sachen Oskar erledigt", zieht das Altenburger Vorstandsmitglied Manfred Hainich ein ziemlich ernüchterndes Fazit. "Jetzt müssen wir sehen, was wir im nächsten Jahr machen. Nur wenn Gera von sich aus bereit ist, setzen wir uns zusammen." Einen solchen radikalen Schnitt wollen allerdings nicht alle Altenburger Theaterfreunde ziehen. "Klar waren wir entsetzt, ratlos und verärgert, als es am Anfang hieß, Gera will den Oskar nicht mehr. Doch beide Vereine müssen wieder näher zusammenrücken", wünscht sich die langjährige Altenburger Vorsitzende Elfriede Kästner.

 

Mit Helga Klinger ist sie da im Konsens. "Trotz der aktuellen Probleme laden wir Sie alle am 8. Juni zu uns nach Gera zur Oskar-Verleihung und zum gemütlichen Beisammensein ein."

 

Doch momentan sieht es nicht danach aus, dass viele Mitglieder des Altenburger Theatervereins der Einladung folgen. © Kommentar Seite 13

Paul, Ellen

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