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Altenburg Streit um Quellenhof Garbisdorf wird mit Vergleich beendet
Region Altenburg Streit um Quellenhof Garbisdorf wird mit Vergleich beendet
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05:00 27.12.2016
Im Erdgeschoss des linken Gebäudeteils des Quellenhofs befindet sich das Verkaufsatelier „Kunst und Keramik“ Quelle: Mario Jahn
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Göpfersdorf

Der image-schädliche Streit um das bekannte Kulturgut Quellenhof im Göpfersdorfer Ortsteil Garbisdorf ist beendet. Anlässe für die juristische Auseinandersetzung waren Baumängel und der Streit um einen Vertrag zwischen der Gemeinde Göpfersdorf und Klaus Hiller, der eine Wohnung in einem Nebengebäude im Obergeschoss gemietet hat und das Verkaufsatelier „Kunst und Keramik“ im Erdgeschoss betreibt (OVZ berichtete). Beide Seiten einigten sich kürzlich durch einen Vergleich. Der Streit war in zwei Prozessen sowohl vor dem Land- als auch dem Altenburger Amtsgericht ausgetragen worden.

Hiller hatte sich auf den Vorschlag der Gemeinde eingelassen, die teilsanierte Wohnung und das Untergeschoss auf eigene Kosten fertigzustellen und dafür nur eine kleine Miete zu zahlen. Dazu investierte er 69 000 Euro und nahm dazu einen Kredit auf. Die Gemeinde erkannte allerdings nur Kosten in Höhe von 42 000 Euro an. Sie verklagte ihren Mieter, kündigte den Mietvertrag und machte Mietrückstände von 20 400 Euro geltend.

Der Vergleich sieht vor, dass die Gemeinde die Kündigung zurückzieht und statt der 42 000 Euro nun einen Sanierungsaufwand von 51 000 Euro anerkennt. Klaus Hiller kürzt im Gegenzug seine Ansprüche auch um 18 000 Euro. Außerdem wird die Gemeinde Baumängel wie undichte Fenster und Wände beseitigen. Die auftretende Nässe und der Salpeter im Atelier gehören aber nicht dazu. „Damit muss ich nun leben“, sagte Hiller, der sich auch als Organisator des Kurzfilmfestivals „Quellinale“ einen Namen gemacht. Er habe den Vergleich angenommen und damit auch auf viel Geld verzichtet, weil er damit jahrelangen juristischen Streit, verbunden mit hohen Kosten, aus dem Weg gehen wollte. Zurück bleibe jedoch, dass er der Gemeinde nicht mehr trauen könne. „Man kann sich nicht auf sie verlassen“, sagte er.

Der Göpfersdorfer Bürgermeister Klaus Börngen (Linke) hatte dies freilich ganz anders dargestellt. Durch den überzogenen Ausbau der Wohnung durch Hiller fühlte sich der Gemeinderat „über den Tisch gezogen“, sagte Börngen der OVZ. Er räumt allerdings ein, dass im Vertrag nirgendwo festgeschrieben war, was der Mieter konkret investieren durfte und was nicht. Das hätte man in der Tat besser regeln müssen.

Der Quellenhof ist das Prestige-Projekt der kleinen, etwa 246 Einwohner zählenden Gemeinde im Wieratal, der allerdings auch eine Menge Geld kostet. Ziel ist die Sanierung und Umnutzung eines denkmalgeschützten Vierseithofes aus dem 16. Jahrhundert zu einem Kunst- und Erlebnishof.

Dass der Quellenhof durch die Querelen Schaden nehmen könne, schloss der Bürgermeister nicht aus. Das Ziel, die Einrichtung fertig zu sanieren, werde dadurch jedoch nicht gefährdet. Bislang sind 2,4 Millionen Euro in die Sanierung geflossen. Eine Million werde noch gebraucht.

Von Jens Rosenkranz

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