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Studie: Immobilienpreise gehen in den Keller

Studie: Immobilienpreise gehen in den Keller

Eine kürzlich veröffentlichte Studie prognostiziert Düsteres für Immobilienbesitzer im Altenburger Land. So gehen die Ersteller der Analyse im Auftrag einer großen deutschen Bank davon aus, das viele Wohneigentümer im Landkreis mit einem Wertverlust ihrer Immobilien rechnen müssen.

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Quelle: Mario Jahn

Hauptgrund: der erwartete Bevölkerungsrückgang.

 

In der Studie hat das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos die Zukunftschancen aller 402 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte bis zum Jahr 2030 ermittelt. Die Ergebnisse basieren auf den Daten zu Bevölkerungsentwicklung, Altersstruktur, Haushaltsentwicklung, Bruttowertschöpfung und Wohnflächennachfrage. Das Altenburger Land landet dabei auf dem 400. Platz (die OVZ berichtete). Auch die Städte Suhl (Platz 401) und Gera (398) sowie der Kreis Greiz (393) rangieren weit hinten.

 

Für potenzielle Investoren könnten solche Zukunftsszenarien durchaus abschreckend wirken. Möglicher Wertverlust ist nicht gerade ein Ansporn für neue Bauvorhaben oder eine Sanierung bestehender Anlage. Solche Sichtweisen seien aber zu negativ gedacht, gibt sich Ulrich Winterstein, ostthüringischer Regionalgeschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), überzeugt. Schließlich bedeute die Entwicklung im Umkehrschluss bezahlbaren Wohn- und Gewerberaum. "Das Altenburger Land hat gute Chancen, sich als Ausweichmöglichkeit zu den Ballungsräumen zu etablieren", sagt Winterstein. Von Leipzig sei es beispielsweise nur ein Katzensprung nach Altenburg. "Die Stadt kann durchaus noch Erweiterungen und Ansiedlungen bekommen. Immobilien werden immer gebraucht", so der Wirtschaftsvertreter. Den Unternehmen in der Region ginge es gut, die Aufträge seien da.

 

Ähnlich sieht das Michael Trommer. Der Altenburger ist direkt nach der Wende ins Maklergewerbe eingestiegen, kennt die Immobiliensituation in der Gegend gut. Seinen Worten zufolge ist zumindest in den Städten wie Altenburg und Schmölln die Nachfrage nach Wohnraum durchaus vorhanden. Die Probleme lägen eher woanders: "Wir brauchen attraktive Immobilien", sagt er. "Schöne, helle und kinderfreundliche Wohnungen in guter Lage sind heute entscheidend", ist sich Trommer sicher. Bei solchen Immobilien seien auch Wertsteigerungen drin. In dem Zusammenhang kritisiert der Makler aber auch die Verwaltung der Skatstadt. Dort würde nicht zukunftsgerichtet gedacht. "Um den Wegzug von jungen Leuten zu stoppen, brauchen wir attraktiven Wohnraum und gute Bauplätze", fordert Trommer. Er sehe aber auch ein, dass es in den ländlicheren Region natürlich schwieriger sei, mit Immobilien Wertsteigerungen zu erzielen. Wo Industrie fehle, kämen auch keine neuen Anwohner dazu.

 

Zumindest der Bevölkerungstrend im Altenburger Land spricht gegen eine Gewinnsteigerung bei Immobilien. Laut dem Landesamt für Statistik ist die Bevölkerung von 1995 bis 2013 um 27 000 Menschen auf gut 93 000 Einwohner geschrumpft. "Bei einer solchen Entwicklung verlieren die Immobilien zwangsläufig an Wert", sagt dazu Prof. Bernhard Kroll. Er lehrt an der Berufsakademie Gera und forscht unter anderem zu Evolutionsökonomie. Dabei befasst er sich mit der Entwicklung von Gemeinwesen, also beispielsweise in den Kommunen. Für ihn ist die Wertentwicklung von Immobilien nur ein Indikator für den Erfolg - oder eben Misserfolg - eines Wirtschaftsstandortes. Sei der besonders stark, zöge dies zusätzliche Arbeitskräfte an, steige auch die Bevölkerungszahl, und Immobilien gewännen an Wert. "Wenn das nicht so ist, können auch schöne Häuser an Wert verlieren", gibt Kroll zu bedenken.

 

Was ist aber zu tun? Laut Kroll ist die Ansiedlung von Unternehmen natürlich das beste Rezept zur Aufwertung des Standortes. Der Zuzug eines großen Unternehmens könne manchmal quasi über Nacht passieren. Grundsätzlich seien die Voraussetzungen dafür im Altenburger Land mit seiner Nähe zu Leipzig und Gera auch gegeben. Möglich sei aber auch ein geplantes Gesundschrumpfen. "Es ist eben auch sehr teuer, wenn nicht genutzter Wohnraum über längere Zeit bereit gehalten wird", sagt der Professor. Manchmal sei es klüger, die Kräfte zu bündeln und später "von einem niedrigem Niveau aus wieder auf eine höhere Ebene zu kommen".

 

Es scheint also trotz der Ergebnisse der Studie nicht aussichtslos zu sein für das Altenburger Land. Über den richtigen Weg weg vom Bevölkerungsschwund muss allerdings noch entschieden werden. Im Gegensatz zum Altenburger Land können laut der Studie Haus- und Wohnungsbesitzer in rund der Hälfte der Landkreise in Deutschland davon ausgehen, die eigene Immobilie später mit Gewinn zu veräußern. Die besten Renditeaussichten seien demnach mit Immobilien in Hamburg und München zu erzielen. © Kommentar

Lucas Grothe

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