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Altenburg Studie und Stipendien - Verein hilft der Region
Region Altenburg Studie und Stipendien - Verein hilft der Region
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20:12 26.10.2014
Glückliche Gewinnerinnen: Julia Eichler (l.) und Merlin Kloppe erhalten in diesem Jahr die Stipendien des WTC. Quelle: Mario Jahn

Von Jörg Wolf

Auf der anderen Seite beklagt die Wirtschaft eine vergleichsweise schlechte Infrastruktur, zu wenig Unterstützung durch Kommunen und Behörden und das Fehlen einer Hochschule oder Fachhochschule sowie ein niedriges Lohngefüge.

Die zeigt das zweijährige Forschungsprojekt "Entwicklungspotenziale für das Altenburger Land", das seit vergangenem Jahr vom geografischen Institut der Universität Bayreuth im Auftrag des Wissenschafts- und Transfercenters des Altenburger Landes (WTC) bearbeitet wird. Auf dem 14. Jahrestreffen des WTC am Freitag wurden diese Erkenntnisse der Öffentlichkeit vorgestellt.

"Insgesamt haben wir für unsere Studie 355 Unternehmen angeschrieben und ihnen unsere Fragebögen geschickt. 65 haben geantwortet, was einer Beteiligung von 18,5 Prozent entspricht", sagte Marcel Demuth, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Lehrstuhls Wirtschaftsgeografie der Uni und Co-Autor. "Das klingt wenig und ist angesichts des betriebenen Aufwands auch ein wenig schade. Aber diese Resonanz von 18,5 Prozent ist durchaus positiv und liegt über dem allgemein bekannten Trend", betonte der Experte.

Für WTC-Chef Jürgen Gebhardt hat die noch bis März laufende Studie durchaus Sinn, obwohl die Erkenntnisse so überraschend nicht sind: "Hier untersuchen Wissenschaftler von außerhalb und damit völlig neutral das soziale Gefüge im Landkreis. Die Erkenntnisse, egal ob positiv oder negativ, sind völlig neutral und eine wertvolle Arbeitsgrundlage", meinte er.

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine weitere Erkenntnis: Viele Unternehmen aus dem Kreis suchen zwar händeringend Fachkräfte. "Auf der anderen Seite gibt es aber eine große Diskrepanz: Viele Jugendliche kennen die hier ansässigen Firmen gar nicht", ergänzte die Inhaberin des Lehrstuhls in Bayreuth und Studienleiterin, Professor Anke Matuschewski.

Und genau an diesem Punkt setzt die Arbeit des vor 15 Jahren gegründeten WTC an: Der Verein sieht sich als eine Art Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Bildungseinrichtungen und den jungen Leuten. Seit seiner Gründung knüpft das WTC an einem Netzwerk zwischen den Partnern und bemüht sich um positive Synergieeffekte.

Die jährliche Vergabe von 2000-Euro-Stipendien an junge Studenten aus dem Altenburger Land gehört dazu. Seit dem Jahr 2000 haben bislang 29 Frauen und Männer diese von der Sparkasse und der Energie- und Wasserversorgung Altenburg ausgelobten finanziellen Unterstützungen erhalten.

Allerdings ist aktuell die Zahl der Bewerber um diese Stipendien recht mager. Nur acht Studenten - fünf Frauen und drei Männer - meldeten Interesse an. "Das ist eigentlich deprimierend", konstatierte der WTC-Geschäftsführer Heinz Teichmann vor allem mit Blick auf die 16 Bewerber vom Vorjahr und erst recht auf die 192 jungen Leute, die dieses Jahr erfolgreich ihr Abitur an den Gymnasien des Kreises abgelegt haben. Zumal für diese Stipendien diesmal die Werbetrommel so stark gerührt wurde, wie in keinem Jahr zuvor.

Auf der anderen Seite stiegen damit die Chancen der Bewerber, deren Namen sich in der Lostrommel fanden. Und freuen können sich zwei 19-jährige Damen, die kürzlich mit ihrem Studium begonnen haben: Die Altenburgerin Julia Eichler, die Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften in Leipzig belegt hat, sowie Merlin Kloppe aus Kleinröda, die an gleicher Stelle Bauingenieurwesen studiert, bekommen die Unterstützung. "Das Geld kann ich sehr gut gebrauchen. Beispielsweise für Fachbücher und ähnliches", freute sich Julia Eichler.

Die Glücksfee, die beide Namen aus der Trommel zog, war übrigens Studienleiterin Anke Matuschewski. Mit ihrem Mitarbeiter Marcel Demuth wird die Professorin spätestens im März 2015 wieder vor Ort sein, um die Endergebnisse der komplexen Studie detailliert vorzustellen. "Dafür planen wir eine Regionalkonferenz und hoffen, dass wir mit dieser Arbeit auch Gehör finden", so WTC-Chef Gebhardt.

© Kommentar Seite 13

Jörg Wolf

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