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Sturmtief Herwart hinterlässt massive Schäden im Altenburger Land

Über 50 Rettungseinsätze Sturmtief Herwart hinterlässt massive Schäden im Altenburger Land

Umgeknickte Bäume, herumfliegende Dachziegel und mehr: Das Sturmtief Herwart hat auch im Altenburger Land gewütet und dabei beträchtliche Schäden angerichtet. Tote oder Verletzte waren zum Glück jedoch nicht zu beklagen. Dafür kamen Polizei und Feuerwehren im Kreis am Sonntag durch über 50 Einsätze kaum zur Ruhe.

Der Sturm wirft auch eine Weide am Kulturhaus in Rositz um, obwohl diese kerngesund war. Das zeigt, mit welchen Kräften es die Feuerwehren im Altenburger Land zu tun hatten.

Quelle: Stefan Kirchner

Altenburg. Umgeknickte Bäume, herumfliegende Dachziegel und einiges mehr: Das Sturmtief Herwart hat auch im Altenburger Land gewütet und dabei beträchtliche Schäden angerichtet. Tote oder Verletzte waren jedoch zum Glück nicht zu beklagen. Dafür kamen Polizei und Feuerwehren im Kreis am Sonntag kaum zur Ruhe.

„Wir haben uns angesichts der alarmierenden Prognosen schon am Samstagabend eine Art Schlachtplan gemacht“, sagte der Chef der Altenburger Berufsfeuerwehr, Meik Zimny, auf OVZ-Nachfrage. Die Altenburger fuhren dann auch den ersten Sturmeinsatz von etwa 50 im gesamten Kreis: 6.31 Uhr musste ein umgestürzter Baum von einer Straße in Kosma beseitigt werden. „Das setzte sich dann über das gesamte Stadtgebiet fort“, so Zimny weiter. „Auch Verkehrsschilder und eine Baustellenampel wurden umgerissen und mussten beseitigt werden.“ Neun Einsätze kamen für ihn und seine Kollegen so zusammen, unter anderem noch ein großer Baum in Südost, der komplett mit seiner Drei-Meter-Wurzel umgeweht wurde.

Auch in der Polizeiinspektion Altenburger Land klingelte das Telefon wegen Herwart mehrfach. „Es gab fünf bis sechs sturmbedingte Einsätze“, erklärte ein Sprecher. Vor allem wegen umgeknickter Bäume und Telekommunikationsmasten sowie wegen herumfliegender Äste und Dachziegel sei man gerufen worden. „Zeitliche Schwerpunkte lagen am Morgen zwischen sechs und 7.30 Uhr und dann noch einmal zwischen zehn und elf Uhr.“

Der Sturm bog in der Bahnhofstraße in Treben einen Baum auseinander

Der Sturm bog in der Bahnhofstraße in Treben einen Baum auseinander. Diesen konnte die Freiwillige Feuerwehr nur mithilfe der Drehleiter der Altenburger Berufsfeuerwehr entfernen.

Quelle: Jan Roeder

Die spektakulärsten Einsätze im Altenburger Land verzeichneten die Rettungskräfte im Wieratal und in Gößnitz. So löste der Sturm, der mit Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Kilometer pro Stunde über die Region fegte, Teile des Baugerüsts am 48 Meter hohen Kirchturm in Ziegelheim. „Die wurden meterweit weggeschleudert“, schilderte Torsten Wirth von der dortigen Wehr, die insgesamt sechs Einsätze verzeichnete. „Eine Stange traf sogar eine Hauswand in gut 40 Metern Entfernung. Glücklicherweise gab es nur Sachschaden und keine Verletzungen.“ Vorsorglich habe man sich auf Kontrollfahrten durch den Ort begeben und die Sachen abgearbeitet.

Dass in Gößnitz niemand verletzt wurde, gleicht einem Wunder. Dort mussten Polizei und Feuerwehr anrücken, weil der Wind Ziegel von zwei Häusern abdeckte. Während es in der Altenburger Straße noch mit einer Straßensperrung recht glimpflich abging, richteten die umherfliegenden Dachteile in der Schillerstraße massiven Sachschaden an. Denn die Böen schleuderten dort die Ziegel gleich gegen mehrere parkende Autos. Nur zu leichtem Sachschaden führte laut Polizei ein umgestürzter Baum im Leinawald. Dieser fiel so auf die Straße, dass ein Autofahrer nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte und mit ihm zusammenstieß. Bergungsarbeiten führten auch hier zu einer zeitweisen Sperrung. Das gilt auch für die Bundesstraßen 7 und 93 in Nobitz, die ebenfalls durch Bäume zeitweise blockiert waren.

Auf der Bundesstraße 7 in Nobitz wirft Sturmtief Herwart einen Baum um, weswegen zeitweise kein Durchkommen war

Auf der Bundesstraße 7 in Nobitz wirft Sturmtief Herwart einen Baum um, weswegen zeitweise kein Durchkommen war.

Quelle: Freiwillige Feuerwehr Lehndorf

Bäume, vom Wind gefällt, waren auch der sonntägliche Albtraum der Rositzer Kameraden. „Sechsmal waren wir deswegen unterwegs“, so Ortsbrandmeister Stefan Kirchner. „Unter anderem wurde eine große Trauerweide am Kulturhaus Opfer von Herwart.“ Was die Rositzer beeindruckte: „Das waren keine morschen, kranke und geschwächten, sondern durchweg kerngesunde Bäume, die einiges aushalten müssten.“

Ebenso meldeten Meuselwitz und die Pleißenaue Einsätze. So spaltete der Sturm in der Trebener Bahnhofstraße einen Baum, der umzustürzen drohte. „Um den abzutragen, brauchten wir die Drehleiter aus Altenburg“, informierte Jan Röder von der Trebener Feuerwehr. Die Berufsfeuerwehr hatte in der Skatstadt aber selbst allerhand zu tun, weswegen der Einsatz etwas länger dauerte.

Abgesehen davon gab es im gesamten Kreis von Sonntagfrüh bis zum frühen Nachmittag weitere Einsätze – von Altkirchen bis Schmölln. Darüber hinaus fielen wegen des Sturms im Kreisgebiet die meisten Züge aus. Ab 4.30 Uhr hatte auch der Stromnetzbetreiber Mitnetz mit Störungen bis hin zu Ausfällen zu kämpfen. So standen etwa Teile Mockerns und das zu Göhren gehörende Gödern zeitweise ohne Elektrizität da. „Es ist ziemlich viel los, vor allem weil Bäume auf Leitungen gestürzt sind“, erklärte Mitnetz-Sprecherin Claudia Anke. Im Altenburger Land habe es sich aber vergleichsweise in Grenzen gehalten. Seit gestern Vormittag sind ihre Kollegen draußen unterwegs, um die Leitungen zu kontrollieren und zu reparieren. „Die Reparaturarbeiten werden mindestens noch den gesamten Montag andauern.“ Die Höhe der Schäden könne man noch nicht beziffern.

Von Thomas Haegeler und Jörg Wolf

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