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Altenburg Super-Qualität: Weizen-Ernte im Altenburger Land geht in diesen Tagen zu Ende
Region Altenburg Super-Qualität: Weizen-Ernte im Altenburger Land geht in diesen Tagen zu Ende
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05:00 20.08.2016
René Wick braucht im Mähdrescher volle Konzentration bis in die späten Abendstunden. Am Donnerstag schneidet er die letzten Weizen-Halme ab. Quelle: Jens Rosenkranz
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Altenburg

Vor dem Endspurt machen René Wick und Tom Bauch noch ein kleines Päuschen. Es ist kurz vor 18 Uhr, gerade hat ihre Chefin Doreen Rath noch einen Snack an den Feldrand gebracht, damit sich die Männer stärken können. Es sind leckere Bratnudeln. Ein paar Stunden wird’s am Donnerstag schon noch dauern, ehe der letzte Weizen der Agrar T&P GmbH Mockzig in diesem Jahr geerntet und unter Dach und Fach ist. Das gute Wetter muss genutzt werden. So wie in Mockzig geht in diesem Tagen überall im Landkreis die Kornente zu Ende.

René Wick wird nun gleich auf den Bock steigen, der ein hochmodernes und vollklimatisiertes Cockpit eines Mähdreschers ist, eines Case Axial Flow aus den USA. Zwei Stück davon besitzt die Agrar-GmbH erst seit zwei Jahren, eines so teuer wie ein sehr schönes Einfamilienhaus. Von oben überblickt der gelernte Landwirt die zwei letzten Schläge und er sieht auch Dippelsdorf, dort wohnt „Houdson“, wie seine Freude ihn nennen. Weit fahren muss er nicht auf Arbeit, umso mehr umkurvt er nun immer und immer wieder das Feld. Über 16 Hektar hat René Wick an diesem Tag schon geerntet, das zeigt der Bordcomputer an. Es sind 16 von 350 Hektar Weizen, die die GmbH diesmal angebaut hat.

Wie sich das Schneidwerk bei fünf km/h pausenlos in das Ährenmeer frist, wie es Halme und Körner verschlingt, ist ein Anblick in zweieinhalb Metern Höhe, der Laien begeistert. Für den Bauern ist es die blanke Routine. Dass keine Langeweile aufkommt, verhindert die ständige Konzentration, wenn man keine Verluste oder Defekte an der Maschine riskieren will. Stundenlang aufmerksames Beobachten, darauf acht geben, dass keine Steine oder Tiere in das Schneidwerk gelangen, die Haspel per Mouseklick nach untern drücken, um auch die Halme zu erreichen, die schon am Boden liegen, ins Lager gefallen sind, wie der Fachmann sagt.

Tom Bauch, der Abteilungsleiter Pflanzenproduktion, begutachtet derweil auf dem abgeernteten Feld die Qualität des Strohs, dass der Mähdrescher hinten ausgespien hat. Denn das wird nun auch noch zu Riesen-Ballen gepresst. 2000 Stück davon braucht die Agrar GmbH, als Futterzusatz und für das Einstreu der Kühe. Wenn der Bauch des Mähdreschers fast voll ist, kommt Mario Bocher mit Traktor und Anhänger längsseits, um die Körner alsbald in die nahe gelegene Lagerhalle zu fahren, wo sich ein Teil des geernteten Getreides aufschichtet. Getrocknet werden musste es in den vergangenen Tagen nicht, dafür sorgte die Witterung.

Zwischen 96 und 97 Dezitonnen Weizen pro Hektar hat die GmbH diesmal eingefahren. „Damit bin ich zufrieden“, freut sich Doreen Rath, die Geschäftsführerin. Denn das Wetter war tückisch. „Es hat nie so viel geregnet, dass ordentlich Feuchtigkeit in den Boden kam, aber dennoch so viel, dass man oft nicht ernten konnte.“ Mitunter war das Getreide schon Anfang August von den Halmen, erinnert sich die Chefin an vergangene Jahre.

Etwas unzufrieden ist Doreen Rath noch mit den Preisen, die im Moment bei 14 bis 15 Euro pro Dezitonne liegen. Die Lagermöglichkeit erlaubt, darauf zu warten, dass es noch nach oben geht. Viel Zeit dazu ist aber nicht, weil das Unternehmen auch Einnahmen benötigt. Seitdem die Saat etwa zwischen September und November im Boden liegt, musste Geld investiert werden, hinzu kommen Technik, Sprit, Löhne und Pflanzenschutzmittel. Erschwerend wirken sich die niedrigen Milchpreise aus, die die Bilanzen der GmbH belasten.

Dafür freut sich Doreen Rath vor allem über die Top-Qualität ihres Getreides. „Es wäre schön, wenn die Verbraucher daran denken, wenn sie im Laden stehen.“

Von Jens Rosenkranz

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