Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Tag der Hygiene am Klinikum nimmt Hände unter die Lupe
Region Altenburg Tag der Hygiene am Klinikum nimmt Hände unter die Lupe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:32 20.05.2018
Hygienefachkraft Tobias Brenner misst, wie feucht Katrin Hackerts Haut nach der Händedesinfektion ist. Pflegebestandteile sollen die Feuchtigkeit erhalten.
Anzeige
Altenburg

„Meine Hände waren ganz blau“, erzählt die fünf Jahre alte Calliope. Unter einer UV-Lampe kontrolliert das Mädchen, wie gut sie ihre Hände mit fluoreszierendem Mittel desinfiziert hat. Am Dienstag besuchte sie mit ihrer Gruppe vom Klinik-Betriebs-Kindergarten Bärenstark den Informationsstand zum Tag der Hygiene am Klinikum Altenburger Land. „Im Kindergarten üben wir, wie man richtig Hände wäscht“, berichtet Erzieherin Ulrike Ungetüm.

Das sei sehr wichtig, denn Hände sind die Hauptüberträger von Keimen, so Hygienefachkraft Mandy Rösler. Sie ist eine von vier Mitarbeitern der Stabsstelle Hygiene am Klinikum. „Mit dem Informationsstand im Foyer wollen wir Patienten und ihre Besucher ansprechen“, fügt Rösler hinzu und erklärt einer neugierigen Patientin die UV-Lampe. Gerade Besucher könnten mithelfen, dass Patienten nicht noch zusätzlich mit Grippeviren infiziert werden. Wer eine Krankheit ausbrütet, solle am besten nicht zu Besuch kommen, rät Rösler. Damit andere Keime nicht ins Krankenhaus gelangen oder die Klinik verlassen, sollten alle Mitarbeiter und Besucher beim Kommen und Gehen ihre Hände desinfizieren.

„Da in der Lösung Pflegebestandteile sind, trocknet die Haut nicht aus“, sagt Erik Schmidt von der Firma Hartmann, die Desinfektionsmittel vertreibt. Mit einem Gerät können Interessierte am Stand den Feuchtigkeitsgehalt der Haut vor und nach der Desinfektion messen.

Expertin erklärt korrekte Reinigung

Wie die Reinigung am zuverlässigsten funktioniert, erklärt Schmidt: „Man muss den Hebel zweimal bis unten durchdrücken.“ Die Flüssigkeit wird dann etwa eine halbe Minute eingerieben. Unter der UV-Lampe im Klinikum wird deutlich, dass viele gerade unter einem Ring, in den Fingerzwischenräumen und am Handrücken zu sparsam mit Desinfektionsmittel umgehen. Auch Daumen und Fingerkuppen sollten mit besonderer Aufmerksamkeit gewaschen werden. Dadurch könnten Noro- und Grippeviren an einer Verbreitung gehindert werden, sagt Hygienefachkraft Tobias Brenner.

Dass multiresistente Keime ins Krankenhaus kommen, ließe sich nicht ganz vermeiden, fügt der 28-Jährige hinzu. Etwa Personal aus Tiermasteinrichtungen oder Menschen, die eine längere Antibiotika-Therapie hinter sich haben, könnten die Erreger mitbringen. „Gefährlich sind sie in der Regel nur für immunschwache Menschen. Und davon gibt es in der Klinik viele“, führt Brenner aus. Teilweise könnten Erreger mehrere Wochen auf „unbelebter Natur“ überleben, so der Hygiene-Spezialist. Damit sich die Keime in der Klinik nicht ausbreiten, informiert das Labor die Hygienefachkräfte über auffällige Werte. Daraufhin beraten die Hygieniker die jeweilige Station.

Smartphone stärker belastet als Toilettenbrille

Nicht alle Bakterien seien gefährlich, erklärt Brenner. Auch im Alltag sind Menschen ständig Keimen ausgesetzt: „Das Smartphone ist stärker mit Bakterien besiedelt, als eine Toilettenbrille“, sagt der Experte. Im normalen Umfeld sei aber gründliches Händewaschen ausreichend, informiert seine Kollegin Rösler. „Immer nach der Toilette und vor dem Essen.“

Wer jedoch einen Menschen zuhause pflegt oder ein Kleinkind betreut, sollte seine Hände regelmäßig desinfizieren, empfiehlt die Hygienefachkraft. Dadurch würde beispielsweise Durchfallerkrankungen vorgebeugt. Der Hygiene-Unterricht im Klinikum mit UV-Lampe dürfte die interessierten Kinder, Besucher und Patienten zum gründlichen Reinigen ermutigt haben.

Von Theresa Held

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nur aller zwei Jahre findet das Landesjugendlager des THW-Landesverbandes Sachsen/Thüringen statt. Auch aus dem Altenburger Ortsverband war ein neunköpfiges Team in Görlitz dabei und schlug sich im Landesjugendwettbewerb sehr achtbar.

16.05.2018

Die europaweite Aktion „Tag des offenen Denkmals“ feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum – und die Stadt Altenburg ist seit Anbeginn dabei. Nachdem im Jahre 1993 mit einigen wenigen geöffneten Kulturdenkmalen begonnen wurde, hat sich der Aktionstag in Altenburg über die Jahre zu einem regelrechten „Denkmalvolksfest“ entwickelt.

16.05.2018

Muse und Greife sind zurück: Am Mittwoch schwebte die Figurengruppe nach erfolgreicher Reparatur und Reinigung zurück auf Dach des Lindenau-Museums. Doch zuvor der große Schreck: Die im 19. Jahrhundert gefertigte Terrakottafigur erlitt beim Abladen einen Schaden. Im Video ist die Rückkehr der fast drei Meter hohen Dame zu sehen.

16.05.2018
Anzeige