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Tagebaurestloch Zechau: brandgefährlich

Tagebaurestloch Zechau: brandgefährlich

Mitten im Nichts im Tagebaurestloch Zechau arbeitet derzeit ein Straßenfertiger und erneuert den Weg ein paar Meter unterhalb der Tagebaukante auf einer Böschung.

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Rechts neben dem Straßenfertiger fällt die Böschung rund 20 Meter steil ab. Die Rinne links neben der Maschine entstand beim Bau des Entwässerungsgrabens.

Quelle: Jörg Reuter

"Das sind die letzten Arbeiten. Wir werden in dieser Woche fertig", sagt Diemo Trepte beim Vor-Ort-Termin. Wie der Projektmanager der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) erläutert, seien im vergangenen Jahr großflächige Abspülungen an der steilen Ost-Böschung entdeckt worden. Damit bestand die Gefahr, dass die Braunkohle im Boden wieder anfängt zu brennen.

 

Trepte zeigt auf eine der Jutematten, die vor einigen Wochen zur Befestigung des Hangs angebracht wurden: "Hier hatte sich überall die Mutterboden-Deckschicht gelöst." Ungefähr vier Jahre hatte diese gehalten, denn bereits 2009/2010 wurde die steile Wand saniert. Bis dahin entzündete sich in den Sommermonaten der Kohleflöz regelmäßig von selbst, weil er hier bis an die Oberfläche reicht. Mit enormem Aufwand musste lange Zeit im Tagebau mehrmals im Jahr die schwelende Kohle gelöscht werden. Um eine Selbstentzündung des Kohlenflözes zu verhindern, müssen Feuchtigkeit sowie direkte Sonneneinstrahlung von der Rohbraunkohle im Berg ferngehalten werden.

 

"Das heißt, das Flöz muss abgedeckt werden. Das Problem ist aber, dass es hier sehr steil ist und aus diesem Grund nichts einfach so hält", erklärt LMBV-Projektleiterin Susanne Fechner. Genau deswegen holte sich die LMBV bereits zur Sanierung 2009 die Technische Universität Chemnitz mit ins Boot. An der Hochschule werden spezielle textile Geogitter für die Stabilisierung steiler Böschungen entwickelt. "Dieses Geogitter ist quasi ein armdicker Schlauch, der hier verwoben und in engen Schlangenlinien am Hang angebracht wurde. Anschließend kamen etliche Zentimeter Erde darauf", beschreibt Trepte. An die 200 000 Euro kostete damals die Sanierung.

 

Grundsätzlich habe das System auch sehr gut funktioniert, meint Fechner. Relativ schnell begrünte sich die Böschung und gewann so an Festigkeit. "Doch im vergangenen Jahr haben wir dann die Schäden entdeckt und gesehen, dass die Kohle an manchen Stellen wieder offenliegt." Untersuchungen ergaben schließlich, dass hauptsächlich bergseitig austretendes Grundwasser die Deckschicht ablöste. "Dass aus der Böschung Wasser kommt, ist vorher nicht aufgefallen, weil der Hang nicht bewachsen war und außerdem die Feuerwehr häufig mit viel Wasser die Flöz-Brände bekämpfen musste. Dazu haben sich wahrscheinlich auch die hohen Niederschlagsmengen der letzten Jahre negativ ausgewirkt", so Trepte. Deshalb musste die LMBV jetzt nachbessern.

 

Konkret wurde entlang der oberen Kante der rund 250 Meter langen Böschung, auf der ein Versorgungsweg verläuft, ein ungefähr drei Meter tiefer Graben gezogen und mit einer Sperrschicht aus Ton sowie einer Drainage zur Hang-Entwässerung wieder verfüllt werden. Außerdem sind die abgespülten Stellen aufgefüllt worden. Was sich alles in allem nach einer einfachen Angelegenheit anhört, hatte es in sich. Immerhin mussten unter anderem 1000 Kubikmeter ausgebaggertes Material aus dem 1959 stillgelegten Tagebau, der seit Jahrzehnten ein Naturschutzgebiet ist, herausgeschafft werden. Und ebenso viel musste zum Verfüllen wieder hineingefahren werden. "Die Arbeiten an der Böschung konnten oftmals auch nur von Hand erledigt werden, weil die Wand so steil ist", erzählt Trepte. Insgesamt geht die LMBV deshalb wieder von Kosten im sechsstelligen Bereich aus.

 

Gefahren für die Bevölkerung hätten indes zu keiner Zeit bestanden, betonen die zuständigen LMBV-Mitarbeiter. Die Festigkeit der Böschung sei untersucht worden. Diese sei nach wie vor stabil und sicher. Natürlich sei auch das Bergamt über die Erosion und die anstehende zweite Sanierung beziehungsweise Nachbesserung informiert worden.

 

© Kommentar Seite 11

Jörg Reuter

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