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Talsperre Windischleuba bereitet Fockendorfern Kopfschmerzen

Hochwassergefahr Talsperre Windischleuba bereitet Fockendorfern Kopfschmerzen

Der ungeklärte Zustand der Talsperre Windischleuba treibt den Fockendorfern weiter den Schweiß auf die Stirn. Nicht nur Bürgermeister Karsten Jähnig sieht darin nach wie vor eine Hochwassergefahr. Besonders ärgert ihn aber die Ignoranz des Thüringer Umweltministeriums und des Landesverwaltungsamtes.

Still ruht die Talsperre Windischleuba. Auch über vier Monate nach einer Begehung bleiben die Behörden Antworten auf Fragen zum Hochwasserschutz schuldig.

Quelle: Mario Jahn

Fockendorf. Seit Jahren treibt der Zustand und die Entwicklung der Talsperre Windischleuba den Fockendorfer Bürgermeister Karsten Jähnig (Feuerwehr) mit Sorge um. Anstoß nimmt er seit dem Abschluss der Sanierung des Bauwerkes 2011 ebenso an der Abflussaufteilung des Wasser aus der Talsperre in Pleiße und Mühlgraben. Bisher sind alle seine Bemühungen, hier etwas zu bewegen, ohne Erfolg geblieben.

2015 hatte er einen neuen Anlauf genommen, die zuständigen Behörden in Thüringen auf seine Bedenken aufmerksam zu machen. „Nachdem ich mehrere Schreiben an Umweltministerin Anja Siegesmund geschickt hatte, bekam ich schließlich eine Einladung nach Erfurt“, sagt Jähnig. „Die habe ich abgelehnt und lieber einen Gegeneinladung ausgesprochen. Denn vor Ort lassen sich die Probleme viel besser aufzeigen.“

Geklappt es es dann Ende September, als vier Vertreter des Umweltministeriums und zwei des Landesverwaltungsamtes in Fockendorf anreisten. Der Bürgermeister verwies dabei erneut darauf, dass weder der Zustand noch die Entwicklung der Talsperre den Zielen der Genehmigung für den Umbau entspreche. Damals sei gesagt worden, dass sich nach Abschluss der Arbeiten die Hochwassersituation nicht verschlechtert.

„Aus unserer Sicht ist das jedoch keineswegs der Fall, denn die rund zwei Millionen Kubikmeter Sedimente und der sich darauf ausbreitende Bewuchs behindern abfließendes Hochwasser“, so Jähnig. Auf dem Damm sei Rolf Budnick vom Umweltministerium von dem im Ex-Staukörper herangewachsenen Auwald regelrecht begeistert gewesen. Für Jähnig stelle das eine starke Gefährdung bei Hochwasser dar. „Ich erinnere nur an die Schäden, die im Juni 2013 in Windischleuba und Borgishain entstanden.

Thomas Kleiner von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie hätte zwar darauf verwiesen, dass der jetzige Zustand des Stausees im Hochwasserkonzept berücksichtigt sei. Befriedigt habe ihn diese Aussage allerdings nicht. Was Jähnig aber noch mehr wurmt: Zu den Sedimenten fehlt jegliche Aussage – damals wie jetzt. „Seit der Beratung vor Ort habe ich nichts mehr aus dem Ministerium oder dem Landesverwaltungsamt vernommen“, beklagte er.

Ein weiteres Problem, mit dem Jähnig die Fachleute konfrontierte, ist die Abflussaufteilung. „Die Wassermenge für den Mühlgraben ist wichtig für den Betrieb unserer Wasserkraftanlage in der ehemaligen Papierfabrik. Wir haben dieser seiner Zeit zugestimmt. Als dann mit Verzögerung die festgelegte Wassermenge 2011 zur Verfügung stand, wurde schnell klar, dass diese Regulierung für den Betrieb unwirtschaftlich ist.

Durch den Bauverzug waren aber Widerspruchsfristen abgelaufen“, schilderte er die Situation, die er seitdem bereits mehrfach kritisiert hatte. Es sei deshalb eine Lösung gesucht worden, die Regelung anzupassen. Diese Bemühungen seien fernmündlich erst aus wasserbaulichen, später aus Umweltschutzgründen abgelehnt worden. Die Untere Naturschutzbehörde und die Untere Wasserbehörde im Landratsamt vertrete jedoch eine andere Auffassung. Auch deshalb sei die Ablehnung nicht hingenommen worden.

„Daraufhin legte man eine Studie zur Funktion der Fischaufstiegsanlage an der Talsperre vor und behauptete, die veränderte Abflussregulierung hat Auswirkung auf die Lockströmung bei Fischen. Das ist ebenfalls nicht akzeptabel, denn unvorhersehbare Veränderungen durch die rasant voranschreitende Verlandung lassen eine mittelfristige Prognose gar nicht zu“, ist der Bürgermeister überzeugt und weist darauf hin, dass die Änderung des Abflussregimes nichts koste „Dafür braucht es nur eine Anweisung an den Betreiber der Talsperre.“

Deshalb habe er bei dem Treffen vor mehr als vier Monaten auch den Vorschlag unterbreitet, den Betrieb ein Vierteljahr nach den Vorschlägen der Gemeinde vorzunehmen und danach zu entscheiden. „Eine Aussage dazu steht bisher ebenso aus,wie Reaktionen auf die anderen angesprochenen Probleme.“

Von Marlies Neumann

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