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Altenburg Tante Emma holt in Ehrenhain die Region ins Regal
Region Altenburg Tante Emma holt in Ehrenhain die Region ins Regal
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00:18 13.04.2017
Vom „Lumpziger Mühlenstein“ bis zum Mehl aus Gardschütz – mit regionalen Lebensmitteln wollen Eric Göpel und Marion Warlich neue Kunden gewinnen. Quelle: Jörg Reuter
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Ehrenhain

Tante-Emma-Läden gehörten vor ein, zwei Generationen noch zum Straßenbild. Die kleinen Geschäfte mit ihrem Sortiment an Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs sind jedoch in den vergangenen Jahren nahezu komplett verschwunden. Der Agroservice Altenburg-Waldenburg mit Sitz im Nobitzer Ortsteil Ehrenhain wagt nun eine Neuauflage des althergebrachten Konzepts. Unter dem Arbeitstitel „Tante Emma 2.0“ versuchen die Verantwortlichen im Unternehmen, den einstigen Erfolg des Tante-Emma-Geschäftsmodells in die heutige Zeit zu übertragen. Seit Freitag läuft der Verkauf (die OVZ berichtete).

Das Schrumpfen der Bevölkerung in den Dörfern und der Preisdruck im Einzelhandel sind Gründe, warum es kleine Dorfläden schwer haben. Daran hat sich nichts geändert. Doch das ist nur die Hälfte der Wahrheit. Denn auf der anderen Seite ist der Trend zu Produkten von lokalen Direktvermarktern ungebrochen. Davon zeugen die zahlreichen Hofläden im Altenburger Land und deren steigende Umsätze. Diese haben allerdings den Nachteil, dass sie verstreut in verschiedenen Ortschaften liegen. „Unsere Idee war es, ein Warenhaus für Direktvermarkter zu schaffen, wo es die regionalen Produkte in gebündelter Form gibt“, beschreibt Falk Heimer, Vorstand des Agroservice, den Gedanken hinter dem „2.0“.

Bis jetzt zählt das Unternehmen, dessen Hauptgeschäftsfelder Großhandel und Lohnarbeit für landwirtschaftliche Betriebe sind, 18 Zulieferer, die alle nicht weiter als 30 Kilometer entfernt produzieren. Darunter sind beispielsweise die Kohrener Landmolkerei, der Schönberger Geflügelhof Weber, die Gößnitzer Milchschäferei Deutscher sowie Gevemo Sauerkraut aus dem Ort. Hinzu kommen lokale Spezialitäten, wie etwa der Milbenkäse des Vereins Altenburger Bauernhöfe sowie Liköre und Senfe aus der Kreisstadt. Insgesamt umfasse das aktuelle Tante-Emma-Lebensmittelsortiment mehr als 800 Artikel, schildert Marktleiterin Marion Warlich.

Auch wenn es in dem neu eröffneten Ladenbereich im Großen und Ganzen alles gibt, was auch in Supermarktregalen steht: Mit den Preisen der Einzelhandels-Riesen könne und wolle man in Ehrenhain nicht mithalten. „Bei uns gibt es qualitativ hochwertige Lebensmittel aus der konventionellen und Bio-Landwirtschaft, die auch ihren Preis haben, das muss jedem klar sein“, sagt Unternehmensvorstand Eric Göpel. Dafür bekämen Kunden dann garantiert Kartoffeln von den hiesigen Feldern. Bevor im Rahmen eines kleinen Frühlingsfestes am Freitag die Angebote in Augenschein genommen, gekostet und gekauft werden konnten, musste der vorhandene Fachmarkt umgebaut werden.

Seit 1990 betreibt der Agroservice unter anderem eine Art kleinen Baumarkt in Ehrenhain, in dem Landwirte und Anwohner Baustoffe, Saatgut, Werkzeug und dergleichen erwerben können. „Im Fachmarkt haben wir umgeräumt, Platz geschaffen, neue Regale eingebaut, um die Lebensmittel ansprechend präsentieren zu können, wir mussten Kühltechnik installieren und Lagerflächen ausbauen“, nennt Marion Warlich einige Beispiele. Inklusive Werbeetat summieren sich die Kosten auf knapp 80 000 Euro, von denen 50 Prozent aus den Fördertöpfen des EU-Leader-Programms stammen. „Dieser Laden ist eines der Startprojekte der neuen Leader-Periode“, sagt Bernd Apel, Vizechef des Vereins Feal, der sich vor Ort um die Lenkung der EU-Mittel kümmert. Die EU und der Freistaat unterstützen mit den Leader-Geldern die ländliche Entwicklung, geben Co-Finanzierungen, wo positive Effekte für Wirtschaft und Wohnumfeld erkennbar sind. „Tante Emma 2.0 ist ein wichtiges Stück Daseinsvorsorge“, erklärt Apel.

Von Jörg Reuter

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