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Tanzmädchen locken ins heiße Festzelt

Tanzmädchen locken ins heiße Festzelt

Zwischen marodem Halbem Schloss und saniertem Rittergut feierten die Langenleuba-Niederhainer am Wochenende ihr Dorffest unter schattigen Bäumen und im hochsommerlich temperierten Festzelt.

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Die Kinder des Karnevalvereins begeistern im Festzelt in Langenleuba-Niederhain mit Tänzen zu Rock 'n' Roll.

Quelle: Klaus Peschel

Langenleuba-Niederhain. Ein Anlass war gegeben: Der Ort blickt auf sein 725-jähriges Bestehen zurück.

 

Und er hat genug Leute, die ein solches Fest auf die Beine stellen können. Bürgermeister Jürgen Schneider: "Ich bin begeistert über die Vereine. Alle haben mitgemacht. Die Gemeinde musste nur noch koordinieren." So gab es im Wieratal ein Vergnügen, das sich nicht auf Kaffee und Kuchen, Bier und Tanz, Kletterstange und Hüpfburg beschränken musste. Am Sonnabend zeigten die Radballer in der Straßenschänke ihr Können. Die Angler waren am Sonntag am Dorfteich zu Gange, auf der Festwiese luden die Volleyballer zu einem Turnier ein. Die Karnevalisten veranstalteten im Rahmen des Jubiläums am Sonnabend ihr jährliches Lichterfest. 300 Teelichter trieben über den Teich und waren eine schöne Ergänzung zum Lampionumzug der Kinder. Am Sonntag luden die Kegler zum Preiskegeln ein, und der Frauenchor trat im Festzelt auf. Für ausreichend Speis und Trank sorgten die Feuerwehrleute und die Fußballer.

 

Zu einem besonderen Hingucker und Hinhörer wurde vorgestern Mittag die Show der Motocrosssportler. Unter ihnen der elfjährige Lukas Heimer. "Seit letzter Woche Sonnabend sitze ich erst auf dem Motorrad", erzählte er, "heute war das mein erster öffentlicher Start." Lukas sah nach den zehn Minuten auf der kleinen Rennstrecke sichtlich geschafft aus. "Ich bleibe aber dabei", versicherte der Junge.

 

Um den Nachwuchs brauchen sich wohl auch die Niederhainer Karnevalisten keine Sorgen zu machen. Am frühen Nachmittag sorgten die NKC-Kinder für ein volles Festzelt. Das sind zehn kleine Mädchen, die von Melanie Eckebrecht und Tina Ackermann trainiert werden.Seit fünf Jahren kümmern sich die beiden jungen Frauen um den tänzerischen Nachwuchs der Karnevalisten. "Im Wieratal wird man mit dem Fasching groß", berichtete Tina Ackermann. "Und ich habe selbst einmal in der Funkengarde getanzt", ergänzte Melanie Eckebrecht.

 

Ihre Schützlinge meisterten die drei Tänze mit Bravour, ob als Schlümpfe, Lillifee oder beim Rock 'n' Roll. "Die Kinder freuen sich auf jeden Auftritt", erzählte Trainerin Ackermann. Während der Faschingszeit gebe es genug, das restliche Jahr eher weniger. "Um so willkommener ist ein solches Dorffest", sagte Eckebrecht. Willkommen war für die Mädchen nach ihren mit viel Applaus belohnten Tänzen ein großes Eis.

 

Das war am heißen Sonntag fast mehr gefragt als Bratwurst und heiße Suppe aus der Gulaschkanone. Die Feldküche kam aus Lohma nach Niederhain gerollt. Der dortige Kultur- und Sportverein bewirtete die Niederhainer am Sonntag. Bürgermeister Schneider peilte über den Daumen: "500 Leute waren es bestimmt, die sowohl Sonnabend als auch Sonntag unser Fest besucht haben."

 

Dabei begann es eigentlich schon am Donnerstag. Die Gemeindeverwaltung hatte zu einem Tag der offenen Tür ins sanierte Rittergut eingeladen. Erst seit wenigen Tagen ist es das neue Domizil der Verwaltungsgemeinschaft Wieratal. "Gut 300 Leute wollten wissen, was aus etwa anderthalb Millionen Euro geworden ist", sagte Schneider am Sonntagmittag. Da wusste er noch nicht, dass er kurz danach ein Foto des sanierten Rittergutes in der Hand halten würde.

 

Anlässlich des Ortsjubiläums bedankte sich der Niederhainer Frauenchor in persona von Karin Schulze vor dem Auftritt im Festzelt bei der Gemeindeverwaltung für die jahrzehntelange Unterstützung. "Das Luftbild muss erst vor wenigen Tagen entstanden sein", grübelte Schneider. Dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen: "Das Bild ist sicher gemacht worden, als man Anfang August das Halbe Schloss mit einem grünen Netz bedeckte, damit keinem Dachziegel auf den Kopf fallen können." Das Foto soll nun in seinem Dienstzimmer hängen.

Klaus Peschel

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