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Altenburg Tapetenwechsel: Commerzbank zeigt in Altenburg Werke einheimischer Künstler
Region Altenburg Tapetenwechsel: Commerzbank zeigt in Altenburg Werke einheimischer Künstler
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22:10 06.01.2012
Altenburg

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Von Ellen Paul

Eindrucksvoll und kontrovers zugleich. Denn während es am Markt mit Werken des in Zürchau ansässigen Malers Anthony Lowe eher filigran zugeht, ist es an der Mühlpforte - ehemals Dresdner Bank - schrill und überaus provokativ. Für die großflächigen Gemälde in fast schreiend bunten Farben und mit extrem sozialkritischen Themen zeichnet Judith Ostermeyer, eine Meisterschülerin von Neo Rauch, verantwortlich.

"Mit Judith habe ich schon in Leipzig eine Ausstellung gemacht und sehr erfolgreich zusammengearbeitet. Das wollte ich hier fortsetzen", erzählt Burkhard Schreiber und ergänzt augenzwinkernd: "Zwar kommt die Künstlerin aus sächsischen Gefilden. Doch Dreiskau-Muckern liegt nur 20 Kilometer weiter von Altenburg entfernt als Zürchau." Auch Anthony Lowe hat der Banker in Leipzig getroffen, bei einer Ausstellung, und war von einem Altenburg-Bild derart beeindruckt, dass er den Maler unbedingt kennenlernen wollte.

Judith Ostermeyer gehört zu den jungen Wilden der Leipziger Schule. "In meiner Malerei, Plastik und Grafik beschäftige ich mich mit dem komplexen Wechselspiel der Beziehungen zwischen Menschen. Liebe und Tod, Leidenschaft, Grausamkeit und Verlangen, die unerschöpfliche Thematik der klassischen Sagen, der Märchen und Mythen verflechte ich zu Bildern und untersetze sie mit meinen erlebten, erträumten oder erdachten Geschichten", so die Künstlerin über sich. Oft verwendet sie das Tier, denn Tiere umgeben und faszinieren sie seit ihrer Kindheit. Über sie ist Ostermeyer überhaupt erst zur Malerei gekommen. Kein Wunder also, dass sie seit 1995 auf einem Bauernhof lebt - mit Pferden, Katzen, Hunden und andere Tieren. "Ihre Bilder sind in Form und Inhalt von provozierender Sperrigkeit und entziehen sich stolz dem spaßverwöhnten Schlenderblick", lobt Neo Rauch die 37-Jährige.

Ein in Altenburger Landen bekannter, aber auch neuer Lowe ist im Haus am Markt zu sehen. Insgesamt neun großformatige Bilder aus den Jahren zwischen 2004 und 2010 hat der aus London stammende Künstler gemeinsam mit Thomas Matuszak vom Lindenau-Museum ausgesucht. "Nur eines ist ganz neu, weil ich nämlich ein Altenburg-Bild kurz vor der Ausstellung verkauft habe", erzählt der 54-Jährige. Da musste er schnell ein Neues machen. "Man riecht sogar noch die Farbe", lacht Burkhard Schreiber.

Anthony Lowe freut sich über die Bereitschaft des Kreditinstituts, die sonst in beiden Filialen zu sehenden und aus der hauseigenen Bank-Sammlung stammenden Bilder abzuhängen, und hiesige Künstler zu präsentieren. "Das waren sehr kühle und reservierte Arbeiten. Jetzt sind die Bilder warm und sie ,stören' auch mehr." Der Tapetenwechsel steht der Bank gut zu Gesicht, findet auch Schreiber.

Zwei Bankhäuser, zwei Künstler und eine Ausstellung der Kontraste - davon haben sich die Kunden in den letzten Wochen schon überzeugen können. "Die Mitarbeiter vor allem an der Mühlpforte werden aufgrund der ungewöhnlichen Motive oft angesprochen", weiß der Chef. Burkhard Schreiber hofft weiterhin auf viele interessierte Betrachter und im Interesse der Künstler vielleicht auch auf diesen oder jenen Käufer. Da es aufgrund von Terminschwierigkeiten keine Vernissage gab, soll Ende Februar eine Finissage stattfinden - mit Judith Ostermeyer und Anthony Lowe.

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