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Technikpark der maroden Maschinen

Kreisstraßenmeisterei Technikpark der maroden Maschinen

Im Rahmen eines Betriebsrundgangs in der Kreisstraßenmeisterei informierte sich der Werkausschuss des Kreistages über aktuelle Probleme. Dabei erfuhren die Mitglieder, dass es bei der Technik einen enormen Investitionsstau gibt. Im Anschluss beschloss das Gremium den Kauf eines neuen Kleintransporters. Damit kann ein defektes Fahrzeug ausgetauscht werden.

Die Mitglieder des Werkausschuss beginnen ihre Sitzung mit einem Rundgang durch die Kreisstraßenmeisterei.

Quelle: Jörg Reuter

Mockern. Der Werkausschuss des Kreistages gab kürzlich grünes Licht für den Kauf eines neuen Kleintransporters für die Kreisstraßenmeisterei. Der rund 42 000 Euro teure Neuwagen war unbedingt nötig, um einen der drei Mannschaftstransporter auszutauschen. Das rund 20 Jahre alte Fahrzeug ist unter anderem am Bodenblech durchgerostet. Das große Loch wurden nur notdürftig mit Holz geflickt. Doch Betriebsleiter Frank Schmutzler machte den Ausschussmitglieder beim Rundgang durch die Kreisstraßenmeisterei im Nobitzer Ortsteil Mockern deutlich: Der Schuh drückt an vielen weiteren Stellen im gesamten Technikpark.

„Wir können froh sein, dass wir im ländlichen Raum noch Werkstätten finden, die sich solcher Fahrzeuge annehmen. Woanders wird man weggeschickt, weil keiner die Verantwortung übernehmen will“, so Schmutzler. Auf seiner Liste der Sorgenkinder steht etwa ein weiterer Lkw, der vom Zustand kaum besser sei, als der jetzt ausgemusterte. Dazu kommen verschiedene Zusatzgeräte beziehungsweise Anbauteile. Mit die größten Sorgen bereitet die Mähtechnik. Lager und Gelenke der Mahdgeräte sind stark verschlissen. Kaum besser stehen die Holzschredder da. Auch der Hebebühne für den Baumverschnitt ist der Verschleiß anzusehen. Und der große Bagger schließlich sei gerade wieder in einer Werkstatt. „Der ist auch so hinüber, dass eigentlich eine Generalreparatur nötig ist. An ihm sind Langer und der Drehkranz kaputt“, erklärt Schmutz den Ausschussmitglieder. Doch die Mittel reichen nur, um das allernötigste ausbessern zu lassen. Und selbst dafür rechnet Schmutzler mit Kosten von bis zu 18 000 Euro.

Der Investitionsstau bei der Technik der Kreisstraßenmeisterei könne nicht klein geredet werden, schätzt Ausschussvorsitzender Carsten Helbig (SPD) ein. Dennoch könne nicht alles auf einmal ersetzt werden. „Wir jammen nicht, sonder versuchen aufzupassen, dass Geld stets im Kreishaushalt eingestellt wird, damit wir Stück für Stück austauschen können, was verschlissen ist“, sagt Helbig. Bis dahin hilft aber nur hoffen, hoffen, dass Maschinen und Geräte weiterhin reparabel bleiben und dass sich Werkstätten finden, die solche Aufträge übernehmen. Was jedoch zur Folge hat, dass bei manchen Maschinen inzwischen mehr Geld für Reparaturen ausgegeben wurde, als einst für deren Anschaffung.

Apropos Anschaffungen. In der Kreisstraßenmeisterei gibt es auch eine Liste von fehlenden Dingen, die eigentlich gebraucht werden. Schmutzler führt die Ausschussmitglieder vorbei an den vier Kleintransportern, den zwei Lkw und den vier geleasten Unimogs ins Lager und zeigt auf die Ampeln. Die existierenden reichen für viele Baustellen nicht, da sie nur zwei Richtungen regeln. Aber nicht selten würden drei Ampeln verlangt. In solchen Fällen müsse eben die benötigt Ausrüstung angemietet werden. Was sich einfacher anhört, als es ist, weil die dafür nötigen Mittel erst einmal im Kreisetat aufgetrieben werden müssten.

Kosten verursacht auch der Vier-Millionen-Euro-Neubau, in den die Kreisstraßenmeisterei vor knapp drei Jahren umgezogen ist. Circa 8000 Euro pro Jahr werden für den Unterhalt benötigt. Dazu zählt etwa das Warten der Filter- und der eigenen Solaranlagen. „Ich wüsste nicht, dass es so etwas noch irgendwo anders gibt. Deshalb existieren praktisch keine Erfahrungswerte“, so Schmutzler.

Schon seit vielen Jahren streut sein Betrieb nicht mehr mit Trockensalz, sondern nutzt Feuchtsalz im Winterdienst. Die Sole wird in der Kreisstraßenmeisterei aus Regenwasser und Streusalz selbst erzeugt. Mit seinem zweiten Beschluss kaufte der Werkausschuss 675 Tonnen Salz, um die vier 28 Meter hohen Silos wieder aufzufüllen.

Von Jörg Reuter

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