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Teichstraße: 200 Interessenten für 50 Wohnungen

Teichstraße: 200 Interessenten für 50 Wohnungen

Es ist das größte Projekt, das die Altenburger Wohnungsgenossenschaft (AWG) seit Jahrzehnten stemmt. Es ist das größte Bauvorhaben in der Skatstadt in diesem Jahr überhaupt - der Neubau einer Wohnanlage in der Teichstraße.

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Gestern die Grundsteinlegung - und so soll der Wohnkomplex in anderthalb Jahren aussehen. Grafik: AWG

Bis Anfang 2017 sollen hier 50 Familien oder Singles ein neues Zuhause mitten in der City finden. Am Donnerstag ist dafür der Grundstein gelegt worden.

 

"Dass die AWG es nach über 30 Jahren nicht verlernt hat, neue Wohngebäude zu errichten, haben wir auf dem Sperlingsberg gezeigt. Dass wir aber auch komplizierte Baulücken anspruchsvoll schließen können, zeigen wir hier", fasste Timo Schwanke, Vorstand von Altenburgs zweitgrößtem Vermieter, das spektakuläre Vorhaben anschaulich in Worte. Doch das Grundanliegen sei eigentlich ein anderes. Die AWG, bei der jeder fünfte Altenburger Mieter ist, sieht sich in der Pflicht, die Stadt zu unterstützen und sich hier zu engagieren.

 

Begonnen hatte die Sache schon 2008, als die Genossenschaft das 4500 Quadratmeter große Areal, auf dem vormals auch das historische Konzert- und Ballhaus stand, kaufte. Damals war noch geplant, die Gebäude Teichstraße 5 und 7 zu sanieren und in den Neubau zu integrieren. Doch die marode Bausubstanz ließ dies nicht zu. Nach ihrem Abriss 2012 begann die konkrete Planung für eine Anlage mit 50 Wohnungen und einer Tiefgarage.

 

Es sei eine grandiose Idee des Architekten gewesen, erstmals eine aufgebrochene Blockrandbebauung zu beantragen, die von der Stadtverwaltung dann auch genehmigt wurde, geriet Timo Schwanke fast ein bisschen in Schwärmen. Dies ermögliche nicht nur attraktive Grundrisse für einige Wohnungen, sondern auch den Blick zum letzten erhaltenen Wachturm in der Langengasse. Zudem werde die sogenannte Hinterhof-Atmosphäre vermieden.

 

Entsprechend zufrieden zeigte sich gestern zur Grundsteinlegung ebenfalls Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), der sich lange um ein solches Engagement der AWG bemüht hatte. Denn die Stadt und ihre Wohnungsgesellschaft allein könnten dies nicht stemmen. "So entsteht jetzt auf historischem Grund mitten im Herzen der Stadt ein Mix von Wohnungen, der alle Bevölkerungsschichten und nicht nur ältere Bürger anspricht. Zudem gibt es ordentliche Parkmöglichkeiten, was in unserer mobilen Zeit besonders wichtig ist", erklärte Wolf. Für ihn sei es total spannend, dass es hier ein Miteinander von Historie und Moderne geben wird. Denn die archäologischen Grabungen hätten ja zutage gebracht, dass an dieser Stelle bereits seit dem 14. Jahrhundert Wohn- und Produktionsstätten sowie Brunnen angelegt waren. Nicht von ungefähr habe das Landesamt für Denkmalpflege eine Sonderausstellung zu den spektakulären Funden angekündigt. Das Stadtoberhaupt wünschte sich auch weiterhin eine so konstruktive Zusammenarbeit mit der Wohnungsgenossenschaft, wie sie derzeit möglich sei.

 

Insgesamt 8,4 Millionen Euro lässt sich die AWG das ehrgeizige Vorhaben kosten. Die reinen Baukosten liegen bei 6,7 Millionen Euro. Da sich das ursprüngliche Vorhaben, Fördermittel zu nutzen, inzwischen zerschlagen hat, finanziert die Genossenschaft alles aus eigener Tasche.

 

In einem modernen, aber durchaus passenden Baustil sollen sich die zwei Wohnhäuser mit ihrer offenen Fassade in den historischen Straßenzug einordnen. Im Hofbereich entstehen zudem ein dreigeschossiges Gebäude mit Flachdach sowie Laubengängen mit 14 Wohnungen. Ein viertes Gebäude mit Villencharakter und acht Wohnungen wird in der Langengasse gebaut. Insgesamt entstehen 50 zumeist barrierefreie Ein- bis Dreiraumwohnungen von 45 bis 100 Quadratmetern Größe. Für 40 wird ein Stellplatz zur Verfügung stehen. Die Kaltmiete wird sich nach aktuellem Stand bei rund sieben Euro pro Quadratmeter bewegen. Die Warmmiete werde sich aber durch die Solaranlage auf dem Flachdach des Gebäudes im Hofbereich im Vergleich zu anderen Objekten deutlich reduzieren, so Schwanke.

 

Für die 50 Wohnungen gibt es übrigens bereits 200 Interessenten.

Ellen Paul

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