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Altenburg Teile des Lindenau-Museums ziehen in den Marstall
Region Altenburg Teile des Lindenau-Museums ziehen in den Marstall
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00:33 20.05.2018
Der Kreistag kurz vor Beginn einer früheren Sitzung. Quelle: Jens Rosenkranz
Altenburg

Der Kreistag hat auf seiner Sitzung am Mittwoch eine bislang beispiellose Kooperation zwischen dem Landkreis und der Stadt Altenburg auf den Weg gebracht. Teile des Lindenau-Museums sollen nach dessen Sanierung in den Marstall umziehen, der deshalb nun auch eine kräftige und nötige Verjüngungskur bekommen kann. Damit werden einige Probleme auf einmal gelöst und die angekündigte Modernisierung des Schlossberg-Ensembles auf den Weg gebracht.

Museum braucht mehr Platz

Die Landesregierung wird für die Sanierung des Lindenau-Museums zehn Millionen Euro in Form eines Kredites bereitstellen (die OVZ berichtete). Allerdings finden nach Abschluss der Arbeiten nicht alle Bereiche im Museum, das im Besitz des Kreises ist, mehr Platz. Dazu war vor Jahren ein Anbau im Gespräch, der nun endgültig vom Tisch ist. Denn Grafische Sammlung, Depot, Büro, Werkstätten, Fachbibliothek und Archiv sollen in den Marstall umziehen, der jedoch der Stadt gehört.

150 000 Euro für Miete und Betriebskosten

Teile dieses markanten Gebäudes sollen zuvor saniert und vom Kreis angemietet werden. Für die benötigten 2092 Quadratmeter würden jährlich 60 000 Euro Miet- und weitere 150 000 Euro Betriebskosten vom Kreis an die Stadt fließen. Landrätin Michaele Sojka (Linke) soll noch während ihrer am 30. Juni endenden Amtszeit eine 50-pozentige Förderung dieser Kosten beim Land beantragen. Ob Erfurt zahlt, ist im Moment nicht geklärt. Fakt ist jedoch, dass durch diese Nutzung auch der Marstall mit Hilfe des Landes saniert werden könnte. Ohne die Auslagerung der Fachbereiche des Museums und die Anmietung hätte dies Altenburg nicht hinbekommen.

Wirtschaft könnte profitieren

Diese Kooperation ist außerdem entscheidender Teil der geplanten Aufwertung des Schlossberges, zu dem ebenso das Mauritianum und die Einrichtung einer Spielewelt im Schloss gehören. Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) sprach zur Sitzung deshalb von einem Quantensprung. Das neue und beeindruckende Schlossberg-Ensemble würde positive Auswirkungen auf den Tourismus, den Einzelhandel und die Gastronomie haben und sei deshalb auch von enormer wirtschaftlicher Bedeutung.

Kreistagsbeschluss ohne Gegenstimmen

Den, bis auf zwei Enthaltungen, einstimmig gefassten Beschluss des Kreistages bezeichnete Wolf als Signal an die Landesregierung, auf deren Hilfe Kreis und Stadt angewiesen sind. Auch Altenburg bekomme nun die nötige Planungssicherheit. Denn die Sanierung des Marstalls könne ohne eine entsprechende Nutzung nicht begonnen werden.

Sojka: Über 40 Millionen Euro Förderung möglich

Die Landrätin bezeichnete den Beschluss als den wichtigsten in diesem Jahr. Er sei ein Meilenstein bei der Modernisierung des Schlossbergs, der 2023/24 neu erblühe und in den in weniger als zehn Jahren mehr als 40 Millionen Euro investiert werden könnten. All dies sei mehr wert als eine Landesgartenschau, erntete Sojka kräftiges Gemurmel. Bei der Laga war Altenburg bekanntlich leer ausgegangen.

Umsetzen muss diese Kooperation freilich der neue Landrat Uwe Melzer (CDU). „Ich freue mich auf diese Aufgabe“, sagte er. Diese zu bewältigen gelinge jedoch nur, wenn Kreis und Stadt zusammenarbeiten.

Von Jens Rosenkranz

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