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Altenburg Theater-Intendant Kay Kuntze im Interview
Region Altenburg Theater-Intendant Kay Kuntze im Interview
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16:29 16.03.2018
Generalintendant Kay Kuntze. Quelle: dpa
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Gera

Bei der Theater und Philharmonie Thüringen GmbH stehen umfangreiche Sanierungen ins Haus, vor allem am Altenburger Standort sind zahlreiche Arbeiten geplant (OVZ berichtete). Intendant Kay Kuntze erläutert im Interview die Pläne, die Auswirkungen auf den Spielplan, mögliche Ausweichquartierte und die mit den Arbeiten verbundenen Schwierigkeiten – die nicht zuletzt auch die Besucher der Spielstätten zu spüren bekommen dürften.

Die kürzlich erfolgte Verlängerung Ihres Vertrages bis 2022 gibt Ihnen Planungssicherheit. Wie sehen Ihre konkreten Planungen aus?

Wir haben eine mittelfristige finanzielle Sicherheit. Bis Ende 2021 regelt die neue Finanzierungsvereinbarung die Zuschüsse für unser Haus und laufen die Haustarifverträge mit unseren Mitarbeitern. Meine Vertragslaufzeit bis Ende der Spielzeit 2021/22 orientiert sich an dieser Situation. Wir haben aber eine Option auf Vertragsverlängerung bis Ende der Spielzeit 2024/25 in den Vertrag aufgenommen, da auch die Finanzierungsvereinbarung eine Option bis Ende 2024 beinhaltet.

Was heißt das konkret?

Das heißt, die Absicht ein produzierendes Fünf-Sparten-Haus mit den Standorten Altenburg und Gera bis 2024 finanzieren zu wollen, ist zwar vertraglich verankert, wie genau die Finanzierung allerdings aussehen wird, muss 2020 geklärt werden. Bis Ende 2021 aber ist erst einmal alles in trockenen Tüchern und das ist für ein Theater natürlich ungeheuer wichtig. Das Haus stand ja schon einmal vor einer Insolvenz und solch eine unsichere Situation saugt viel Energie von den künstlerische Prozessen ab.

Und diese Unsicherheit ist jetzt nicht mehr da?

Es kann natürlich immer etwas passieren. Theater ist ja permanentes Krisenmanagement. In einigen unserer Spielstätten ist der Spielbetrieb in naher Zukunft gefährdet, wenn nicht zeitnah saniert wird. Das betrifft vor allem das Landestheater Altenburg, aber auch die dringend notwendige Sanierung des Puppentheaters in Gera. Die damit verbundenen Auswirkungen und Risiken sind nicht exakt zu kalkulieren. In Altenburg geht es im Wesentlichen um die komplette Erneuerung der Ober- und Untermaschinerie, aber auch um eine bessere logistische Erschließung, die sich am Standard unseres Geraer Hauses orientiert. Für die Baumaßnahmen sind Kosten von über 10 Millionen Euro zu erwarten. Wenn es gut geht, wird es im Frühjahr 2018 Mittelbescheide geben und ab Mitte 2019 saniert. Wie lang das Haus dann geschlossen sein wird ist unklar, aber es wird wohl deutlich mehr als nur eine Spielzeit sein.

Was bedeutet das alles für den Spielbetrieb?

Man darf sich da keine Illusionen machen. Mit Ersatzspielstätten werden wir die Schließzeit nicht vollständig kompensieren können. Man muss kein Prophet sein, um sagen zu können, dass da einiges wegbrechen kann, von dem, was wir in den vergangenen Jahren aufgebaut haben. Seit eineinhalb Jahren suchen unser kaufmännischer Geschäftsführer Volker Arnold und der technische Direktor Thomas Stolze intensiv nach Ersatzspielstätten. Für kleinere Produktionen wie Weihnachtsmärchen sind wir fündig geworden, aber für die großen Sachen wie Musiktheater oder Ballett sind wir noch auf der Suche. Erstens gibt es leider zu wenig für unsere Bedürfnisse erschlossene Möglichkeiten im Altenburger Land und zweitens können konkrete Mietanfragen erst gestellt werden, wenn klar ist, wann genau die Sanierung denn nun beginnt.

Könnten die Besucher aus Altenburg nicht nach Gera kommen?

Die Theater sind ja 1995 nicht freiwillig, sondern vor allem auf Druck vom Land Thüringen fusioniert. Vor allem von Altenburger Seite gab es gegen die Fusion großen Widerstand, die als feindliche Übernahme empfunden wurde. Ich hoffe sehr und habe auch den Eindruck, dass da inzwischen Wunden geschlossen werden konnten und wir den Altenburgern das Gefühl zurückgegeben haben, dass wir ihr Theater sind – und zwar in Altenburg und in Gera, dass sich das Theater an beiden Standorten in die Städte und die Region hinein schraubt, mit Inhalten und Geschichten aus der Geschichte von Region und Stadt. Natürlich können wir die Menschen am besten dort abholen, wo sie auch leben, an Orten, die ihnen vertraut sind. Deshalb suchen wir ja jetzt auch intensiv nach Ersatzspielstätten. Aber dennoch wird auch ein Bus-Shuttle von uns erwogen, um den Altenburgern für ausgewählte Produktionen einen unkomplizierten Besuch im Geraer Haus zu ermöglichen.

Von Jörg Aberger

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