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Altenburg Theater-Oskars 2017 verliehen – Fördervereine küren Publikumslieblinge
Region Altenburg Theater-Oskars 2017 verliehen – Fördervereine küren Publikumslieblinge
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17:47 12.06.2017
Die Oskar-Preisträger 2017: Amelie Schünemann, Etienne Martin, Patricia Felsch, Akiho Tsujii, Filip Kvacak und Silvana Schröder (vorn v.l.) sowie Thomas Stolze, René Prautsch und Marcus Olms (hinten v.l.). Es fehlen Annette Büschelberger, Ouelgo Téné und Kinderdarsteller Oskar Schmidt. Quelle: Sabina Sabovic
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Gera

Akiho Tsujii steht ergriffen auf der Bühne. Die Tränen, die sie nicht zurückhalten kann, drohen das Make-up der attraktiven Sopranistin zu ruinieren. Zum Glück reicht ihr Theaterchef Kay Kuntze, günstig in der ersten Reihe sitzend, ein Taschentuch. So emotional kann eine Oskar-Verleihung auch im Kleinen sein. Und Akiho Tsujii erhielt den Theater-Oskar als beliebteste Künstlerin bereits zum zweiten Mal. Emotionen pur.

Zu erleben war dies am Sonnabendnachmittag in Gera. Zum 23. Mal kürte die Gesellschaft der Theater- und Konzertfreunde Gera – seit 2003 gemeinsam mit der Vereinigung der Theaterfreunde Altenburg und Umgebung – am Ende der Spielzeit die Favoriten und Publikumslieblinge der Saison. In diesem Jahr fand die Gala in der Bühne am Park statt, organisiert von den Geraer Theaterfreunden.

Am Auswahlverfahren konnten sich nicht nur die Vereinsmitglieder beteiligen, sondern alle Theaterbesucher. Dazu stand in den Theaterkassen Gera und Altenburg eine Box bereit, die die Stimmzettel aufnahm, auf denen fast 400 Theaterbesucher und Vereinsmitglieder ihre Wahl trafen, wer den begehrten Preis in den Kategorien beliebteste Künstlerin, beliebtester Künstler und beliebteste Inszenierung erhält. Neben Akiho Tsujii holte sich Tänzer Filip Kvacak sowie Ballettdirektorin Silvana Schröder die Trophäe. Ihre Choreografie „Piaf – La vie en rose“ war laut Meinung des Publikums die beliebteste Inszenierung. „Ich bin sehr berührt, wie Sie uns begleiten“, bekannte Schröder. „Das macht Mut und gibt Kraft“. Schließlich setzte sich das
Ballett gegen solche Hochkaräter wie
Kay Kuntzes Inszenierungen „Rigoletto“ und „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“ durch.

Daneben haben die Geraer Vereinsmitglieder in Eigenregie noch vier weitere Theater-Oskars vergeben. Der Innovationspreis ging 2017 an den Direktionsbereich Technik. Thomas Stolze, der Technische Direktor des Theaters, nahm den Preis gemeinsam mit seinem Stellvertreter und designierten Nachfolger René Prautsch sowie Produktionsleiter Marcus Olms entgegen. Stellvertretend für alle
97 Mitarbeiter des Bereichs, wie Stolze betonte.

Der Preis für eine herausragende künstlerische Einzelleistung wurde in diesem Jahr zweimal an zwei Schauspieler vergeben: Annette Büschelberger als Gast vom Theater Karlsruhe erhielt ihn für ihre Rollengestaltung in „Meisterklasse“ und der Schauspieler Ouelgo Téné aus Burkina Faso für den Wilhelm Vogt in „Der Hauptmann von Köpenick“. Beide konnten den kleinen „goldenen“ Mann leider nicht selbst in Empfang nehmen. Annette Büschelberger schickte an Vereine und Publikum einen netten Brief, den Moderator Manuel Kressin verlas.

Außerdem wurde ein kleiner Ehren-Oskar vergeben – und das gleich viermal. Den erhielten die Kinderdarsteller im Familienmusical „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“ Patricia Felsch, Amelie Schünemann, Etienne Martin und Oskar Schmidt, der wegen anderer Verpflichtungen leider fehlte. Eine überaus anerkennenswerte Geste der Geraer. Die Nachwuchsdarsteller freuten sich wie Bolle über die Auszeichnung und setzten mit einem Ausschnitt aus dem Musical, einem der Publikumsrenner dieser Spielzeit schlechthin, einen so temperamentvollen wie emotionalen Schlusspunkt unter die Verleihung der Theater-Oskars 2017.

Insgesamt war die Veranstaltung allerdings leider nicht von so viel Empathie geprägt wie zu Beginn und zum Schluss. Manuel Kressin, der designierte Schauspieldirektor, gab sich zwar alle Mühe, etwas Pep in die Gala zu bringen und hatte die Lacher für seine „tragende Rolle“ als Transporteur des Mikrofons auch auf seiner Seite, insgesamt aber kam das Programm ziemlich nüchtern daher.

Und noch eins: Angesichts des immensen Aufwandes, den die Theatervereine, in dem Fall der Geraer unter Leitung von Helga Klinger, für diese Veranstaltung aufbringen, ist das Interesse der Theaterleute an dieser deutschlandweit wohl einmaligen Ehrung – drücken wir es mal vorsichtig aus – steigerungsfähig. Mitunter finden nicht einmal alle Nominierten den Weg zur Verleihung

Von Ellen Paul

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