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Theaterfrühstück macht Appetit auf Paul Linckes "Frau Luna"

Theaterfrühstück macht Appetit auf Paul Linckes "Frau Luna"

Zur gemeinsamen Veranstaltungsreihe Theaterfrühstück des Landestheaters und des Altenburger Theatervereins wird in der Regel eingeladen, wenn es gilt, unbekanntere Werke oder neue Sichtweisen auf alte Bekannte vorzustellen.

Altenburg.

 

Dies war am vergangenen Sonntag im Heizhaus nicht der Fall. Zum einen ist Paul Linckes "Frau Luna" sehr bekannt und zum anderen sind keine "Neudeutungen" zu erwarten. So war es mehr eine Referenz an Publikumserwartungen nach guter Unterhaltung, wie der Besuch im Heizhaus bewies.

Mit der persönlichen Vorstellung von Gestaltern und Mitwirkenden sowie mit Hintergrund-Informationen zum Genre Operette wurde die Veranstaltung der Einstimmung auf die bevorstehende Premiere voll gerecht. Der als Moderator fungierende Musikdramaturg Felix Eckerle hatte in Regisseur Steffen Piontek, Kapellmeister Thomas Wicklein und den Sängern Jule Rosalie Vortisch, Paula Rummel und Michael Siemon nicht nur kompetente, sondern zudem sehr gut aufgelegte Partner, die seiner lockeren und augenzwinkernden Gesprächsführung gern folgten.

Sie gingen zuerst den Fragen nach, mit welchem Gefährt sie am liebsten in die Lüfte schweben würden und ob sie persönlich Berliner Wurzeln haben? Schließlich ist Berlin neben dem Mond der Handlungsort. Drei der Gäste haben solche - mehr oder weniger. Paula Rummel ist eine echte Berliner Pflanze, Steffen Piontek Wahlberliner, und Jule Vortisch hat einen Berliner als Gatten erwählt. Der Berliner Operette mit ihren Komponisten Paul Lincke und Walter Kollo war nur eine kurze Blütezeit beschert und basiert auf Volksstücken, der Berliner Posse. In ihr geht es eher unsentimental zu, wird nicht auf die Tränendrüse gedrückt. Sie ist zudem die Heimat für Marschmusik.

Hauptwerk des Genres ist jene "Frau Luna", deren neue Altenburger Premiere an diesem Sonntag bevorsteht. Ihr liegt eigentlich eine nur eine Dreiviertelstunde währende Handlung zugrunde, die bereits bei der Uraufführung am 1. Mai 1899 im Berliner Apollo-Variete artistische Erweiterung erfuhr, und es nun auf fast zweieinhalb Stunden bringen wird. Dieser "Ausbau" ist unter anderem dem schnelllebigen Berlin zu verdanken, das Steffen Piontek begeistert und dessen Luft er gerne atmet. Apropos Berliner Luft - ohne diesen Schlager dürfte "Frau Luna" heutzutage unspielbar sein.

Piontek outete sich als Regisseur, der die Herausforderung Operette gerne annimmt. Er setzt mit Bühnenbildner Mike Hahne (in Altenburg bereits "Les Misérables" und "Manon Lescaut") auf eine opulente Ausstattung. Sie vertrauen auf die Fassung von Otto Schneidereit vom Metropoltheater und wollen das Werk fantasievoll in seinen alten Bahnen mit Schauwert zeigen.

Die Besucher des Theaterfrühstücks konnten sich davon bereits anhand des Bühnenbildmodells und der Figurinen im Kostümwechsel Erde/Mond überzeugen. Als musikalischer Leiter kündigte Thomas Wicklein vielfältige musikalische Ergänzungen im Wechsel von Marsch und Besinnlichkeit an. So wird der Opernchor, der in der Einstudierung von Ueli Häsler singt, mit zum Handlungsträger, und die Hauptdarsteller erhalten auf sie bezogene Solonummern. Wicklein hat drei Viertel des Orchestermaterials - natürlich nur Lincke-Musik - neu erstellt. Darunter für die Titelpartie eine Melodie aus der Operette "Grigri".

Ein Wiedersehen gibt es in "Frau Luna" mit Günter Matthes als Pannecke. Der beliebte Schauspieler ging im Jahr 2000 mit 65 Jahren in den Ruhestand, aber zur Freude des Publikums zieht es ihn immer wieder auf die Bühne. Es gibt in Gera, aber auch in Altenburg wohl kaum einen Theaterfreund, der ihn nicht in "Alles wegen de Leut'" als Otto Reutter erlebt hat. Und auch das Ballett wird mit von der Partie sein in der Choreografie von Winfried Schneider.

Auf all das dürfte auch die Nichte des Komponisten, Margot Lincke, gespannt sein. Sie reist laut Ankündigung Eckerles zur Premiere an. Frieder Krause

Premiere am Sonntag, 19 Uhr. Weitere Vorstellungen in diesem Jahr am 16. und 25. Oktober, jeweils 14.30 Uhr, und am 18. November, 19.30 Uhr. Karten an der Theaterkasse (☎ 03447 585160). Online-Buchungen unter www.tpthueringen.de

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