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Theaterstück über Drogen-Problematik: Uraufführung in Altenburg am 13. November

„Vom Gefühl her: Fuck u!“ Theaterstück über Drogen-Problematik: Uraufführung in Altenburg am 13. November

Eigentlich sollte es ein Stück für junge Leute werden, sagt der Autor Dirk Laucke. Herausgekommen aber ist eines, das alle Altersgruppen anspricht. Kein Wunder, schließlich geht es um Drogen und ihre Auswirkungen. Und die betreffen bekanntlich nicht nur die Konsumenten.

Dirk Laucke ist bekannt für seine direkte und unverblümte Sprache. Er gehört zu den gefragtesten Gegenwartsautoren.

Quelle: privat

Altenburg. Eigentlich sollte es ein Stück für junge Leute werden, sagt der Autor Dirk Laucke. Herausgekommen aber ist eines, das alle Altersgruppen anspricht. Kein Wunder, schließlich geht es um Drogen und ihre Auswirkungen. Und die betreffen bekanntlich nicht nur die Konsumenten. So ist es auch in der Geschichte, die Laucke als Auftragswerk für das Altenburg-Geraer Theater schrieb und die am 13. November unter dem Titel „Vom Gefühl her: Fuck u!“ ihre Uraufführung im Heizhaus Altenburg erlebt.

Das Theater war auf Dirk Laucke durch ein WDR-Hörspiel aufmerksam geworden. Dafür hatte der in Schkeuditz geborene und jetzt in Berlin lebende, inzwischen ziemlich gefragte Gegenwartsautour ziemlich umfangreich in Meerane recherchiert. „Ich habe dort viel mit Betroffenen gesprochen, ihre Lebensgeschichten erfahren“, erzählt der 34-Jährige. Dies sei ein guter Grundstock für das Theaterprojekt gewesen.

Im Stück agieren vier junge Leute, die direkt oder mittelbar von Drogen betroffen sind. Da ist Jenny, deren Kind aufgrund ihrer Drogenabhängigkeit zu früh auf die Welt kommt. Während Jenny vor allem mit sich selbst beschäftigt ist, versucht ihr Freund Nico händeringend, alles in den Griff zu bekommen. Umso enttäuschter ist der junge Vater, als Jenny aus dem Krankenhaus zu Nicos Freund und Arbeitskollegen Kevin flüchtet. Beide konsumieren Crystal Meth, die Droge, die scheinbar unendlich viel Energie bringt und doch das Leben der Teenager aus den Fugen geraten lässt. Kevins kleine Schwester Sam beobachtet das Chaos, in das die junge Familie gerät.

Obwohl Dirk Laucke nicht noch einmal explizit für sein Stück in Altenburg recherchiert hat, könnte die Geschichte dennoch sehr real sein. Denn in der Skatstadt ist in den letzten fünf Jahren der Anteil der Abhängigen, die wegen Crystal Meth in Behandlung sind, um rund 600 Prozent gestiegen, heißt es in der Stück-Vorschau des Theaters. Betroffen seien alle sozialen Schichten; besonders Jugendliche greifen immer früher zu der synthetischen Droge.

Laucke will in seinem Stück durch eine außergewöhnlich direkte und unverblümte Sprache überzeugen. Dafür ist er auch schon durch zahlreiche andere Theaterstücke bekannt. Nachdem er 2006 den Kleist-Förderpreis erhielt, wurde er ein Jahr später von der Fachzeitschrift „Theater heute“ zum Autor des Jahres gekürt. Es folgten Stückarbeiten unter anderem für das Grips-Theater Berlin und die Ruhrfestspiele Recklinghausen. Seine Stücke werden als realitätsnahe und feinfühlige Milieustudien interpretiert.

Dennoch möchte der Autor sein neuestes Stück nicht auf die Drogen-Problematik reduziert wissen. „Es geht nicht volle Kanne um Drogen, sondern vielmehr um junge Leute und ihre Lebensstruktur, die ich versuche festzuhalten.“ Schon nach der ersten Fassung seien ihm und der Schauspiel-Dramaturgin Svea Haugwitz klar gewesen, dass es eine Geschichte für alle Altersgruppen ist. Laucke beschreibt seine erste Zusammenarbeit mit dem Altenburg-Geraer Theater als ausgesprochen seriös, entspannt und angenehm. Nun ist er gespannt auf die Reaktion des Publikums.

Die Regie übernimmt Andreas Bauer. Der gebürtige Münchner hat im deutschsprachigen Raum bereits viele Uraufführungen erfolgreich realisiert, unter anderem als Regisseur, künstlerischer Mitarbeiter und Projektleiter am Theater Konstanz. Für die Musik zeichnet der renommierte Musiker, Komponist, Produzent und Filmemacher Hubl Greiner verantwortlich, der schon in Beirut und New York Konzerte gab. Mit Petra Linsel-Mahrer kehrt für die Produktion eine bekannte Kollegin ans Theater zurück: Linsel war von 2007-2010 festengagierte Ausstatterin an den Häusern Altenburg und Gera. Für „Vom Gefühl her: Fuck u!“ entwirft sie das Bühnen- und Kostümbild. Es spielen Johannes Emmrich (Nico), Katerina Papandreou (Jenny), Manuel Struffolino (Kevin) und Anne Diemer (Samantha).

Premiere: 13. November, 18 Uhr; nächste Abendvorstellung: 10. Dezember, 19.30 Uhr. Karten sind an der Theaterkasse erhältlich (Tel. 03447 5851760), online buchen unter www.tpthueringen.de. Termine für Schülergruppen zu Vormittagsvorstellungen erfragen Interessierte im Besucherservice (Tel. 03447 585177). Ab 13. Januar 2017 ist das Stück in Gera zu sehen.

Von Ellen Paul

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