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Therapie-Vorschlag vom Computer

Therapie-Vorschlag vom Computer

Mit einer hochmodernen Strahlentherapie wird zurzeit die erste Einrichtung des neuen Klinikum-Erweiterungsbaus in Betrieb genommen. Weitere folgen bis Jahresende.

Altenburg.

In dem 25 Millionen Euro teuren Medicum sollen künftig die meisten ambulanten Behandlungsangebote des Klinikums Altenburger Land konzentriert werden.

 

 

 

Die ersten Patienten werden bereits behandelt. "Wir haben langsam angefangen, sind aber jetzt schon bei etwa 50 Prozent Auslastung", zeigte sich gestern Dr. Aurelian Schüler sehr zufrieden. Für etwa 350 Patienten im Jahr ist die neue strahlentherapeutische Praxis des klinikum-eigenen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) ausgelegt. Das bedeutet etwa 15 Patienten am Tag, davon circa zwölf Tumorpatienten, die im Rahmen ihrer Therapie bis zu 35 Bestrahlungen erhalten.

 

Und zwar nach modernstem Standard, wie Schüler bei einem Rundgang erläuterte. Der Experte war zuvor in Jena und Suhl tätig und hatte 2010 den Dissertationspreis der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie erhalten. Zum Praxisteam gehören außerdem Dr. Ulrike Spangenberg sowie ein halbes Dutzend medizinisch-technischer Radiologieassistentinnen und Medizin-Physik-Experten.

 

Allein den Varian-Linearbschleuniger hat sich das Klinikum fast zwei Millionen Euro kosten lassen, noch einmal 1,5 Millionen Euro flossen in die Bauarbeiten, wie Klinikum-Geschäftsführer Dr. Lutz Blase informierte. Der Computertomograph dagegen ist "gebraucht", das zwölf Jahre alte Siemens-Gerät wurde in der radiologischen Klinik inzwischen durch eine Neuanschaffung ersetzt. In der Strahlentherapie-Praxis leistet es aber im Zusammenwirken mit einer speziellen Software zur computergestützten Planung der Therapien so gute Dienste, dass die Einrichtung bereits als Referenz-Standort für diese Art Behandlungen klassifiziert ist.

 

"Krebstherapien sind für die Patienten sehr mühsam und belastend", betonte Blase, "aber sie bedeuten Lebensqualität und Lebenszeit." Auch die wirtschaftlichen Berechnungen lassen die Investition Erfolg versprechend erscheinen. "Das wirtschaftliche Risiko ist überschaubar, der größte Unsicherheitsfaktor sind die Vergütungen, über die die kassenärztlichen Vereinigungen immer wieder neu entscheiden."

 

Der Geschäftsführer begründete in diesem Zusammenhang erneut die 25-Millionen-Euro-Investition in den mehrgeschossigen, Medicum genannten Anbau ans Klinikum. Das Projekt wird komplett aus eigener Kraft verwirklicht, weil es in Thüringen für ambulante Einrichtungen keine Fördermittel gibt. Im Medicum werden vor allem die Praxen des eigenen Medizinischen Versorgungszentrums untergebracht.

 

Bisher, so Blase, konzentrierte man sich dabei auf fachärztliche Praxen - Neurologie, Gefäßmedizin, Kinder- und Jugendmedizin, Frauenheilkunde und ambulante OP, Hämatologie und Onkologie. Viele hier eingesetzte Ärzte arbeiten zugleich in den benachbarten Kliniken. So hat gerade Dr. Peter Bergmann, leitender Oberarzt der Klinik für Kardiologie, eine zusätzliche Praxis im MVZ eröffnet und damit das bisherige Prinzip bestätigt, dass es vor allem die technik-intensiven Disziplinen sind, die von dieser räumlichen Nähe fachlich profitieren.

 

Nun gebe es "zum Teil ein Umdenken", auch hausärztliche Praxen sollen künftig ins MVZ integriert werden, wie der Klinikum-Chef ankündigte. "Wir nehmen den großen Bedarf ja selbst über unsere Patienten wahr. Die Region kann weitere Schließungen von hausärztlichen Praxen nicht verkraften und als kommunales Unternehmen stehen wir hier auch in der Pflicht", so Lutz Blase.

 

Zudem seien glücklicherweise die Zulassungsbedingungen für MVZ-Hausarztpraxen besser geworden, sie sind jetzt auch außerhalb des eigenen Standortes möglich. Gerade wurde eine Praxis in Gößnitz eröffnet (OVZ berichtete), und zum 1. Juli wird in Altenburg die Hausarztpraxis von Dr. Uwe Kühn übernommen, kündigte Blase an. Obwohl private Kliniken aus Gera und Borna gerade in Altenburg diesen Konkurrenzkampf um die Hausarzt-Patienten früher eröffneten, meinte Blase auf Nachfrage, alles in allem "liegen wir vorn."

 

Als nächstes sollen Zentrallabor und Apotheke ins Medicum umziehen, parallel je nach Fertigstellung der einzelnen Etagen auch die Praxen des MVZ. Den Abschluss wird, voraussichtlich Anfang 2103, die Rehabilitationseinrichtung im Dachgeschoss machen.

Günter Neumann

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Von Redakteur Gabriele Neumann

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