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Altenburg Tierpräparatorin Lydia Mäder sorgt für Spannung im Mauritianum
Region Altenburg Tierpräparatorin Lydia Mäder sorgt für Spannung im Mauritianum
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14:26 04.11.2018
Tierpräparatorin Lydia Mäder zeigte im Altenburger Mauritianum ihre Künste. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

„Oh“, „Ah“, aber auch das ein oder andere „Iiih“ waren am Sonntag aus dem ersten Stock des Mauritianums zu hören. Immerhin zehn Kinder waren gemeinsam mit ihren Eltern ins Naturkundemuseum gekommen, um Tierpräparatorin Lydia Mäder aus Frohburg bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Die Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Naturkunde für Kinder“, da waren sich alle einig, war spannend, lehrreich, unterhaltsam – und mitunter auch ein wenig eklig.

Einblicke, die sonst verborgen bleiben

Denn bis der ausgewählte Rosenbrustbartsittich in voller Pracht auf seinem Ast Platz nehmen konnte, waren einige Arbeitsschritte nötig. Bereits vor ihrem Besuch in Altenburg hatte Mäder Fleisch, Fett und Blut aus dem Tierkörper entfernt. „Alles, was irgendwie für Insekten interessant sein kann, muss raus“, erläuterte sie den gespannt lauschenden Kindern. Gearbeitet wurde dann nur noch mit Haut, Federkleid und dem Schädel des Vogels.

Der im Übrigen – wie viele von Mäders Arbeitsobjekten – eine interessante Geschichte zu erzählen hatte. „Er hat hier einen kleinen Huckel auf dem Schädel“, erklärte sie den jungen Gästen. „Vielleicht ist er gegen eine Scheibe geflogen oder von einem Artgenossen angegriffen worden“, so ihre Vermutung. „So etwas sieht oft nur der Präparator.“

Mit einer Präsentation ihrer Arbeit sorgte Tierpräparatorin Lydia Mäder aus Frohburg für staunende Kinderaugen im Altenburger Naturkundemuseum Mauritianum.

Präparator braucht Tricks und Kniffe

Und ein solcher brauche auch so manchen Trick, damit das bestmögliche Ergebnis zu erzielen sei. Mäder selbst arbeitet viel mit Draht, um Knochen und Gelenke nachzubilden, der Kopf des Vogels wurde wiederum mit einem Zweikomponentenspachtel aus der Autoindustrie verfüllt, um größtmögliche Stabilität zu erhalten.

Je nach Größe des Tieres falle die Arbeit anders aus, erläuterte sie. „Bei kleinen Tieren wird vieles mit der Pinzette gemacht, bei großen ist der verwendete Draht teils fingerdick, da braucht man dann richtig Kraft.“ Mäder spricht aus Erfahrung: Vom Känguru über Füchse, Waschbären und Eichhörnchen bis zum Nektarvogel gingen schon jede Menge Tiere über ihren Tisch.

Gut zwei Stunden war Lydia Mäder am Ende beschäftigt, bis der farbenfrohe Vogel fest auf seinem Podest verankert war. Ein Aufwand, der sich gelohnt hatte. Besonders für die kleinen Gäste, die mit strahlenden Augen den Heimweg antraten.

Von Bastian Fischer

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