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Altenburg Tierschützer sind noch lange nicht am Ziel
Region Altenburg Tierschützer sind noch lange nicht am Ziel
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21:02 09.04.2012
Altenburg

Von Jörg Wolf

"Aus den Kinderschuhen ist unser Verein trotz der relativ kurzen Zeit, die seit der Gründung vergangen ist, bereits herausgewachsen", schätzte Andrea Rücker ein. "Von den derzeit 15 Vereinsmitgliedern wurde eine sehr engagierte und erfolgreiche Arbeit geleistet, deren Ergebnisse auch sichtbar sind", sagte sie.

Voran das Areal des Großen Teiches: Dieser, bei den Altenburgern sowie Besuchern der Stadt beliebte Ort der Erholung, war vor gut zwei Jahren der Auslöser für die Vereinsgründung. "Als 2009 zahlreiche Enten sowie das Schwanenpärchen nebst sieben Jungen auf dem Teich qualvoll verendeten und Untersuchungen als Ursache die gefährliche Botulismuskrankheit zutage förderten, war klar, dass wir handeln mussten", erinnerte sich Rücker, die damals auch die Gründung des Vereines forcierte und dafür Gleichgesinnte um sich scharte.

Und binnen vergleichsweise kurzer Zeit wurde in punkto Großer Teich bemerkenswert viel erreicht: Die erst elf Gründungsmitglieder organisierten Frühjahrsputzaktionen auf dem Areal und starteten eine Aufklärungsaktion über die Gefahren, die durch das wilde Füttern der Wasservögel mit Brot entstehen. Denn das herabsinkende Futter ist ideale Nahrung für die gefährlichen Botulismuskeime. Ein aus privater Tasche bezahlter Futterautomat mit Spezialnahrung für die Vögel bot idealen Ersatz dafür. Gleichzeitig konnten Sponsoren gewonnen werden, die die Aufstellung von Informationstafeln unterstützten. "Und die Stadt wurde rund um den Teich aktiver. Drei Sauerstoffpumpen für den Teich wurden angeschafft und auch andere Unterstützer machten sich um das Areal verdient. Was sicher auch unserer Aufklärungsarbeit geschuldet war", bilanzierte Rücker.

Die Verhältnisse in und rund um den Großen Teich haben sich nachhaltig verbessert. Ein Vogelsterben wie 2009 wiederholte sich nicht. "Aber am Ziel sind wir noch lange nicht. Das beweist der viele Unrat und Hundekot, der bei unserem jüngsten Frühjahrsputz eingesammelt werden musste", sagte Rücker.

Keineswegs haben sich die Tierschützer des Vereines - die sich in keiner Weise als Konkurrenz zum Tierschutzverein Altenburg und Umgebung, sondern als eine Ergänzung sehen - mit ihren Aktivitäten nur auf das Teichareal konzentriert. "Für uns sind sämtliche Themen rund um den Tierschutz relevant. Deshalb sind wir ja auch im gesamten Landkreis in Sachen Tierschutz unterwegs und gehen gegen Fälle von aufgedeckter Tierquälerei vor", hob Andrea Rücker hervor. So waren es später in dem Verein organisierte Tierschützer, die Missstände auf dem alljährlich in Altenburg stattfindenden Taubenmarkt anprangerten. Wegen nachfolgender hoher Auflagen des Veterinäramtes war der Traditionsmarkt 2009 abgesagt worden.

"Aber schon 2010 setzten sich Behörden, Tierschützer und Taubenzüchter auf Augenhöhe an einen Tisch und fanden einen gemeinsamen Weg, den Markt weiter ausrichten zu können", freute sich Rücker über die Kooperationsbereitschaft. Und auch im Altenburger Land seien Vereinsmitglieder mehrfach tätig geworden, wenn es galt, Tiere aus unwürdigen Verhältnissen zu befreien. "Wir haben schon viel erreicht, aber noch viel liegt unerledigt vor uns", meinte die Vorsitzende.

Einstimmig wurde Andrea Rücker als Vorsitzende des Vereines wiedergewählt. Die 66-jährige Altenburgerin ist die Begründerin des Vereines. Die gelernte Floristin ist zudem Gründungsmitglied des Tierschutzvereins Altenburg und Umgebung, in dessen Vorstand sie viele Jahre mitwirkte und dem sie nach wie vor als Mitglied angehört.

Für die nächsten zwei Jahre sieht die Tierschützerin es als Hauptaufgabe, ihren Verein noch bekannter zu machen und sich weiterhin für das Areal um den Großen Teich zu engagieren. jw

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