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Tierschützer verärgert mit drei Pferden Kriebitzscher Einwohner

Ämter schreiten ein Tierschützer verärgert mit drei Pferden Kriebitzscher Einwohner

Pferde sind an sich prächtige Tiere und bereichern, so es sie noch gibt, das dörfliche Bild. In Kriebitzsch stören sie allerdings den Frieden. Konkret tun dies drei Stuten, die der Tierschützer Christian Klemm auf einem etwa 2000 Quadratmeter großem Grundstück hinter Wohnhäusern entlang der Bundesstraße hält.

Christian Klemm mit einer seiner drei Stuten auf dem Gelände in Kriebitzsch.

Quelle: Jens Rosenkranz

Kriebitzsch. Pferde sind an sich prächtige Tiere und bereichern, so es sie noch gibt, das dörfliche Bild. In Kriebitzsch stören sie allerdings den Frieden. Konkret tun dies drei Stuten, die der Tierschützer Christian Klemm auf einem etwa 2000 Quadratmeter großem Grundstück hinter Wohnhäusern entlang der Bundesstraße hält. Eine Lewitzer Scheck-Stute ist schon 26 Jahre alt, eine Friesenstute stand lange Zeit in einer dunklen Garage, aus der sie Klemm befreite. Sein Ziel ist, die Tiere vor dem Schlächter zu bewahren. Etwa ein Jahr stehen die Pferde nun auf der mittlerweile graslosen und niedergetrampelten Koppel. Nur auf einem abgetrennten Teil wächst noch Grün. Der angefallene Pferdekot türmt sich bereits zu einem mehrere Tonnen schweren, stinkenden Haufen, was den Anwohnern kräftig in die Nase fährt. Besonders jetzt, wo es wieder wärmer wird und der Mist bereits seit Herbst nicht abtransportiert wurde.

Bürgermeister Bernd Burkhardt (Linke) kennt die zahlreichen mündlichen und schriftlichen Beschwerden schon lange. Er hat Angst, dass seine Bürger dort wegziehen. Tiere gehörten gewiss ins Dorf, aber Pferde eben nicht dorthin, meint er. „Die Anwohner haben die Nase voll. So geht das nicht“.

Auf dem Gelände gibt es für die Tiere nur einen etwa zwei mal sechs Meter großen Unterstand. Da die Pferde auch im Winter sowie Tag und Nacht dort stehen, hatten Anwohner das Veterinäramt informiert, weil sie das Tierwohl gefährdet sahen. Der Besitzer kümmere sich wenig um die wenig gepflegt wirkenden Vierbeiner und die Anlage, hieß es.

Klemm sieht dies völlig anders. Dass Pferde auch im Winter auf der Koppel stünden, entspräche ihrem Naturell und daher auch einer artgerechten Haltung. Den Vierbeinern gehe es gut, sei würden ständig mit Futter und Wasser versorgt und bei Frost mit einer Decke gewärmt, sagte er der OVZ. Der Tierschützer kümmert sich an weiteren Standorten der Umgebung noch um andere Pferde, Ponys, Esel und Hängebauchschweine, die unter anderem vom Tierheim in Zeitz stammen. Er plant die Gründung eines Vereins, um sein Engagement auszuweiten.

Zumindest bei der Stuten-Koppel in Kriebitzsch gibt es allerdings Probleme. So fordert das Veterinäramt des Kreises für die ganzjährige Unterbringung der Tiere den Bau eines drei mal neun Meter großen Unterstandes, der im Gegensatz zum jetzigen Gestell auch an den Seiten geschlossen sein muss. Nur wird Klemm für einen solchen Bau keine Genehmigung erhalten. Das wurde kürzlich bei einem Treffen vor Ort deutlich, an dem neben Besitzer und Bürgermeister auch ein Vertreter der Bauordnungsbehörde des Landratsamtes teilnahm. Dieser machte deutlich, dass sich die Koppel im Außenbereich befindet und in diesem ein solcher Unterstand nicht errichtet werden dürfe. Eine Ausnahme sei, falls Klemm hauptberuflich Landwirt wäre. Nur das sei er nicht. Nun muss Klemm, weil er dafür keine Genehmigung hat, seinen kleinen Unterstand abbauen, darf aber keinen neuen errichten, obwohl eben diesen das Veterinäramt fordert.

Um diese völlig verfahrene Lage etwas zu entspannen, bemüht sich Bürgermeister Burkhardt zunächst darum, dass bis zum 24. Mai zumindest der Pferdemist entsorgt wird. Obwohl Klemm per Kleinanzeigen diesen kostenlos angeboten hat, scheint sich für den wertvollen Dung niemand zu interessieren. Burkhardt will sich außerdem um ein anderes, geeigneteres Grundstück kümmern. Ob sich freilich eines findet, könne er nicht versprechen. Ziel sei, dass die Pferde bis Ende Juni dort verschwinden. Doch auch danach würde der Tierschützer seine Vierbeiner dort stehen lassen. Das gilt auch für den verbotenen Unterstand. Dafür würde er notfalls sogar ein Ordnungsgeld riskieren: „Das wichtigste ist, dass es meinen Tieren gut geht.“

Von Jens Rosenkranz

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