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Tierseuche erreicht Altenburger Land - Lamm mit Schmallenberg-Virus infiziert

Tierseuche erreicht Altenburger Land - Lamm mit Schmallenberg-Virus infiziert

Das Schmallenberg-Virus ist mit hoher Wahrscheinlichkeit erstmals im Altenburger Land aufgetreten. "Es gibt einen dunkelroten Verdachtsfall", sagte der Leiter des Fachdienstes Veterinär- und Lebensmittelüberwachung im Landratsamt, Matthias Thurau, gestern auf OVZ-Nachfrage.

Altenburg. Das Schmallenberg-Virus ist mit hoher Wahrscheinlichkeit erstmals im Altenburger Land aufgetreten. "Es gibt einen dunkelroten Verdachtsfall", sagte der Leiter des Fachdienstes Veterinär- und Lebensmittelüberwachung im Landratsamt, Matthias Thurau, gestern auf OVZ-Nachfrage. "Die Probe eines neu geborenen Lamms wurde am Mittwoch für schwach positiv befunden."

 

Betroffen von der Tierseuche ist demnach ein Betrieb in der Gemeinde Saara. Das Lamm kam dort am 26. Januar mit verkrümmten und verdrehten Gliedmaßen zur Welt. Der Landwirt zeigte den Fall seinem Tierarzt an, der wiederum den Veterinärdienst informierte. Eine knappe Woche habe es danach gedauert, bis der positive Befund vorlag. Die Probe liege sich jetzt zur endgültigen Aufklärung beim Friedrich-Löffler-Institut (FLI), erklärte Thurau.

Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass die Experten des FLI, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit auf der Ostseeinsel Riems, noch zu einem anderen Befund kommen. "Wir müssen davon ausgehen, dass sich der Verdacht bestätigt. Das Altenburger Land ist eben auch keine Insel", so Thurau angesichts der bundesweit steigenden Zahl der Infektionen.

Laut aktuellen Angaben des FLI wurde die Seuche in Deutschland bislang in 280 Betrieben nachgewiesen. Thüringen ist dabei mit acht Fällen in Schafhaltungen noch glimpflich davongekommen. Laut Gesundheitsministerium sind im Freistaat außerdem Tierhaltungen in Hildburghausen, Schmalkalden-Meiningen, Jena, Nordhausen sowie im Wartburgkreis betroffen. Im Kyffhäuserkreis wurde bereits zu Wochenbeginn der erste Fall bestätigt. Am schwersten wütet die Seuche in Nordrhein-Westfalen (161 Betriebe) und Niedersachsen (43).

Von einer weiteren Ausbreitung des Virus zu sprechen, ist jedoch irreführend. Experten gehen davon aus, dass sich die Muttertiere der missgebildeten Neugeborenen bereits im Sommer vergangenen Jahres infiziert haben. Für diese These spricht auch die Tatsache, dass die Seuche von Mücken übertragen wird - und diese sind um diese Jahreszeit bekanntlich kaum unterwegs. "Wir spüren jetzt lediglich die Folgen", erklärte Fachdienstleiter Thurau. Da die Lammzeit gerade erst begonnen habe, werde der jetzige Fall "sicher nicht der letzte" sein.

Tierhalter können ihre Schafe, Ziegen und Rinder vor dem Virus nicht schützen. "Wir können nur raten, aufmerksam zu bleiben und uns bei Verdacht zu informieren", sagte Thurau. Den jetzt betroffenen Betrieb in Saara treffe keine Schuld. Thurau: "Es handelt sich um einen sehr ordentlich geführten Kleinstbetrieb. Wenn jeder im Kreis seine Tiere so halten würde, hätten wir mit Seuchen keine Probleme."

Der Kreisbauernverband (KBV) zeigte sich gestern überrascht. "Davon wissen wir nichts", sagte KBV-Chef Berndt Apel angesprochen auf den Fall in Saara. Jörg Nitzsche, Vize-Vorsitzender, kündigte an, dass sich der KBV Montag mit dem Thema befassen und nach Rücksprache mit dem Landratsamt zu einer Bewertung kommen wolle.

Der neue Erreger trat erstmals im Sommer 2011 in Schmallenberg im Sauerland auf. Daher hat er auch seinen Namen. Bei erwachsenen Tieren äußert sich die Infektion durch Fieber. Bei Rindern ist ein starker Rückgang der Milchproduktion zu beobachten.

Schutz vor dem Virus würde übrigens einzig ein Impfstoff bieten. Die Forscher des FLI arbeiten derzeit daran. Von dem Virus geht nach Meinung aller Experten bisher keine Gefahr für den Menschen aus.

Alexander Laboda

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