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Altenburg Tödliche Krankheit: Lödla sagt Kaninchenausstellung ab
Region Altenburg Tödliche Krankheit: Lödla sagt Kaninchenausstellung ab
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17:36 11.08.2016
Zuschauermagnet Kaninchenausstellung. Die in Rödigen am Sonnabend musste abgesagt werden. Quelle: Archiv
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Lödla/Altenburg

Wer sich am Wochenende auf die Kaninchenausstellung in Rödigen gefreut hat, der muss enttäuscht werden. Wie die Veranstalter informieren, musste die Schau kurzfristig abgesagt werden. Grund dafür ist eine Kaninchenkrankheit, die umgangssprachlich als Chinaseuche bezeichnet wird und seit etwa zwei Wochen im Kreis grassiert.

Seit Freitag vergangene Woche hat Kay Frille rund 40 Tiere verloren, erzählt der Vorsitzende des Kreisverbandes der Kaninchenzüchter. Zwar gibt es die hochansteckende Seuche, die durch den Rabbit-Haemorrhagic-Disease-Virus (RHD-Virus) ausgelöst wird, bereits seit 1988 hierzulande. Bis jetzt konnten sich die Kaninchenzüchter aber auf einen wirksamen Impfschutz verlassen. Doch vor etwa zwei Jahren tauchte eine resistente Mutation des Virus auf. Die hiesigen Züchter erfuhren, dass in Frankreich der RHD2-Virus zu hohen Verlusten führte. „Aber wir hätten nicht gedacht, dass die Krankheit so schnell bei uns ist.“

Frille hat zwar noch nicht den gesamten Überblick über den Kreis, weiß aber, dass Züchter in Gerstenberg, Rositz und Lödla betroffen sind. Deshalb hat sein Bruder Bernd Frille als Vorsitzender des Kaninchenzüchtervereins T 141 Lödla die geplante Ausstellung am Sonnabend abgesagt. „Aber das Kinderfest wird wie geplant und angekündigt stattfinden“, betont er. Auch für Züchter lohne sich der Besuch, weil Fachsimpeleien und Züchtergespräche auch ohne Tierschau stattfinden werden, so der Vereinschef weiter.

Gesprächsstoff sollte es vor den Hintergrund der ausgebrochenen Tierseuche ja genug geben. Obgleich die Züchter dem RHD2-Virus derzeit komplett hilflos ausgesetzt sind. „Machen kann man nichts dagegen, nur gegen RHD1 impfen und hoffen“, meint Jörg Benson, Chef der Rositzer Kaninchenzüchter. In seinem Verein halten sich noch die Verluste in Grenzen. Insgesamt fast 400 Mümmelmänner halten die Züchter des T 157. Bis jetzt habe das Virus aber nur einen Zuchtfreund in Rautenberg heimgesucht. Ausgebrochen ist die Seuche nun ebenfalls in Gerstenberg und Primmelwitz. „Das Kuriose ist, beispielsweise ein Betroffener ist der direkte Nachbar eines anderen Vereinsmitgliedes, der aber keine Verluste zu beklagen hat“, berichtet Andreas Großmann, Vorsitzender des Kaninchenzüchtervereins T 5 Gerstenberg.

Bis zu 80 Prozent des Bestandes können eingehen, wenn die Seuche ausbricht. Und es geht schnell. Oft fressen die Tiere noch am Abend, liegen jedoch am nächsten Morgen tot im Stall. Für den Menschen ist das RHD-Virus aber unbedenklich, erklärt Grit Thurau. Wie die Mitarbeiterin des Veterinäramtes weiter informiert, handelt es sich nicht um eine meldepflichtige Tierseuche, weshalb im Landratsamt keine Daten über das Ausmaß vorliegen.

Dennoch besteht seit Jahren eine Impfpflicht gegen RHD1 für Tiere, die auf Ausstellungen gezeigt werden. „Und das kontrollieren wir auch.“ Momentan gibt es aber keinen wirksamen und zugelassenen Impfschutz gegen die mutierte Variante. Wenn sich die Seuche weiter ausbreitet, dann würde ihr Amt Ausstellungen verbieten, kündigt Thurau an.

Von Jörg Reuter

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