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Altenburg Top oder Flop: Seit 30 Jahren Versuche mit Weizen und Raps in Mockzig
Region Altenburg Top oder Flop: Seit 30 Jahren Versuche mit Weizen und Raps in Mockzig
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20:45 23.07.2012
Was hier dem Namen "Atomic" nach gefährlich klingt, ist es keineswegs. Daher präsentiert Reiner Hecht die neue Weizensorte auch mit stolz in Mockzig. Quelle: Monique Pucher

Von Monique Pucher

Akkurat stehen Julius, Florian und Philipp nebeneinander, nicht besonders hoch gewachsen, "doch genau das ist das Ziel der Neuzüchtungen", erklärt Reiner Hecht, ehemaliger Geschäftsführer des Mockziger Landwirtschaftsbetriebes, der sich auch im Ruhestand noch immer um die Versuchsfelder kümmert. Diese und weitere 20 Weizensorten, wie die etwas etablierteren Chevalier und Arktis oder die ganz neuen Züchtungen namens Norin und Atomic. Von Letzterer verspricht sich Reiner Hecht besonders viel. "Atomic wurde erst letztes Jahr zugelassen und ist eine kleine Sahne unter den Weizensorten. Sie ist sehr standfest, und aus den 305 gesäten Körnern pro Quadratmeter sind 574 Ähren entstanden", verrät Hecht, der sich schon fast 30 Jahre mit Weizenversuchen beschäftigt. Doch nicht alle Typen setzen sich schlussendlich auf dem Markt durch, schließlich gibt es bereits mehr als 40 verschiedene. "Deshalb testen wir hier, um herauszufinden, welche Sorten hinsichtlich Ertrag, Wetterbeständigkeit, aber auch Proteingehalt die besten Eigenschaften aufzeigen."

Die Versuchsfelder werden bereits im Oktober gedrillt. In den darauffolgenden Monaten holt Reiner Hecht regelmäßig Werte ein, über die Anzahl der Ähren, die Winterfestigkeit und die Wuchshöhe. Nach der Ernte im August werden die Proben ins Labor geschickt, um eine endgültige Auflistung aller Eigenschaften des Weizens zu bekommen. "Diese Informationen erhalten dann die Landwirte, die beim Weizenfeldtag dabei waren, und sie können sich entscheiden, ob sie auf ihren eigenen Feldern vielleicht eine neue Sorte anbauen wollen", so Hecht.

Auftraggeber dieser Versuche ist die Gemeinschaft Thüringer Qualitätsgetreide und Ölsaaten. Im gesamten Freistaat gibt es fünf Felder, die Weizen testen, "doch die Ergebnisse sind aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen der Böden und des Wetters nicht miteinander zu vergleichen", erklärt der Fachmann. Deshalb werden auch nur jene Sorten getestet, die im weiteren Umkreis vom Altenburger Land angebaut werden können. "In Mecklenburg beispielsweise ist der Boden viel sandiger, die können mit unseren Ergebnissen nichts anfangen."

Bisher verlief das Testjahr reibungslos, alle Weizen- und Rapsfelder haben den strengen Winter gut überstanden. Doch erst im August wird sich zeigen, welche Sorten qualitativ am besten sind und in den kommenden Jahren womöglich großflächig angebaut werden.

-Kommentar

Jedes Jahr bringen die verschiedenen Zuchthäuser in Deutschland neue Weizensorten auf den Markt. Grund dafür ist, dass jede Sorte mit der Zeit an Leistungsfähigkeit verliert, weniger Ertrag bringt und folglich auch anfälliger für Krankheiten wird. Die große Anzahl der Getreidesorten lässt sich mit den unterschiedlichen Bodenbedingungen begründen.

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