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Altenburg Tor zu - eingesperrt im Inselzoo
Region Altenburg Tor zu - eingesperrt im Inselzoo
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20:36 30.01.2013
Ein kaum überwindbares Hindernis ist der Eingang zum Altenburger Inselzoo auf der schmalen Fußgängerbrücke, wenn das Tor verschlossen ist.

Doch bei wenigen Grad über null mitten im Winter ist dies eher eine ziemlich Angst machende Vorstellung.

Entsprechend muss sich die Skatstädterin gefühlt haben, die vorgestern Nachmittag mit ihrer kleinen Enkelin der auch in der kalten Jahreszeit beliebten Altenburger Freizeiteinrichtung einen Besuch abstattete - und nicht wieder herauskam.

Denn als sie sich mit einsetzender Dämmerung auf den Heimweg machen wollte, fand sie das große Eisentor auf der Brücke zum Inselzoo bereits verschlossen vor. Da war guter Rat teuer, zumal mehrere vorbeigehende Passanten selbst auf Hilfe-Rufe nicht reagierten. Auch eine Altenburgerin, die gemeinsam mit ihrer zu Besuch weilenden Tochter den Hund Gassi führte, hatte die Brücke eigentlich schon passiert, als die Tochter das Wort "Hilfe" vernahm und beide noch einmal zurückgingen.

"Ich hatte die Leute zwar auf der Brücke stehen sehen, mir aber erst nichts weiter dabei gedacht", erzählt die 70-Jährige, die darum bittet, ihren Namen nicht zu nennen, unserer Zeitung. "Als wir auf der Brücke ankamen, waren die Frau und ihre schätzungsweise vierjährige Enkelin schon ziemlich aufgelöst. Vor allem die Kleine tat mir leid. Sie hatte begriffen, dass sie eingesperrt war und weinte. Zum Glück hatte meine Tochter ihr Handy dabei und konnte die Polizei verständigen."

Dann ging alles relativ schnell. Die Geraer Einsatzzentrale, bei der am späten Nachmittag der Notruf einging, verständigte die Altenburger Kollegen und die wiederum das städtische Ordnungsreferat, bestätigte der Pressesprecher der Polizeidirektion Gera, Michael Schwenzer, der OVZ. Innerhalb der Stadtverwaltung wurde dann die dem Inselzoo am nächsten wohnende Tierpflegerin mit dem Schlüssel zum Ort des Geschehens geschickt, um die Eingeschlossenen aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

"In der Zwischenzeit haben wir versucht, die beiden zu beruhigen", so die Rentnerin - mit guten Worten und auch mit Essen und Trinken. So hatte sie zum Glück ein trockenes Brötchen in der Tasche und im nahe gelegenen Hotel holte sie etwas zu trinken. "Ich habe dort die Notsituation geschildert, und auch die Hotelangestellten zeigten Mitleid. Für die zwei kleinen Flaschen Apfelschorle musste ich allerdings trotzdem fast fünf Euro bezahlen." Doch zum Glück ging alles gut aus, nach einer halben bis dreiviertel Stunde war der Spuk vorbei.

Wie es passieren konnte, dass trotz Kontrollrundgangs Besucher im Inselzoo eingeschlossen wurden, kann sich die Stadtverwaltung nicht so recht erklären. "Unsere Mitarbeiterin ist wie jeden Tag den Zoo noch einmal abgegangen, hat aber niemanden gesehen. Deshalb verschloss sie 16.15 Uhr das Tor", so Pressesprecher Christian Bettels. "Sie können sich sicher vorstellen, wie leid der Kollegin das Ganze tut." Als Konsequenz aus dem Vorfall soll jetzt am Holzgebäude ausgangs des Inselzoos eine Handy-Nummer für den Notfall angebracht werden.

Das ist auch ganz im Sinn der Retterin. "Es müssen Vorkehrungen getroffen werden, damit so etwas nicht wieder passiert", meint sie.

Der vorgestern Eingeschlossenen hätte dies freilich nichts genutzt, denn sie hatte kein Handy dabei. Allerdings wird sie vermutlich so schnell nicht wieder vergessen, dass der Inselzoo in der kalten Jahreszeit bereits um 16 Uhr schließt. Erst in den lauen Sommermonaten lädt er dann wieder länger ein - aber auch nur bis 18 Uhr.

Ellen Paul

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