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Tourismus im Aufwind

Tourismus im Aufwind

Der Tourismus-Sektor im Altenburger Land hat im ersten Halbjahr 2012 deutlich Auftrieb bekommen. Laut Thüringer Landesamt für Statistik verzeichnete der Kreis von Januar bis Juni 28 732 Besucher.

Altenburg. Von Thomas Haegeler

Daneben stieg auch die Bettenauslastung im Altenburger Land. Laut Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostthüringen war in den ersten sechs Monaten des Jahres knapp ein Drittel (31,3 Prozent) der 1263 Betten im Kreis belegt. Im Vergleichszeitraum 2011 waren es nur 27,4 Prozent. "Die Zimmerauslastung ist noch wesentlich höher, da die meisten Hotels viele Doppel- als Einzelzimmer vermieten", sagt die IHK-Vize-Präsidentin und Geschäftsführerin der Altenburger Tourismus-Information (ATI), Christine Büring. Auch die Aufenthaltsdauer im Kreis habe sich von 2,1 auf 2,4 Tage verlängert, was für die vom Städteziel Altenburg dominierte Region typisch sei, erläutert sie.

Doch damit nicht genug. Da Urlaub im Altenburger Land auch oft in Ferienwohnungen gemacht wird, diese in der Statistik aber nicht auftauchen, weil sie nur Betriebe ab neun Betten einbezieht, rechnet Büring mit noch höheren Zuwächsen. "Auch der sehr erfolgreiche Campingplatz Pahna ist nicht in den Zahlen abgebildet, sodass bis Ende des Jahres noch einmal mindestens 30 000 Übernachtungen hinzukommen", sagt die Tourismuschefin und freut sich über den positiven Trend, der sich bereits im Vorjahr abzeichnete, als das Altenburger Land mit 10,2 Prozent mehr Übernachtungen ebenfalls weit über dem Thüringer Durchschnitt punktete.

Flexibilität und Service

Das Wachstum ist aber nicht allein durch das Trachtenfest im Juni zu erklären. Denn da verzeichnete der Kreis nur gut 300 Gäste und knapp 2600 Übernachtungen mehr als im Juni des Vorjahres. "Die internationale Messe Travel 2011 hat uns sicherlich unter den Reiseveranstaltern besser etabliert", erklärt Expertin Büring. Diese hätten vorher eher mittelthüringische Ziele gekannt. "Gleichzeitig arbeiten die Hotels direkt mit ihren Partnern, die sie regelmäßig anschreiben, antelefonieren oder gar besuchen."

So reist Roland Mielisch vom Hotel Am Roßplan regelmäßig nach Belgien und in die Niederlande. Dietrich Wieland vom Altenburger Hof lädt in die Skatstadt ein. Dieser Tage begrüßt er etwa 180 Busunternehmer und Vereinschefs, die sich vor Ort informieren. "Am wichtigsten sind Servicequalität und eine hohe Gästezufriedenheit, damit aus Kunden Partner werden", sagt Bernd Adam vom Hotel Reussischer Hof in Schmölln, der mit Stammgästen erfolgreich ist.

Wieland, der sich - wie auch seine Kollegen vom Parkhotel und Hotel Astor - seit der Wende vor allem auf Busgruppen und Seminare spezialisiert hatte, stellte seinen Betrieb grundlegend um und vertreibt seine individuellen Pauschalangebote über Online-Portale und Discount-Märkte. Der Hotelchef sei sich mit Belegungsraten von über 70 Prozent sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. Inzwischen seien fast alle Anbieter online über Hotelportale buchbar, so Büring. "Das war seit 2004 ein langer Weg, zahlt sich nun aber aus. Je flexibler man ist, desto mehr Übernachtungen lassen sich generieren."

Vielfalt und Individualität

"Grundsätzlich hat sich das Geschäft im Städtetourismus gewandelt", erklärt Büring. "Aus großen Gruppen mit niedrigpreisigen Pauschalen werden immer mehr kleine und kleinste Gruppe, die sich aus einem Baukasten ihre Reise zusammensetzen wollen." Dafür stellen sie und ihre ATI-Kolleginnen über 100 regionale Angebote zusammen und bieten sie einzeln oder als Pakete an.

"Dabei hat sich das Image weg von der Skatkiste, die nur noch der Aufhänger ist, hin zu einer Verbindung aus Kultur, Genuss, Geschichte und Umland gewandelt", meint die ATI-Chefin. So gebe es seit diesem Jahr an sechs Tagen der Woche öffentliche Stadtführungen in Altenburg, daneben kulinarische Rundgänge mit Senf-, Bier-, Wein- und Likörverkostung, Museumsführungen und Theaterbesuchen. "Das kann man alles durch die unvergleichbare Lage auch mit Radtouren verbinden. Das Image des Kleinen und Übersichtlichen, das auf kurzen Wegen viel zu bieten hat, soll künftig noch mehr in den Vordergrund treten."

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