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Altenburg Touristenzufahrt bei Fockendorf bleibt auf der Strecke
Region Altenburg Touristenzufahrt bei Fockendorf bleibt auf der Strecke
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19:00 22.09.2017
Der Asphalt ist aufgerissen: Die Kreisstraße zwischen Fockendorf und Pahna wurde in den vergangenen Jahren nur notdürftig geflickt. Quelle: Foto: Mario Jahn
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Fockendorf

Über die Kreisstraße 227, die Fockendorf mit Pahna verbindet, kann Bürgermeister Karsten Jähnig (FWW) schon seit geraumer Zeit nur noch den Kopf schütteln. Bereits seit Jahren ziehen sich notwendige Investitionen in die mittlerweile zur Buckelpiste verkommenen Trasse hin, muss die Maßnahme stetig weiter verschoben werden – zum Leidwesen des Ortsvorstehers und der Bürger.

Daran wird sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern, wie Jähnig sichtlich erregt mitteilt. „Der Förderantrag ist vom Land schon wieder abgelehnt worden.“ Eine Entscheidung, die bei ihm nur noch auf Unverständnis stößt. „Das Land hat Steuereinnahmen in Millionenhöhe – und hier kommt nichts an“, kritisiert er. Dabei sei die Straße nicht zuletzt für den Tourismus relevant, dient sie doch als Verbindung zu dem mit rund 45 000 jährlichen Übernachtungen sehr gut ausgelasteten Seecampingplatz in Pahna. „Dieser Zustand ist auch wirtschaftsschädigend“, verdeutlicht Jähnig den Ernst der Lage.

Anfrage beim zuständigen Straßenbauamt Ostthüringen: Wo liegt das Problem? Das Geld reiche einfach nicht aus, so die Begründung der Behörde. Knappe
25 Millionen Euro Bedarfsanmeldungen für Straßenbaustellen seien im Bereich Ostthüringen registriert worden, „es stehen aber nur 2,4 Millionen Euro zur Verfügung“. In Folge dessen seien mehr als 40 Absagen an Fördermaßnahmen im Osten des Freistaats ergangen. Mit einem Start der gut 2,2 Millionen Euro teuren, auf fünf Teilabschnitte verteilten Maßnahme bei Fockendorf könne frühestens 2019 gerechnet werden – sofern die benötigten Fördermittel im nächsten Anlauf bewilligt werden.

Eine Absage, die gerade angesichts des Zustands der Kreisstraße erstaunt. Denn der ist ziemlich schlecht. So wird die Trasse laut einer Zustandsanalyse aus dem Jahr 2011 mit einer Note von 4,5 von 5 gewertet – was einer beinahe nicht mehr ausreichenden Verfassung entspricht. Die Verkehrssicherheit, die auch im Landkreis oberste Priorität bei Straßenbaumaßnahmen genießt, konnte bisher „mittels Flickung“ gewährleistet werden, heißt es schriftlich auf OVZ-Anfrage aus dem Landratsamt.

Darüber hinaus wurden Gelder für andere Maßnahmen bewilligt. So kann die gegenwärtig laufende Maßnahme mit den Gemeindewerken Oberes Sprottetal und der Gemeinde Nöbdenitz bis zum Anschluss der Überführung der A4 ebenso weitergeführt werden wie die Arbeiten zur Ertüchtigung an der K 86 in Rositz und der Neubau der Eisenbahnüberführung und die Verlegung der K 206 in Ehrenberg.

Auch für Landrätin Michaele Sojka (Linke) ist die Situation in Fockendorf nach wie vor ein Thema. Zwar wollte sich die Kreischefin nicht direkt zu möglichen Imageschäden für den Tourismus der Region äußern, außer Frage stünde jedoch, dass es sich um eine „unbefriedigende Situation“ handele. Sie werde das Thema bei einem persönlichen Termin mit Staatssekretär Klaus Sühl ansprechen, kündigte sie an.

Von Bastian Fischer

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