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Altenburg Tracht symbolisiert Verbundenheit mit der Heimat
Region Altenburg Tracht symbolisiert Verbundenheit mit der Heimat
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12:24 06.10.2018
Beim Tag der Altenburger ist Gothas OB Knut Kreuch (l.) als Chef des Landestrachtenverbandes und Deutschen Trachtenverbandes mit dabei. Kräftig die Werbetrommel für dieses Highlight gerührt haben im Vorfeld auch Marche Carolin Walther und Malcher Danilo Schulz vom Heimatverein Ponitz. Quelle: Jacob Schröter
Altenburg

Knut Kreuch ist nicht nur seit 2006 Oberbürgermeister von Gotha. Der 51-Jährige ist auch ein bekennender Trachtenfan und Präsident des Deutschen Trachtenverbandes sowie des Thüringer Landestrachtenverbandes. Die OVZ sprach mit ihm über die Bedeutung einer Tracht in der Gegenwart, was ein Träger mit diesem Outfit assoziiert, die Verbindungen zwischen Altenburg und Gotha und was er sich vom Tag der Altenburger erhofft.

Sie tragen Dreispitz, Janker und Kniebundhosen. Was ist das für eine Tracht?

Das ist eine typische Thüringer Burschentracht aus der Zeit um 1800. Der Dreispitz stammt aus der napoleonischen Zeit und hat um 1820 die Pelzkappen abgelöst, die man bis dahin trug.

Wie wird man Trachtler und passen die oft sachlich- trockene Kommunalpolitik und diese gelebte Tradition überhaupt zusammen?

Es braucht dafür natürlich Heimatverbundenheit und Bodenständigkeit. Und natürlich auch Stolz auf seine Herkunft. Eine Tracht selber ist ja auch das Erkennungszeichen einer Region, aus der man kommt. Und das kann man alles sehr gut mit der Politik verbinden. Ich sage immer, es ist besser eine Tracht zu tragen, als eine zu bekommen.

Sind Trachten nicht ein längst überholtes Relikt vergangener Tage?

Sowas wurde schon vor 200 Jahren besprochen und überlegt, ob man eine Tracht nicht gegen ein moderneres Outfit ersetzten könnte. Aber immer wieder und bis heute hat sich die Tracht dann doch durchgesetzt. Weil sie eben Identität stiftet.

Wie gewinnt man junge Leute für diese Art von Traditionspflege?

Das funktioniert vor allem auf zweierlei Weise, indem man die Kinder schon in den Kindergärten und in den Schulen abholt. Bei den Kleinsten funktioniert das sehr gut beim Singen und Tanzen, bei den Größeren mit der aktiven Pflege der alten Bräuche, beispielsweise bei der Kirmes. Das ist gerade bei den Älteren eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.

Was assoziieren Sie mit einer Tracht und tragen sie die auch im Alltag?

Man demonstriert mit der Tracht seine Verbundenheit zu der Region, aus der sie stammt. Sie assoziiert in diesem Zusammenhang eine eigene Bodenständigkeit, weil man so zeigt, woher man kommt. Ich persönlich trage Tracht nur zu besonderen Anlässen oder Festen. Weil sie einerseits oft viel zu wertvoll sind, um im Alltag getragen zu werden, und andererseits auch etwas Besonderes darstellen sollen. Was aber auch schon vor rund 200 Jahren so war.

Welche Bedeutung hat das Altenburger Land für den Trachtenverband?

Das Altenburger Land ist eine Hochburg des Thüringer und des ganzen Deutschen Trachtenwesens. Weil die hiesige Bauerntracht zu den prächtigsten in ganz Deutschland zählt, was ja auch mehrfach dokumentiert wurde. Sie dokumentiert auch den einstigen Reichtum der hiesigen Bauernschaft. Das zeigt sich auch im Altenburger Bauernreiten, auf das ich mich schon freue. Toll, dass sowas erhalten und bewahrt wurde.

Historisch gesehen sind Altenburg und Gotha so etwas wie Geschwister. Wie eng sind die Kontakte heute noch?

Altenburg und Gotha sind die schönsten Schwestern Thüringens. Im Ernst: Die Beziehungen sind früher wie heute vielfältig. Museen und Stiftungen arbeiten heute ebenso eng zusammen, wie Vereine kooperieren. Und geschichtlich haben die scheinbar so weit voneinander entfernt liegenden Städte ja auch zahllose gemeinsame Wurzeln. Keineswegs beschränken die sich auf Herzog Emil August, der in Gotha wie in Altenburg residierte. Spuren hat beispielsweise auch Bernhard August von Lindenau in beiden Städten hinterlassen.

Was erhoffen Sie sich vom Tag der Altenburger?

Das Fest ist unglaublich sinnstiftend für die gesamte Region und schafft eben diese Identifikation. Auf keinen Fall sollte der Tag der Altenburger eine Eintagsfliege sein.

Welches Outfit wird Herr Kreuch zum Fest wählen?

Wahrscheinlich werde ich jene Amtstracht des Bürgermeisters von Wechmar tragen.

Von Jörg Wolf

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