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Altenburg Trachten und andere Traditionen beim Kreisheimatfest in Lehma
Region Altenburg Trachten und andere Traditionen beim Kreisheimatfest in Lehma
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21:39 12.04.2015
Lehma

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Gemeinsam mit weiteren zehn Kindern und drei Erwachsenen. Und das vor einhundert Leuten. Das Programm des Kultur- und Heimatvereins Ponitz begeisterte am Sonntagnachmittag auf dem 8. Kreisheimatfest in Lehma.

Das fand auf dem Vierseithof von Christian Klau statt. 2011 mit dem Thüringer Denkmalschutzpreis ausgezeichnet. Mitglieder von fünf Altenburger Vereinen trafen sich dort. Organisiert wurde das Treffen durch die Bereiche Kultur des Landkreises und der Stadtverwaltung Altenburg. Unterstützung fand es durch Kreisheimatpfleger Wido Hertzsch und den Verein Altenburger Bauernhöfe.

Das sonntägliche Arbeitstreffen begann mit einem Gottesdienst, gehalten von Superintendenten Michael Wegner. Die Musik kam vom Altenburger Posaunenchor. Auch er gehört zur Geschichte des Altenburger Landes. In diesem Jahr begeht er sein 125-jähriges Bestehen. Ende Mai ist in der Brüderkirche das Jubiläumskonzert. Zur Geschichte des Altenburger Landes gehört auch dessen Mundart. Diese in einem Gottesdienst zu hören, so etwas kommt selten vor. Gestern geschah es. Wido Hertzsch verkündigte das Evangelium über den ungläubigen Thomas auf Altenburgisch. Er übersetzte frei aus der Luther-Bibel. Es war ein wunderbarer Moment. Das Evangelium fand offene Ohren, waren doch die rund einhundert Gäste, die bei strahlendem Sonnenschein im Innenhof saßen, alle der Altenburger Mundart mächtig.

Die meisten Vereinsmitglieder erschienen zu dem Treffen in Tracht. In der Tracht eines Malchers begrüßte nach dem Gottesdienst auch Martin Burkhardt die Teilnehmer des diesjährigen Arbeitstreffens in Lehma. Als Vorsitzender des Vereins Altenburger Bauernhöfe, einer der Mitveranstalter des Kreisheimatfestes, stimmte er auf den Nachmittag ein. Und den bestimmte das junge Volk aus Ponitz.

Wie kann man Kinder begeistern, Altenburger Tracht zu tragen und in einer Mundart zu reden, die sie im Leben nie brauchen? Die Frage ging an Elisabeth Habicht. Sie ist Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins Ponitz. Eine Antwort hatte sie auch nicht. Dafür wusste sie eine Geschichte zu erzählen: "Es war vor fünf Jahren, das Kreisheimatfest fand damals in Ponitz statt, da rief mich Angela Kiesewetter-Lorenz an, sie macht auch heute noch in Altenburg die Kultur, und sie fragte mich, könnt ihr nicht ein Programm machen." So fing es an. Als Erzieherin im Kindergarten kannte Elisabeth Habicht ihre Talente. Die waren damals schon Grundschüler. Schnell waren zehn zusammen gekommen. Aus der Kindergruppe ist heute eine Jugendgruppe geworden. Die Texte für ihr Programm finden sie in der Literatur. Fritz Weber, Hans Daube und Luise Perchner sind die Favoriten. Im vergangenen Jahr hatten die Schauspiellaien 14 Auftritte. "Sogar in der Staatskanzlei in Erfurt", zeigte sich die Vereinsvorsitzende stolz. Räumte aber ein: "Uns versteht man nur im Altenburger Land." Da werden sie auch bleiben. Ihr nächster Auftritt ist zum Vogelschießen in Garbisdorf. Dann werden die Neuen, der Florian, die Emily und die Lea, nicht mehr so viel Lampenfieber haben wie in Lehma.

Zum ersten Mal wurde gestern bei einem Kreisheimatfest eine Marchen- und Malchertracht prämiert. Der Preis ging zweimal an den Förderverein des Heimatmuseums Gößnitz. Die Jury, bestehend aus Christian Klau und Elisabeth Habicht, entschied sich für Sabine Burkhardt und René Schumann, die mit ihren Kindern Marc (3) und Lotta (7) in einer Altenburger Alltagstracht erschienen, der die gesamte Familie ohne Schnörkel der Tradition verpflichtet blieb. Die 18-jährige Lisa Galfe überzeugte mit ihrem Hormt, dem ältesten und wertvollsten Teil der Altenburger Tracht.

© Kommentar

Klaus Peschel

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