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Altenburg Trainings gegen Terror und Maiszünsler am Ex-Militär-Airport
Region Altenburg Trainings gegen Terror und Maiszünsler am Ex-Militär-Airport
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09:22 08.03.2018
Frank Hartmann, Uli Barth, Michaele Sojka, Jörg Dreger und Hendrik Läbe (von links) unterzeichnen die Absichtserklärungen für die Firmenansiedlungen. Quelle: Tom Kleinfeld
Nobitz

Der eine ist auf Drohnenschulungen spezialisiert, der andere auf Sicherheitstrainings für Polizei & Co.: Zwei weitere Firmen wollen sich in Kürze am Leipzig-Altenburg-Airport in Nobitz ansiedeln. Unter den entsprechenden Absichtserklärungen ist gerade erst die Tinte getrocknet, hieß es am Mittwochabend aus dem Landratsamt.

Drohnenschulung für Landwirte und Einsatzkräfte

Firma Nummer eins ist die bei Augsburg ansässige www.lech-tec.de. Der Inhaber, Drohnenexperte Uli Barth, werde künftig Drohnenschulungen in Nobitz durchführen. „Hier geht es weder um Kinderspielzeug noch um militärische Einsatzfelder, sondern um eine große Vielfalt von heute schon rentablen Einsatzmöglichkeiten im zivilen Bereich“, so Barth. „Ein großes Segment ist die Land- und Forstwirtschaft. So werden beispielsweise spezielle Sensoren eingesetzt, die bereits vier Wochen vor dem menschlichen Auge erkennen, ob die Krone eines Baumes Krankheitssymptome zeigt. Auch ist es mit der Technologie möglich, Schlupfwespen per Drohne genau dort abzuwerfen, wo der sogenannte Maiszünsler wütet“, fährt er fort und erklärt ein weiteres landwirtschaftliches Anwendungsfeld: „Ebenfalls können Rehkitze vor heranfahrenden Mähwerken gerettet werden, weil eine mit Wärmebildkamera ausgestattete Drohne die Tiere von Weitem gut erkennt.“

Auch im Bereich der Landvermessung und dem Energiesektor gebe es Bedarf: Photovoltaikanlagen, Windräder und Hochspannungsleitungen werden mit speziellen Sensoren beflogen, die schon frühzeitig auf entstehende Schäden hinweisen. Die Feuerwehr und Polizei oder das THW würden ebenfalls von der Technologie profitieren: Sie können sich beispielsweise bei Einsätzen einen guten Überblick verschaffen, verunfallte oder gesuchte Personen rascher auch an entlegenen Orten auffinden oder verborgene Glutnester auf dem Wärmebild sehen. „Aus diesen und vielen anderen Einsatzgebieten werden wir Menschen im Umgang mit der Drohne schulen“, so Barth. Es gelte, das unbemannte Luftfahrtsystem sicher zu betreiben und entsprechende Verfahren für die Sicherheit aller Beteiligten zu trainieren.

Sicherheitstraining für Polizei & Co.

Die zweite Firma mit Ansiedlungsabsichten hat ihren Sitz in Frankfurt/Main. Die Dreger Group GmbH habe ihren Schwerpunkt im Sicherheitsbereich, fasse das Thema ganzheitlich an – angefangen von Cyber-Themen bis hin zu physischen Angriffen. Vor allem Behörden, wie etwa Streifenbeamte von Polizeidienststellen und gefährdete Unternehmen, werden von der Dreger Group fit gemacht. „Täglich hören wir von gewalttätigen Familiendramen, Überfällen, tätlichen Angriffen und Terroranschlägen. Wir üben die verschiedensten polizeilichen Lagen unter möglichst realistischen Bedingungen, nutzen hierfür modernste Technologien“, erklärt Firmenchef Jörg Dreger. „Das Gelände in Nobitz ist für das Training optimal. Wir stören niemanden, auch wenn sich mal jemand vom Hubschrauber abseilt.“ Geschossen werde nicht mit Munition oder Farbe, sondern mit Laser. Das soll die Verletzungsgefahr für die Teilnehmer verringern. Das Besondere, so Dreger, sei die Kombination aus unbemannten und bemannten fliegenden Systemen in Verbindung mit bodengebundenen Kräften, die in Nobitz üben können.

Hoteliers sollen profitieren

Landrätin Michaele Sojka (Linke) und der Nobitzer Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) setzten ebenfalls ihre Unterschriften unter die Absichtserklärungen der beiden Unternehmen. Beide äußerten sich überzeugt, dass sich die Ansiedlungen positiv auf die Übernachtungszahlen im Landkreis auswirken. „Herr Dreger und Herr Barth werden bei uns nicht nur Miete zahlen, sondern mit den Teilnehmern auch eine Nachfrage bei Hotellerie, Gastronomie und Catering generieren“, sagte Läbe.

Und Flugplatz-Geschäftsführer Frank Hartmann erwartet Auswirkungen auf die Airport-Bilanz. Jede Flugbewegung und jede Vermietung senke langfristig den Zuschussbedarf für den Flugplatz.

Von OVZ

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