Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Traumhaftes Bauernhofkonzert - nur das Wetter spielt nicht mit
Region Altenburg Traumhaftes Bauernhofkonzert - nur das Wetter spielt nicht mit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:53 15.07.2014

[gallery:600-39613193P-1]

Wieder einmal war das Gelände um das Rittergut am vergangenen Sonntag Schauplatz eines kulturell wichtigen Ereignisses, nämlich des jährlichen Bauernhofkonzertes des Altenburg-Geraer Theaters, das mit Unterstützung des Vereins Altenburger Bauernhöfe organisiert wurde.

Und obwohl die Erfahrungen der Verantwortlichen des Altenburger Musikfestivals aus den vergangenen Jahren besagen, dass im Sommer dieses wunderbare Areal nur in Verbindung mit Gewittern und Regen zu haben ist und die Wetterfrösche dies auch genau so für den Sonntag vorausgesagt hatten, pilgerten über 600 Konzert- und Theaterfreunde nach Treben. In dem weitläufigen Gelände bildeten sie eine prächtige Kulisse für Thomas Wickleins Musiker, Sänger und die vielen Techniker.

Wicklein, der als erfahrener Macher für solche Veranstaltungen prädestiniert ist, hatte ein ganz attraktives Programm zusammengestellt und sich nicht gescheut, es mit Ohrwürmern zu bestücken, die denn auch den stärksten, fast schon frenetischen Beifall erhielten. Die Barcarole aus "Hoffmanns Erzählungen", das Trompetenstück "Il silencio", "Don't Cry for me Argentina" aus Lloyd Webbers Musical "Evita" und "Oh, mein Papa" aus der Operette "Feuerwerk" schufen starke Momente in diesem Nachmittagskonzert. Ebenso zu den Höhepunkten sind die Vorgriffe auf Inszenierungen der kommenden Spielzeit wie der Walzer der Musette aus "La Boheme", die himmlische Melodie zu "Da war einst ein Traum" aus dem Musical "Jekill & Hyde", "Die letzte Rose" aus der Oper "Martha" und die Walzerfolge aus dem "Rosenkavalier" zu zählen.

Als Sängerinnen präsentierten sich Claudia Müller und Akiho Tsujii. Erstere zeigte wieder gute Interpretationen - keine Überraschung, sondern schon eine Gewohnheit, die man von ihr kennt. Die junge japanische Sopranistin Akiho Tsujii, die ab neuer Spielzeit fest ins Engagement geht, zeigte, dass sie eine gute Nachfolgerin für die scheidende Katie Bolding werden wird. Man darf, wie man so sagt, auf sie gespannt sein.

Auf Kai Wefer hingegen muss man nicht mehr gespannt sein, höchstens darauf, wie sich die Reife seiner Stimme und sein Gestaltungsvermögen fortsetzen. Nachdem seine beeindruckende Interpretation des Liedes an den Abendstern aus "Tannhäuser" zur Oskarverleihung in vieler Munde war, bestätigte er auch beim Bauernhofkonzert dieses Können. Das Auftrittslied des Ollendorf aus dem "Bettelstudent" war weit weg von billigen Operettenklamauk, und dem Lied des Javert aus "Les Miserables" gab er den Charakter einer tragischen Ballade. Bemerkenswert!

Fehlen durften Polkas der drei Strauß-Brüder - sie sind Standards in Wicklein-Programmen - ebenso wenig wie Trompeter Wolfgang Schwalm und der junge Xylophonist Johannes Kilian, die seit Jahren die Bauernhofprogramme bereichern. Der junge Musiker hatte für sich nicht die günstigste Musikauswahl getroffen. Eine Transkription vom ersten Satz des Violinkonzerts a-Moll von Bach für Xylophon kann nicht gelingen, da Bach den Orchesterpart mit Violinen voll und ganz mit dem einer Violine harmonisiert hat. Dieses Instrument einfach mit einem so ganz andersgearteten Instrument auszutauschen, führt zu einer Klangdisharmonie, die nicht auszugleichen ist.

Wolfgang Schwalm brachte mit Unterstützung des Orchesters technisch brillant und souverän in der Melodieführung den Hit "Il silencio" zu einer Interpretation, die im Augenblick nur von wenigen erreicht werden kann. Die Variationen zum Lied "Oh, mein Papa" gemeinsam mit den beiden Sängerinnen litten unter dem beginnenden Unwetter, welches das Planendach über dem Orchester mehrmals in die Luft zu heben schien und es schließlich zerriss. Die örtliche Feuerwehr leistete Hilfe und ermöglichte so dem Orchester ein Weitermusizieren, was unter den Umständen schwer genug war. Es schlug sich nicht nur tapfer, sondern musikalisch auch beachtlich. Dass die letzten Nummern des Programms wegen des Wetters nicht mehr aufführbar waren, schmälerte den großen Erfolg des Konzerts in keiner Weise. © Kommentar, Seite 13

Am Sonntag findet ein weiteres Bauernhofkonzert statt: Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera gastiert im Kulturdenkmal Eisenmühle in Elstertrebnitz. Beginn ist um 15 Uhr. Karten für zehn Euro gibt es an den Theaterkassen Altenburg (Tel. 03447 585177) und Gera (Tel. 0365 8279105) sowie an der Tageskasse.

Manfred Hainich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wer sind wir? Wo kommen wir her? Gewichtige Fragen, die sich auch die amerikanische Großfamilie Schmidt stellt. Auf der Suche nach Antworten führten sie die Spuren bis ins Altenburger Land - dorthin, wo ihre deutschen Vorfahren einst lebten.

15.07.2014

Sie haben gut lachen, die 15 jungen Leute, die sich im Altenburger Schlosshof dem Fotografen stellen. Denn sie halten nach vierjähriger berufsbegleitender Ausbildung im Altenburger Beruflichen Schulzentrum für Gewerbe und Technik "Johann Friedrich Pierer" ihre Zeugnisse als staatlich geprüfte Papiertechniker in den Händen.

14.07.2014

Nun ist der Altenburger Prinzenraub doch wieder aufgetaucht. Und nicht etwa abseits am Rande von Teehauswiesen und Schlosspark wie im vergangenen Jahr, sondern dort, wo er hingehört: im Schlosshof.

14.07.2014
Anzeige