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Trend im Altenburger Land: Immer mehr brauchen Zweit-Job

Trend im Altenburger Land: Immer mehr brauchen Zweit-Job

Immer mehr Menschen im Altenburger Land brauchen einen Zweit-Job: Mehr als 1280 Berufstätige waren 2012 auf einen Mini-Job als zusätzliche Einnahmequelle angewiesen.

Das geht aus einer Untersuchung im Auftrag der Gewerkschaften Verdi und Nahrung-Genuss-Gaststätten hervor. In Großstädten wie Leipzig ist der Trend stärker.

 

 

 

Nach der Studie des Pestel-Instituts Hannover ist die Zahl derjenigen, die neben ihrer Hauptbeschäftigung noch einen Mini-Job als Nebenerwerb haben, in den vergangenen Jahren im Altenburger Land drastisch gestiegen: "Blickt man zehn Jahre zurück, so hat es eine Zunahme von nahezu 71 Prozent gegeben", sagt Studienleiter Matthias Günther. Inzwischen verdienen sich mehr als drei Prozent der Beschäftigten im Osterland mit einem 400-Euro-Job nebenher etwas dazu.

 

"Aus der puren Lust an einer 55- oder 60-Stunden-Woche macht das jedenfalls keiner", sagt die Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Ostthüringen, Bettina Penz. Sie macht für das "Multi-Jobben" vor allem Niedriglöhne verantwortlich. Abhilfe könne nur ein einheitlicher gesetzlicher Mindestlohn schaffen. Wer heute für weniger als 8,50 Euro arbeiten müsse, habe keine Chance, von dem Verdienst leben zu können, sagt auch die Geschäftsführerin der Nahrung-Genuss-Gaststätten-Region Thüringen, Christl Semmisch.

 

Fast 38000 Thüringer müssen nach Feierabend noch bei einem zweiten Arbeitgeber als Minijobber antreten. In Sachsen sind es mehr als 68000. Seit 2003 hat sich die Zahl in beiden Bundesländern mit plus 98 Prozent nahezu verdoppelt. In den Großstädten Leipzig und Dresden fiel der Anstieg noch rasanter aus: Dresden weist eine Steigerung von 159 Prozent und Leipzig von 140 Prozent auf.

 

Im bundesweiten Vergleich glänzen Sachsen und Thüringen - wie auch die anderen Ost-Länder - aber durch auffallend niedrige Werte beim Anteil der Doppel-Jobber: Sachsen-Anhalt weist mit 3,5 Prozent aller Erwerbstätigen die geringste Quote aus, gefolgt von Sachsen (4,1) und Thüringen, das gleichauf mit Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern auf 4,2 Prozent kommt. In den alten Ländern liegt der Schnitt mit 8,4 Prozent doppelt so hoch.

 

Im Osten gebe es schlicht nicht genug Angebote, um allen, die einen Zweitjob suchen, auch eine Stelle zu geben, sagt der Studienleiter des Pestel-Intituts, Matthias Günther. Schwerpunktbranchen für die Zusatzverdiener seien vor allem Gastronomie, Einzelhandel und Sicherheitsgewerbe.

Günter Neumann

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