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Altenburg Trockenheit bringt Fockendorfer Papiermuseum in Schwierigkeiten
Region Altenburg Trockenheit bringt Fockendorfer Papiermuseum in Schwierigkeiten
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05:21 06.11.2018
Da sich das Mühlrad hinter der ehemaligen Fockendorfer Papierfabrik in diesem Jahr nur sehr selten drehte, drohen dem Verein nun Einnahmenausfälle. Quelle: Mario Jahn
Fockendorf

Landwirte, Obstbauern, Binnenschiffer, Kleingärtner: Die Liste derer, denen die diesjährige Hitzewelle und die große Trockenheit schwer zugesetzt haben, ist lang. Etwas ungewöhnlich scheint da, dass sich auch das Fockendorfer Papiermuseum in die Aufzählung einreiht. Und doch macht der ausbleibende Niederschlag inzwischen auch dem federführenden Traditionsverein Papierfabrik Fockendorf zu schaffen.

Rad stand drei Monate still

Konkret, so erklärt Vereinschef Frank Heinzig, geht es um das Mühlrad, das sich hinter dem Komplex im Mühlgraben dreht – und dabei Strom produziert, den der Verein ins Netz einspeist. „Normalerweise macht die Vergütung dafür über die Hälfte unserer jährlichen Einnahmen aus“, so Heinzig. Das Problem: Durch die Trockenheit drehte sich das Rad in diesem Jahr drei Monate nur sehr langsam und stand weitere drei Monate sogar gänzlich still.

Die Auswirkungen auf die Vereinsbilanz dürften gravierend sein, fürchten die Fockendorfer. „Im Oktober 2017 haben wir etwa 4290 Kilowattstunden eingespeist, in diesem Jahr waren es im selben Zeitraum nur 1859“, rechnet Vereinschef Heinzig vor. Ähnlich deutlich fallen die Unterschiede bei der Vergütung aus: Standen für 2017 noch immerhin rund 6900 Euro zu Buche, rechnet man fürs laufende Jahr nur noch mit 3500 bis maximal 4000 Euro. Um die Entwicklung wenigstens ein wenig abzufedern, habe er bereits die Vergütung von Oktober bis Dezember storniert, berichtet Heinzig.

Besserung frühestens 2020 erwartet

Ein nötiger Schritt, um die zu erwartende Rückforderung von Seiten der zuständigen Envia M vielleicht doch noch ein wenig einzudämmen. „Da für die Abrechnung das Vorjahresergebnis zu Grunde liegt, rechnen wir hier mit etwa 2000 Euro Verlust“, erklärt er die Situation. Entsprechend dürfte die Vergütung für 2019 um etwa die Hälfte verringert sein, frühestens 2020 wieder mit einer Nachzahlung zu Gunsten des Vereins zu rechnen sein, so Heinzigs Schätzung.

Wenig verwunderlich, dass sich die Entwicklung auch auf die Vereinsarbeit und besonders das Papiermuseum auswirkt. „Wir haben zum Oktober den Eintrittspreis um einen auf nun drei Euro erhöht", erklärt Heinzig. Ein Schritt, für den die überwiegende Mehrheit der bisher über 2000 Saison-Besucher Verständnis habe. „Viele sagen sogar, dass drei Euro eigentlich immer noch zu wenig seien.“ Daneben hätten auch externe Aktivitäten des Vereins Mittel in die Kasse gespült.

Januar-Abrechnung wird entscheidend

Trotzdem bleiben einige geplante Investitionen auf der Strecke. Zwar habe man noch neue Ausstellungsstücke und eine dringend notwendige Gas-Außenwand-Heizung für das Vereinsbüro finanzieren können. Gelder für zu ersetzende Verschleißteile der Papiermaschine oder zusätzliche Mittel für die Handschöpferei seien indes nicht mehr verfügbar gewesen.

Alle Augen, so Heinzig, richten sich nun auf die finale Abrechnung, die zum Jahresbeginn 2019 in Fockendorf erwartet wird. „Der Januar wird entscheidend. Bisher sind wir noch nie in die roten Zahlen gerutscht – und das wollen wir auch jetzt nicht erleben“, gibt er sich angesichts der Situation betont optimistisch.

Von Bastian Fischer

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