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Trommel-Workshop bringt in Altenburg Kinder und Jugendliche aus aller Welt zusammen

Integration Trommel-Workshop bringt in Altenburg Kinder und Jugendliche aus aller Welt zusammen

Großer Trubel herrscht am Donnerstag an der Altenburger Skatbank-Arena. 24 Kinder und Jugendliche betätigen sich an improvisierten Werkbänken, schleifen fleißig Kanten ab, ölen Holzflächen und fachsimpeln über die richtige Herangehensweise. Wer jetzt an Tischlerarbeiten denkt, liegt falsch. Denn die Teenager bauen keine Stühle, sondern Trommeln.

Voller Einsatz: Workshopleiter Thore Volquardsen ist beim gemeinsamen Trommeln ganz in seinem Element und feuert die Teilnehmer an.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Großer Trubel herrscht am Donnerstagnachmittag an der Altenburger Skatbank-Arena. 24 Kinder und Jugendliche betätigen sich an improvisierten Werkbänken, schleifen fleißig Kanten ab, ölen Holzflächen und fachsimpeln über die richtige Herangehensweise. Wer jetzt an Tischlerarbeiten denkt, liegt falsch. Denn die Teenager bauen keine Stühle zusammen, sondern Trommeln.

„Die Arbeit an den Instrumenten erlaubt ein einfaches Miteinander zwischen den Kindern und Jugendlichen“, erläutert Stev Kolar vom Rock’n’Folk-Verein die Hintergründe des Projekts. Gemeinsam mit der mobilen Kunstwerkstatt des Dresdner Instituts für psychosoziale Entwicklung (IPSE) bietet der Verein den Workshop bereits zum zweiten Mal an. „Der Zuspruch ist sehr groß, wir mussten in diesem Jahr sogar irgendwann einen Anmeldungsstopp verhängen“, berichtet der 35-Jährige.

Einen Grund für die große Begeisterung sieht der Vereinsvorsitzende in der Struktur des Angebots. „Wir wollen damit Kindern aus allen sozialen Schichten einen hochwertigen Ferienkurs bieten. Daher verlangen wir auch nur eine moderate Teilnahmegebühr von 20 Euro“, beschreibt Kolar den eigenen Ansatz. Generell arbeite man auch in diesem Jahr wieder möglichst kostendeckend. Finanziert wird der Workshop größtenteils aus den Einnahmen der vom Verein veranstalteten Konzerte, weitere Förderung kommt von der Stadt Altenburg, die Materialien erhält die mobile Kunstwerkstatt über einen befreundeten Tischler.

Neu ist in diesem Jahr der verstärkte integrative Ansatz, so Kolar. Insgesamt werkeln neun Flüchtlingskinder gemeinsam mit einheimischen Teilnehmern an ihren Trommeln. Die seien im Übrigen für die Integrationsförderung besonders geeignet, betont Workshopleiter Thore Volquardsen von der mobilen Kunstwerkstatt. „Einfach ausgedrückt könnte man sagen: Musik verbindet“, erklärt der 47-Jährige. „Und gerade bei Schlaginstrumenten ist die Hemmschwelle zur Teilnahme sehr niedrig angesiedelt. Mehr als Spaß und Lust am Mitmachen braucht es nicht.“ Während man bei vielen anderen Instrumenten die Kinder erst behutsam an das Gerät heranführen müsse, könne hier jeder sofort loslegen. „Auf die Trommel kann man einfach draufhauen, sofort kommt ein Ton raus“, ergänzt Stev Kolar. Und Volquardsen schiebt nach: „Dadurch können wir mit einfachsten Mitteln nationenübergreifend arbeiten.“

Das Konzept verfängt – vor allem bei den Teilnehmern. „Ich habe hier direkt Freunde gefunden“, teilt etwa die 14-jährige Tojan aus Syrien strahlend mit. Gemeinsam mit der zwölfjährigen Noran arbeitet sie mit Leidenschaft an ihrer eigenen Trommel. „Das macht riesigen Spaß, wir lernen so viele neue Dinge – gerade von den anderen Teilnehmern“, berichtet Tojan.

Einer davon ist Jakob. Der 13-Jährige hat bereits im vergangenen Jahr am Workshop teilgenommen, ist quasi schon ein alter Hase im Trommel-Bau – und hat diesmal Kumpel Samuel (14) mitgebracht. „Mir gefällt vor allem die Abwechslung, man lernt unglaublich viel dazu und viele neue Leute kennen“, zählt er im Gespräch auf. Auch Samuel weiß nur Gutes zu berichten: „Ich bin selbst ein Hobby-Handwerker, hier lerne ich aber noch viele Tricks und Kniffe kennen – auch von den Flüchtlingen“, sagt er, bevor er zum gemeinsamen Trommeln verschwindet.

An diesem Sonntag laden die Jungtrommler zum großen Abschlusskonzert. Ab 11 Uhr können Besucher am Altenburger „Welt Café“ (Friedrich-Ebert-Straße 14) das Tanzbein schwingen – oder auch selbst zur Trommel greifen.

Von Bastian Fischer

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