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Altenburg Trommeln für Smetanas Oper „Die verkaufte Braut“ in Altenburg
Region Altenburg Trommeln für Smetanas Oper „Die verkaufte Braut“ in Altenburg
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00:35 26.05.2018
Zirkusdirektor Günter Markwarth (2.v.l.) und andere Akteure warben am Mittwoch auf dem Altenburger Markt für die Oper „Die verkaufte Braut“, die am Sonntag Premiere am Landestheater feiert. Quelle: Jens Rosenkranz
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Altenburg

Dass es verkaufte Bräute in Altenburg gibt, mag sein, ist aber nicht endgültig belegt. Für eine aber wurde am Mittwochvormittag auf dem Markt kräftig die Werbetrommel gerührt – für die Oper „Die verkaufte Braut“ des tschechischen Komponisten Bedrich Smetana. Sie feiert am Sonntag, 18 Uhr, im Landestheater Premiere.

Ein Teil des Sänger-Ensembles brachte sich dafür zum mittwöchlichen Markttag schon mal in Stimmung. Allen voran Publikumsliebling Günter Markwarth, der den Zirkusdirektor gibt. Auf einer kleinen improvisierten Bühne und einem Gang durch Altenburgs gute Stube stimmte er einen Teil des Publikums auf die Premiere ein, musikalisch begleitet von einer kleinen Kapelle. Unterstützt wurde der Sänger von Miriam Zubieta, die die Esmeralda gibt, und Johannes Beck (Muff). Ronny Ristock versteckte sich unter dem Kostüm des Zirkusbären. Als Gäste der kleinen Vorstellung mischten sich Generalintendant Kay Kuntze, der die Oper inszenierte, und Takahiro Nagasaki unter die Zuschauer, der die musikalische Leitung übernommen hat.

Altenburger Theaterfrühstück thematisiert die Premiere

Bereits am Pfingstmontag hatte sich schon einmal eine Interessengemeinschaft zum Theaterfrühstück der Altenburger Theaterfreunde im Lindenau-Museum versammelt, in einer Anzahl, die der Chefdramaturg des Theaters Felix Eckerle als „sensationell“ bezeichnete. Ja, so ist es, wenn die Theaterfreunde und die Freunde des Museums zur gleichen Veranstaltung zusammentreffen. Da reichen die bereitgestellten Stühle bei Weitem nicht und nicht der Platz im Saal für die zusätzlich aufgestellten – trotz besten Pfingstausflugswetters und einer starken Veranstaltungsdichte im Altenburger Land ringsum. Da darf man schon von Massenandrang sprechen und seiner Freude und Bewunderung Ausdruck geben, wie es Barbara Grubitzsch in ihrer Begrüßung tat und Generalintendant Kay Kuntze in seiner auch. Und er wird wohl seine Entscheidung nicht bereuen, diese tschechische Volksoper nun endlich in den Spielplan aufgenommen zu haben, nachdem ihm Karin Kundt-Petters und Heinz Petters, wie er selbst äußerte, jahrelang in den Ohren gelegen haben wegen dieser Oper. Und man sieht: Auch ein prinzipienfester Generalintendant kann weich werden und auch gleich noch die Regie selbst übernehmen. Das Publikum wird`s ihm danken. Da kann man nach dieser Veranstaltung sicher sein.

Im kleinen Auditorium hatten weiterhin Platz genommen Anne Preuß, die die Marie singt, und die beiden Tenöre Janos Oscovai als Hans und Timo Rößner als Wenzel. Tagahiro Nagasaki wurde mit der musikalischen Leitung beauftragt und hatte seinen Hauptsitz am Flügel. Von dort aus eröffnete er die Veranstaltung mit Auszügen aus der Ouvertüre der Oper und begleitete die Sängerin und die Sänger ganz sicher bei deren Ausschnitten aus der Oper, wie dem großen Liebesduett Marie – Hans oder der Stotter-Arie des Wenzel, diesem Entwicklungsgehemmten und dem einzig Ehrlichen in dieser Oper. Sein Auftritt war so rührend und führte zu einem wunderbaren Moment, als das Publikum ihn aus Sympathie mit Beifall überschüttete. Anne Preuß glänzte wie immer und die beiden Sänger warben für sich mit angenehm schönem Tenorgesang. Einschränkungen gab es nur durch die gesangsunfreundliche Akustik, die sich mit zunehmender Höhe und Lautstärke verschlechterte.

Moderator Felix Eckerle hatte noch Irene Suhr an seiner Seite, die sich mit ihrer Ausstellung „Im Lande Kavelas“ schon seit einiger Zeit im Lindenaumuseum eingemietet hat. Kay Kuntze hat sie für die Verkaufte-Braut-Produktion als Bühnen-und Kostümbildnerin gewonnen, wobei sie die Kostüme familien-und gruppeneigen gestaltet hat, wodurch sich für das Publikum eine leichtere Zuordnung der Personen auf der Bühne ergibt.

„Die verkaufte Braut“ wurde 1866 in Prag uraufgeführt in einer Zeit, in der sich in Europa die Nationalstaaten stärker formierten und nach kultureller nationaler Identität suchten. Verdi ist mit seinen Opern das italienische Beispiel dafür. Dvorak und stärker noch Smetana stehen für die böhmisch-tschechische Identität. Dafür waren auch die richtigen Sujets wichtig, die man in dieser Periode eher bei den kleinen Leuten als in den politischen Eliten zu finden glaubte. So gewährt diese „Verkaufte Braut“ einen schönen Einblick in das böhmische Dorfleben der damaligen Zeit und dieses Theaterfrühstück einen kleinen Blick auf das, was uns ab kommenden Sonntag auf der Opernbühne erwartet.

Von Manfred Hainich

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