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Trost-Orgel soll zu Pfingsten wieder erklingen – Dach noch immer nicht gedeckt

Altenburger Schlosskirche Trost-Orgel soll zu Pfingsten wieder erklingen – Dach noch immer nicht gedeckt

Seit fast drei Jahren ist die weltberühmte Trost-Orgel in der Altenburger Schlosskirche verstummt. Der Grund: Das Kirchendach wird saniert. Die Wiedereinweihung des Instruments war für Pfingsten 2016 angekündigt. Bis dahin sind es nur noch neun Wochen – doch das Dach „ziert“ zu weiten Teilen noch immer eine Plane statt neuer Schieferschindeln.

Jan Werner säubert die Pfeifen der weltberühmten Trost-Orgel in der Altenburger Schlosskirche.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Seit fast drei Jahren ist die weltberühmte Trost-Orgel in der Altenburger Schlosskirche verstummt. Der Grund: Das Kirchendach wird saniert. Die Wiedereinweihung des Instruments war für Pfingsten 2016 angekündigt. Bis dahin sind es nur noch neun Wochen – doch das Dach „ziert“ zu weiten Teilen noch immer eine Plane statt neuer Schieferschindeln. Seit geraumer Zeit hält sich daher in der Skatstadt hartnäckig das Gerücht, dass die schon einmal verschobene Wiedereinweihung – ursprünglich sollte die Dachsanierung im Herbst 2015 abgeschlossen sein – ein weiteres Mal vertagt werden muss.

„Nein, das stimmt nicht“, sagt Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) auf OVZ-Nachfrage. „Wir schaffen das bis Pfingsten.“ Das Stadtoberhaupt räumt allerdings ein, dass es von den zuständigen Mitarbeitern seiner Verwaltung Ende vergangenen Jahr sehr wohl Warnsignale gegeben habe, die die festliche Wiedereröffnung am 14. Mai in Gefahr sahen. Deshalb habe man sich mit den Bauleuten zusammengesetzt und am 19. Januar einen Plan über die weitere Vorgehensweise aufgestellt, um eingetretene Verzögerungen aufzuholen und den Termin zu halten.

Der Beweis ist übrigens seit Mittwoch auch für Passanten sichtbar: Nachdem wochenlang niemand auf der Baustelle in luftiger Höhe zu sehen war, sind jetzt fünf Dachdecker auf einmal vor Ort, die sozusagen den Turbo einlegen.

Das Dach über der Trost-Orgel bietet einen trostlosen Anblick

Das Dach über der Trost-Orgel bietet einen trostlosen Anblick.

Quelle: Mario Jahn

„Die Arbeiten am Dach einer Kirche sind immer äußerst komplex und schwierig“, begründet der OB die Verzögerung. So könnten die Dachdecker nur bei langfristig drei Grad über Null arbeiten, bei Kupferarbeiten müssten es sogar über fünf Grad sein. Außerdem sei die Sanierung des Dachreiters weit aufwendiger gewesen als erwartet. Dadurch gab es Verzögerungen bei den Folgegewerken. Wolf bestätigte auf Nachfrage, dass es im Sommer zudem Probleme mit einer Baufirma gegeben habe, wollte aber keine Details nennen. Sie seien inzwischen ausgeräumt. Ziel ist es, dass bis Ende April sämtliche Arbeiten abgeschlossen sind. „Wir haben das im Griff.“

Damit der Termin auch tatsächlich gehalten werden kann, ist inzwischen zeitgleich damit begonnen worden, die Orgel für den Festtag herzurichten. Das wertvolle Instrument aus dem Jahre 1739, an dem Bach einst selbst spielte, ist mit Beginn der Bauarbeiten eingehaust, also mit einem Bretterverschlag geschützt worden. Man konnte die Orgel also weder sehen, noch hören oder gar spielen. Dieser Verschlag wird jetzt langsam abgebaut und die Orgel einer Generalreinigung und Neustimmung unterzogen, um die alte Klangpracht wieder herzustellen. Pfeife für Pfeife wird gereinigt, geprüft und wieder eingebaut.

Während der Klangprüfung muss natürlich Ruhe herrschen. Deshalb sei man mit den Dachdeckern übereingekommen, dass sie an den Vormittagen laut werkeln können und am Nachmittag die Orgelexperten ihres Amtes walten, erläutert Michael Wolf.

Auf dem über 600 Jahre alten Gebäude muss die Dachfläche auf insgesamt 1500 Quadratmetern neu eingedeckt werden. Der Schiefer stammt aus einer Grube in Spanien, aus der bis vor 15 Jahren exklusiv das belgische Königshaus beliefert worden war. Denn den original Thüringer Schiefer gibt es seit einigen Jahren nicht mehr. Die Dachsanierung schlägt mit rund drei Millionen Euro zu Buche.

Von Ellen Paul

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