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Trotz Freisprüchen weitere vier Kita-Prozesse

Trotz Freisprüchen weitere vier Kita-Prozesse

Das Amtsgericht Altenburg hat gegen eine von ihnen, die Leiterin, die Eröffnung eines Hauptverfahrens mittlerweile abgelehnt, weil es keinen hinreichenden Tatverdacht sieht.

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Die Kita "Spatzennest" in Altenburg-Südost kommt auch nach dem vorgestrigen Urteil nicht zur Ruhe.

Quelle: Mario Jahn

Gegen vier weitere Frauen hat die Staatsanwalt nunmehr einen Strafbefehl beantragt. Bei diesen Verfahren handele es sich um andere Zeiträume und andere betroffene Kinder, erfuhr die OVZ vom Gericht. Ob auch gegen sie öffentlich verhandelt wird, hängt davon ab, ob sie den Strafbefehl akzeptieren oder nicht. OVZ-Informationen zufolge haben alle vier angekündigt, dagegen Einspruch einzulegen. In diesem Fall würde es zu weiteren Prozessen kommen, denn gegen die Frauen würde dann einzeln verhandelt, weil sich ihre Fälle - im Gegensatz zum ersten Prozess - nicht zeitlich überschneiden und nicht die gleichen Opfer betroffen sind. Alle vier Beschuldigte arbeiten unter Aufsicht, sagte Volker Kibisch, der Geschäftsführer der Volkssolidarität, der Trägerin der Kita. Über die konkreten Vorwürfe gegen die Angestellten sei er nicht informiert, er wisse lediglich, dass sie so ähnlich lauten wie im ersten Prozess.

 

Eine der vier freigesprochenenen Frauen ist im Ruhestand. Die anderen drei werden für nächste Woche in die Kita einbestellt, um über ihre Weiterbeschäftigung zu reden, sagte Kibisch. Ob die Frauen aber wirklich wieder in der Kita anfangen, ist fraglich. Zwei von ihnen haben wegen ernster psychischer Erkrankungen im Zusammenhang mit den Vorwürfen im Moment ausgeschlossen, wieder als Erzieherinnen zu arbeiten. Die Dritte sprach vor Gericht von einem gestörten Vertrauenverhältnis zur Leitung.

 

Die Volkssolidarität hat gestern die Wiederherstellung ihrer alten Betriebserlaubnis beantragt. Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe war diese vom Kultusministeriums stark eingeschränkt worden. "Was da passiert ist, ist völlig inakzeptabel", hatte der damalige Thüringer Kultusminister Christoph Matschie (SPD) erklärt und akribische Aufklärung verlangt. Auf dessen Drängen hin war die Leiterin von ihrer Funktion entbunden und auch drei der vier nun freigesprochen Frauen nach Hause geschickt worden. Für sie musste Ersatz und zusätzlich ein Stellvertreter eingestellt werden, der die Leitung übernahm.

 

Volker Kibisch wollte das vorgestrige Urteil nicht kommentieren. Über die sich am dritten Verhandlungstag abzeichnenden Freisprüche hatte er sich enttäuscht gezeigt.

 

Diese Einschätzung teilt auch Rechtsanwalt Thomas Lehe, der die Mutter eines der Opfer als Nebenklägerin vertrat und zumindest eine Verwarnung der Angeklagten gefordert hatte. Lehe stellte einen Zusammenhang zwischen extremen Verhaltensauffälligkeiten des Kindes mit der Einwickelpraxis in der Kita her, die auch eine von der Mutter hinzugezogenen Psychologin bestätigt habe. Seinem Antrag, diese Fachärztin als Zeugin zu hören, hatte das Gericht allerdings abgelehnt. Lehe stellte auch das vorgetragene Gutachten des Jenaer Kinderpsychiaters Bernhard Blanz als nicht verwertbar infrage. Blanz hatte seelische Schäden der Kinder als Folge der Kita-Praktiken und damit eine Körperverletzung ausgeschlossen. Lehe schloss nicht aus, das Urteil anzufechten. Dafür hat er bis nächsten Dienstag Zeit.

Jens Rosenkranz

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