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Altenburg Trotz Vereins-Insolvenz: Rositzer Bernsteinhof bleibt lebendig
Region Altenburg Trotz Vereins-Insolvenz: Rositzer Bernsteinhof bleibt lebendig
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15:26 26.03.2018
Die zahlreichen Besucher beim Frühlingsfest hatten am Sonntag im Bernsteinhof viel zu entdecken – auch Keramikkunst und Dekoartikel. Quelle: Mario Jahn
Rositz

Der Bernsteinhof in Rositz bleibt offen. Das ist die Botschaft des Wochenendes. Das Frühlingsfest am Sonntag hat das eindrucksvoll untermauert. Zahlreiche Besucher strömten in die über 300 Jahre Kulisse des Gehöfts, bummelten zwischen Kräuter-, Käse- und Kunstständen, während das Frühlingswetter dem Motto des Festes alle Ehre machte. Und auch andere beliebte Veranstaltungen sowie Angebote sollen vor Ort erhalten bleiben. Die Seifenhexe behält ihr Domizil, die Pensionszimmer sind weiter buchbar. Das betont Bürgermeister Steffen Stange (parteilos), dem es sehr wichtig ist, dass nach der Insolvenz des Vereins Neue Arbeit der Betrieb des Bernsteinhofs wenigstens zu großen Teilen weiterläuft.

Nachdem die Neue Arbeit, die den Hof über Jahre bewirtschaftete Insolvenz angemeldet hat (die OVZ berichtete), ist die Gemeinde Rositz seit 15. Februar allein für alles zuständig. Bereits seit Anfang der 1990er-Jahre kümmert sich die Kommune um die Sanierung des Bernsteinhofs. Und das soll in diesem Jahr weitergehen. Seit Längerem ist geplant, 2017 mit der Erneuerung und dem Umbau des Stalls zu beginnen. Wie bereits bei der Scheune, die im Vorjahr fertig wurde, soll auch am Stall in drei Bauabschnitten über mehrere Jahre gearbeitet werden. „Der Fördermittelantrag für den ersten Abschnitt ist gestellt“, sagt der Bürgermeister.

An Sanierung und Erhalt werde schon deshalb festgehalten, weil das Ensemble aus Bernsteinhof, Heimatscheune und Kirche das Ortszentrum bilden und mithin das Erscheinungsbild von Rositz prägen. Doch Stange weiß, dass es mit der Sanierung nicht getan ist. Wichtiger für die Zukunft ist eine Nutzung. „Das Ferienlager für sozial benachteiligte Kinder können wir nicht weiterführen und den Sozialladen gibt es auch nicht mehr. Ansonsten wird es im Großen und Ganzen weitergehen wie gewohnt“, stellt der Bürgermeister klar.

Was das bedeutet, weiß Stange derzeit noch nicht so recht. „Ich muss mir da selbst auch noch ein Bild machen.“ Zum jetzigen Zeitpunkt will er sich auch auf keine Spekulation einlassen, welche finanziellen Belastungen damit verbunden sein könnten. Erst müsse ein Jahr Erfahrung gesammelt werde. „Es wird die Gemeinde Geld kosten, wir bekommen ja nun keine Pacht mehr.“ Rund 6800 Euro, so schätzt die Verwaltung, werden insgesamt allein für die Betriebskosten gebraucht. Dafür genehmigte der Gemeinderat kürzlich eine außerplanmäßige Ausgabe in Höhe von 5300 Euro. Die Lücke sollen die Mieteinnahmen der Pensionszimmer schließen.

Auch die Angebote für Kinder sollen bleiben. Erst vor ein paar Tagen bekam die Gemeinde eine alte Wäschemangel. Stange: „Auf dem Hof können Kinder erleben, wie das Laben vor 100 Jahren aussah.“ Personell soll das in Zukunft mit Bundesfreiwilligendienstlern sowie Ehrenamtlichen gelöst werden. Darunter seien momentan auch Leute, die bis dato bei der Neuen Arbeit tätig waren. Sie hätten ihr Herz an den Bernsteinhof verloren, sagt Stange. Ihr Herz haben auch etliche Mitglieder des Heimatvereins und des Karnevalclubs dem Gehöft geschenkt, die nun mit Gemeinde und Bürgermeister versuchen, aus der Misere das Beste zu machen. Das bedeute zwar ein gehöriges Maß an Mehraufwand für alle Beteiligten. „Aber alles was verschwindet, lässt sich später nur schwer wieder etablieren.“

Von Jörg Reuter

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