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Über 100 Jahre altes Feuerwehrhaus in Starkenberg platzt aus allen Nähten

Neubau in Planung Über 100 Jahre altes Feuerwehrhaus in Starkenberg platzt aus allen Nähten

Seit mehr als fünf Jahren laufen in Starkenberg die Vorbereitungen für ein neues Feuerwehrhaus. 2016 geht es in die Vollen. Damit im kommenden Jahr für rund eine Million Euro das gebaut werden kann, steht dessen Planung mit rund 60 000 Euro im aktuellen Etat. Damit ist die neue Feuerwehr schon in diesem Jahr eine der gewichtigsten Investitionen der Gemeinden.

Zwischen Löschfahrzeug und Garagenwand ist weniger als ein Meter Platz. Den Beweis erbringt Ortsbrandmeister Steffen Kühn beim Öffnen des Tors.

Quelle: Mario Jahn

Starkenberg. „Alle Ausgaben werden in diesem und dem kommenden Jahr dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses untergeordnet.“ Das stellte Bürgermeister Wolfram Schlegel (Die Regionalen) einmal mehr zur jüngsten Etat-Diskussion klar. Insgesamt werden sich die Kosten des Vorhabens auf rund eine Million Euro summieren, so die aktuelle leicht abgespeckte Variante (die OVZ berichtete). Aus dem Förderprogramm Dorferneuerung werden 65 Prozent der Kosten kommen, verweist Schlegel auf die Zusage. Damit muss die Gemeinde aber immer noch 350 000 Euro beisteuern. Viel Geld, das in den vergangenen Jahren extra zur Seite gelegt wurde.

Im Umkleideraum der Feuerwehr ist kaum Platz für die Ausrüstung, beim Umziehen treten sich die Kameraden gegenseitig auf die Füße

Im Umkleideraum der Feuerwehr ist kaum Platz für die Ausrüstung, beim Umziehen treten sich die Kameraden gegenseitig auf die Füße.

Quelle: Mario Jahn

Beim Rundgang durch die Räume des teilweise weit über 100 Jahre alten Gerätehauses fällt es dem Bürgermeister sowie dem Ortsbrandmeister Steffen Kühn nicht schwer zu begründen, warum ein Neubau notwendig sei. Sie zeigen die Dusche, die nur theoretisch vorhanden ist, und präsentieren die winzige Umkleidekabine der Männer. „Unsere Frauen können sich im Container der Jugendwehr umziehen, den wir vor ein paar Jahren hinter das Haus gestellt haben“, beschreibt Kühn die Situation. Dann verweist Schlegel auf die Garage im ältesten Gebäudeteil. Zwischen Wand und Löschfahrzeug ist weniger als ein Meter Platz, was nur wegen des Bestandsschutzes rechtens ist. „Die Bedingungen für die Jugendwehr sind eine Zumutung“, sagt Kühn und öffnet die Tür zum Container. Außerdem sei der große Raum im Barackenanbau aus DDR-Zeiten für alle 60 Kameraden der Starkenberger Ortsteilwehren, die regelmäßig gemeinsam geschult werden, zu klein.

Für den Bürgermeister steht, obgleich der Neubau eine gewaltige Ausgabe für die Gemeinde bedeutet, außer Frage, das Geld könnte kaum besser ausgegeben werden. Schließlich versteht er die Investition nicht zuletzt als Wertschätzung und Anreiz der ehrenamtlichen Tätigkeit der Feuerwehrleute. Dem kann Steffen Kühn, der auch im Gemeinderat sitzt, nur zustimmen. Die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren erfüllen in ihrer Freizeit staatliche Pflichtaufgaben, die letztlich allen Bürgern zu Gute kommen. „Wir greifen immer dann ein, wenn Gefahren für Leib und Leben beziehungsweise für Sachwerte oder die Umwelt bestehen“, betont Kühn. Und seine Truppe ist immer da, wenn sie gebraucht wird – zu jeder Tages- und Nachtzeit und bei jedem Wetter. „Dazu kommen noch zahllose Stunden Training“, zählt Kühn auf.

Dafür hätten die Feuerwehrleute gute Bedingungen verdient, die ihnen den Dienst erleichtern, findet Schlegel. Seit mehr als fünf Jahren laufen die Vorbereitungen. Als erstes kaufte die Gemeinde einen Teil des ehemaligen LPG-Grundstücks direkt neben dem Landmaschinenhandel. 2013 wurde dort das alte Gebäude abgerissen, um Baufreiheit zu schaffen. Und nun geht es richtig in die Vollen. Damit für rund eine Million Euro das Haus 2017 gebaut werden kann, steht dessen Planung mit rund 60 000 Euro im aktuellen Etat. Damit ist die neue Feuerwehr schon in diesem Jahr eine der gewichtigsten Investitionen der Gemeinde, welche mit Geld vom Ersparten – über 100 000 Euro nimmt Starkenberg in diesem Jahr aus den Rücklagen – finanziert wird.

Dabei umfasst 2016 der Vermögenshaushalt 481 000 Euro. Wie Kämmerin Marion Riedel erläutert, seien davon 81 000 Euro für die Fassadensanierung der Kirche in Großröda. „Das sind Fördermittel, welche wir nur beantragt haben und als Durchlaufposten an die Kirchgemeinde weiterreichen.“ Das meiste Geld, 250 000 Euro, fließt in die Instandsetzung des Gerstenbachs in Tegkwitz. Das muss Starkenberg noch erledigen, weil das Geld zu 100 Prozent aus dem Programm zur Beseitigung von Hochwasserschäden stammt. Selbst finanziert werden muss dagegen der Eigenanteil für den Ersatzneubau einer Kläranlage, die 18 000 Euro kostet, und die jährlich notwendige neue Feuerwehrausrüstung für 8000 Euro. „Dazu kommen noch 16 000 Euro Kredittilgung und einen Reihe kleinerer Posten“, vervollständigt Riedel die Liste der Investitionen 2016.

Von Jörg Reuter

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