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Über 20 Jahre Chef des Altenburger Schlossvereins – ein Resümee

Peter Friedrich im Interview Über 20 Jahre Chef des Altenburger Schlossvereins – ein Resümee

Am Freitagabend (17. März) trifft sich der Förderverein des Altenburger Schlosses, um über einen neuen Vorstand zu befinden. Der bisherige Vorsitzende Peter Friedrich, der die Geschicke des Vereins über 20 Jahre lang leitete, steht dabei nicht mehr zur Wahl. Im OVZ-Gespräch blickt der 75-Jährige auf sein Ehrenamt zurück, das manchmal einem Full-Time-Job nicht unähnlich war.

5000 Euro hatte der Schlossvereinschef Peter Friedrich (l.) sehr zur Freude von Schloss- und Kulturdirektor Christian Horn (r.) „im Gepäck“, damit dieses ramponierte dreiteilige Sitzmöbel mit den Initialen des Herzogs restauriert werden kann. Es soll Teil der Einrichtung im ehemaligen herzoglichen Audienz- und Arbeitszimmer werden.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Am Freitagabend (17. März) trifft sich der Förderverein des Altenburger Schlosses, um über einen neuen Vorstand zu befinden. Der bisherige Vorsitzende Peter Friedrich, der die Geschicke des Vereins über 20 Jahre lang leitete, steht dabei nicht mehr zur Wahl. Er will das Amt wie vier weitere Vorstandsmitglieder in jüngere Hände legen. Im OVZ-Gespräch blickt der 75-Jährige auf sein Ehrenamt zurück, das manchmal einem Full-Time-Job nicht unähnlich war.

Wenn Sie die Leitung des Schlossvereins an Ihren Nachfolger übergeben, überwiegt dann Traurigkeit oder Erleichterung?

Man soll bekanntlich gehen, wenn es noch leid tut und man alles so vorbereitet hat, dass es einen nahtlosen Übergang gibt. Das ist beides der Fall. Insofern schlagen bestimmt zwei Herzen in meiner Brust. Ganz ohne eine gewisse Wehmut geht es ganz sicher nicht ab.

Der Altenburger Schlossverein wurde 1996 gegründet, feierte im vergangenen Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Wer war sieben Jahre nach der Wende eigentlich der Meinung, dass das Schloss einen solchen Förderverein braucht?

Die Idee kam vom damaligen Altenburger Vize-Bürgermeister Rolf Bräunig. Und er ist relativ schnell auf mich zugekommen mit der Frage, ob ich mir vorstellen könnte, den Vorsitz zu übernehmen. Wir kannten uns durch unsere gemeinsame Arbeit in der neugegründeten SPD in Altenburg. Und er fand meine Position als Vize-Präsident des Thüringer Landtags bei der Erschließung von Fördermittelquellen im Freistaat sicherlich nicht abträglich (lacht).

Und, ist es Ihnen in ausreichendem Maße gelungen?

Ja, in den zwei Jahrzehnten ist rund eine Million Euro zusammengekommen, die in die unterschiedlichsten Projekte und Vorhaben am und im Schloss sowie ins Museum geflossen sind, beispielsweise für Restaurierungsarbeiten, für Ankäufe, oder für Ausstellungen, erst in dieser Woche haben wir 5000 Euro für die Restaurierung eines dreiteiligen Sitzmöbels mit den Initialen des Herzogs gespendet. Es soll Teil eines neuen Ausstellungsbereichs werden. Teilweise war das Geld auch die notwendigen Eigenmittel, um an Fördermittel zu kommen. Aber all das ist selbstverständlich nicht allein mein Verdienst, sondern das des gesamten Vorstands und vieler überaus aktiver Mitglieder. Es hat sich unter den rund 120 Vereinsmitgliedern ein zuverlässiger Stamm gebildet. Wir sind eine richtige verschworene Gemeinschaft geworden. Es sind viele private Freundschaften entstanden, die Menschen haben über die gesellschaftliche Tätigkeit zueinander gefunden. Das ist, glaube ich, eines der bemerkenswertesten Ergebnisse, die man als Verein überhaupt erreichen kann.

Zudem hat der Schlossverein ja auch einige bemerkenswerte Veranstaltungen aus der Taufe gehoben.

Richtig, zum Beispiel unser Benefizessen im Schloss. Das war eine wirklich tolle Sache und hat unsere Gäste über viele Jahre begeistert. Das mehrgängige Menü dazu kam erst von den Lehrlingen der Wirtschaftsakademie Rahn & Partner und später der Innova-Privatakademie. Als aber die entsprechende Förderung für diese Projekt auslief, haben wir die Veranstaltung schweren Herzens eingestellt. Denn hätte ein Profi die Essensversorgung übernommen, wäre verständlicherweise nicht annähernd so viel Benefit übrig geblieben. Und ein solches Essen um seiner selbst Willen wollten wir nicht. Auch an unsere Reihe „Prominente im Gespräch“, bei der unter anderem Rolf Schwanitz, Ingo Schulze und Bernhard Vogel zu Gast waren, erinnere ich mich sehr gern. Auch der Benefizball unter dem Motto „Auf dem Schloss für das Schloss“ gehört dazu. Nach wie vor sind wir als Verein gemeinsam mit dem Lions Club Veranstalter und Organisator des aller zwei bis drei Jahre stattfindenden Balls. Wir sind uns einig, dass diese wunderbare Tradition fortbestehen soll.

Der Schlossverein konnte aber auch sonst auf viel Unterstützung zählen.

Richtig. Neben dem Lions Club arbeiten wir auch mit dem Freundeskreis Goethe, der Bürgerstiftung, der Sparkasse, der VR Bank, der Energie- und Wasserversorgung, der Städtischen Wohnungsgesellschaft, um nur einige zu nennen, zusammen und haben so manche Unternehmung gemeinsam gestemmt. Auch die Thüringer Landesregierung hat uns regelmäßig mit Lottogeldern und Fördermitteln unterstützt. Und ein ganz besonderer Dank gilt unserem Ehrenvorsitzenden, dem ehemaligen Thüringer Ministerpräsidenten Bernhard Vogel, der bekanntlich sein Herz an Altenburg und ganz besonders das Schloss verloren hat. Allein fünf Millionen D-Mark aus dem Verkauf von Sondermünzen „Kulturhauptstadt Weimar“ im Jahr 1999 flossen dank seiner Entscheidung nach Altenburg.

Mit Ihnen wollen vier weitere Vorstandsmitglieder nicht wieder kandidieren. Steht der Altenburger Schlossverein vor einem kompletten Neuanfang?

Neben mir sind auch mein langjähriger Stellvertreter Rolf Bräunig sowie Uwe Gillmeister, Renate Kuchta und Wolfgang Preuß der Meinung, dass jetzt mal Jüngere ans Ruder sollen. Doch wir werden den neuen Vorstand in der Übergangsphase selbstverständlich nach Kräften unterstützen. Der Verein ist sehr gut aufgestellt, ist solide finanziert. Die Neuen können also auf einer guten Grundlage aufbauen. Sie werden eigenen Akzente setzen und neue Ideen haben, aber sicher nicht alles über den Haufen werfen.

Peter Friedrich und Bernhard Vogel, Vorsitzender und Ehrenvorsitzender des Schlossvereins besuchen im Dezember die neue Kartenmacher-Werkstatt im

Peter Friedrich und Bernhard Vogel, Vorsitzender und Ehrenvorsitzender des Schlossvereins besuchen im Dezember die neue Kartenmacher-Werkstatt im Schloss. 25 000 Euro steuerte der Förderverein zu.

Quelle: Mario Jahn

Durch Eigenmittel und durch die Gewinnung von Sponsoren und Spendern sowie Lotto- und Fördermitteln konnte der Schlossverein viel Geld für Projekte im Altenburger Schlosskomplex zur Verfügung stellen. Einige Beispiele:

30 000 Euro für Festsaal-Bestuhlung
175 000 Euro für die erste Sanierung des Hausmannsturms
30 000 Euro für Zimmer 311
30 000 Euro fürs Sibyllenkabinett
50 000 Euro für den Verbleib restitutionsbehafteten Mobilars
75 000 Euro für das Panorama im Flaschenturm
20 000 Euro für die Digitalisierung der Fotothek eines Fotoateliers
25 000 Euro für die Kartenmacher-Werkstatt
25 000 Euro für den Ankauf der Sammlung Balan

Von Ellen Paul

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