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Altenburg Über 85 Anzeigen wegen Buntmetalldiebstahls 2011
Region Altenburg Über 85 Anzeigen wegen Buntmetalldiebstahls 2011
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21:32 11.01.2012

Von Jörg Wolf

Als Ende November vier mutmaßliche Buntmetalldiebe von der Polizei auf frischer Tat geschnappt werden konnten, war das nicht nur dem Kommissar Zufall geschuldet (OVZ berichtete). "Wir hatten die 24, 28, 29 und 37 Jahre alten Männer ohnehin wegen solcher Straftaten in Verdacht. Was uns fehlte, war nur noch der entscheidende Beweis", sagt Altenburgs Polizeichef Andreas Pöhler. Der gelang an jenem Tag durch einen Zeugenhinweis: Das Quartett bekam in einer Meuselwitzer Wohnung Besuch von der Staatsmacht und wurde dabei ertappt, als die Männer im Keller Kupferkabel abisolierten, um es sozusagen abgabefertig für den Schrotthändler zu machen. Zudem stellte die Polizei eine große Menge an Kabel- und Isoliermaterial fest. "Ein Wert von mehreren 1000 Euro", sagt Pöhler, der weiß, dass mit dem nun geschnappten Quartett die Diebstähle im Altenburger Land nicht aufhören werden.

85 Diebstähle wurden 2011 bis November aufgenommen. Allein seit Oktober, als die Metallpreise wieder neue Rekordmarken erreichten, schlugen die Diebe 40-mal zu. 24 dieser Straftaten ereigneten sich in Altenburg und 18 im Norden des Kreises. "Der Rest verteilt sich sehr gleichmäßig über den Landkreis", so Pöhler.

Wie sich aus dem Zahlen und dem Fahndungserfolg ergebe, sei die Nordregion ein Schwerpunkt. "Und in dem Bereich sind wir weiter sehr intensiv an der Sache dran", versichert der Polizeichef. So hat man dort eine weitere Gruppe und einen Einzeltäter im Visier. Zu den Tätern sagt Pöhler nicht viel. "Meist sind das fast schon arme Würstchen, die sich ihren Lebensunterhalt mit dem Metalldiebstahl aufbessern."

Beliebteste Objekte im Kreis seien schlecht gesicherte Lagerhallen und verwaiste Gartenanlagen, wo die Langfinger gerne auf Beutezeug gehen. "Mal erfolgt der Abtransport der Beute im Fahrzeug. Aber es kam auch schon der berühmte Bollerwagen zum Einsatz", weiß Pöhler.

Dass Bahnanlagen oder andere Strom führende Einrichtungen betroffen sind, sei hierzulande bis auf eine Ausnahme noch nicht angezeigt worden, klopft der Polizist dreimal auf Holz. Vor allem vor dem Hintergrund der Lebensgefahr, in die sich schließlich auch die Diebe bringen.

Trotzdem verschwand, was nicht niet- und nagelfest war: Konkret gestohlen wurden in 40 Fällen Kupferkabel, zusammen immerhin 2,5 Kilometer und in 14 Fällen Dachrinnen und -rohre, zweimal Kupferschrott. In sechs Fällen wurden Straßeneinlaufdeckel mitgenommen. Dies bezeichnete Pöhler, vor allem wegen der damit verbundenen immensen Gefährdung des Straßenverkehrs, als besonders verwerflich. Die Gullydeckel hatten übrigens einen Wert von rund 1600 Euro. Nicht zu verachten waren auch andere ausgewählte Beutewerte.

Kupferkabel hätten um die 4500 Euro gebracht, und mit dem Kupferschrott wären rund 7000 Euro zu erzielen gewesen. "Bei den Tatzeiten gibt es keine besondere Häufung. Das verteilt sich recht gleichmäßig auf alle Wochentage", weiß Pöhler, der bei der weiteren Aufklärung der Fälle natürlich auch auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen ist.

"Wer verdächtige Beobachtungen macht, beispielsweise wenn jemand in einem Abrisshaus herumwerkelt, sollte sofort die Polizei informieren", appelliert er an die Bürger. "Es hat für uns wenig Sinn, wenn wird erst Stunden oder gar Tage später davon erfahren." So wie in einem konkreten Fall schon geschehen ist. Aus einem Abrisshaus, das fanden die zu spät gerufenen Beamten schnell heraus, war tatsächlich Kupferschrott in Größenordnungen verschwunden. Nur die Täter waren natürlich mit ihrer Beute längst über alle Berge.

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