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Überfall auf Altenburger Blumenladen: „Das war eine dumme Idee“

Landgericht Gera Überfall auf Altenburger Blumenladen: „Das war eine dumme Idee“

Vor dem Landgericht Gera muss sich ein 44-Jähriger aus Kriebitzsch verantworten. Ihm wird vorgeworfen, im Mai vergangenen Jahres einen Altenburger Blumenladen überfallen zu haben. Der Angeklagte gab die Tat zu und zeigte sich reumütig.

Der Angeklagte Mike K. und sein Verteidiger René Blaschke im Gerichtssaal in Gera.

Quelle: Tatjana Kulpa

Gera/Altenburg. „Eine große Dummheit“ nannte der Angeklagte Mike K. die Tat, wegen der er sich am Mittwoch vor der 11. Strafkammer des Landgerichts Gera verantworten musste. „Ich weiß nicht, warum ich das getan habe.“

Diese große Dummheit könnte den 44-jährigen Kriebitzscher für bis zu einem Jahr ins Gefängnis bringen. Der Tatvorwurf: Schwere räuberische Erpressung. Die Verhandlung begann mit rund zwei Stunden Verspätung. Mike K. hatte den Termin vergessen und musste erst durch seinen Verteidiger René Blaschke telefonisch kontaktiert und nach Gera beordert werden.

Am 27. Mai des vergangenen Jahres soll der Angeklagte einen Blumenladen in der Altenburger Johannisvorstadt betreten und die Verkäuferin aufgefordert haben, ihm das Geld aus der Kasse auszuhändigen. „Er sagte ,Machen Sie die Kasse auf!’“, erinnerte sich die Geschädigte, die als Zeugin geladen war. Laut ihrer Aussage äußerte er diese Aufforderung zwei Mal. Beim dritten Mal zog er eine Schreckschusspistole aus dem Hosenbund und richtete sie auf die Verkäuferin hinter dem Tresen. „In dem Moment kam mir nur in den Kopf, was ist, wenn er jetzt abdrückt“, so die Zeugin weiter. Sie weigerte sich allerdings dennoch, der Aufforderung nachzukommen, und floh aus dem Laden in die Gärtnerei. Von dort rief sie die Polizei.

Auf die Frage der Vorsitzenden Richterin Andrea Höfs, warum der Angeklagte den Blumenladen überfallen wollte, konnte er keine Auskunft geben. „Es war einfach nur ein dummer Gedanke, der mir in dem Moment in den Kopf kam“, erklärte er. Geldprobleme, so wie die Richterin vermutete, sollen kein Grund für die Tat gewesen sein.

„In dem Moment, wo die Verkäuferin flüchtete, wurde mir klar, dass ich etwas sehr Blödes getan hatte“, sagte der zweifache Vater aus. So habe auch er nach der Verkäuferin den Laden wieder verlassen, ohne Beute. Danach begab er sich durch das Innenstadtgebiet von Altenburg – begegnete einer Bekannten. Diese sagte vor Gericht, er habe „nervös und hektisch“ gewirkt. Als wolle er sich mit der Unterhaltung selbst ablenken. Dass er unter seinem schwarzen Sweatshirt eine Schreckschusspistole versteckte, habe sie aber nicht bemerkt. Die Waffe trage er seit 2005 regelmäßig bei sich. „Als ehemaliger Mitarbeiter im Securitygewerbe habe ich nicht nur Freunde“, nannte er als Grund.

Die Polizei fasste den Täter kurze Zeit nach der Tat in der Friedrich-Ebert-Straße. Dort wollte er in einen Fahrradladen.

„Mir tut die Sache sehr leid“, sagte er der betroffenen Zeugin. Diese nahm die Entschuldigung mit einem kurzen „Danke“ entgegen.

Einer der geladenen Zeugen – einen Bekannten, den der Angeklagte vor der Tat in der Stadt getroffen hatte – war nicht zu Gericht erschienen und auch telefonisch nicht zu erreichen. Für sein Fernbleiben verhängte Richterin Höfs ein Ordnungsgeld in Höhe von 350 Euro. Außerdem wird er für den nächsten Verhandlungstag erneut einbestellt.

Der Angeklagte ist indes kein unbeschriebenes Blatt: Bereits im Februar 2016 war er beim Diebstahl im Kaufland in der Altenburger Käthe-Kollwitz-Straße ertappt worden. Das Verfahren hierzu wurde allerdings eingestellt. Der Prozess wird vor dem Landgericht am 9. Oktober fortgesetzt.

Von Tatjana Kulpa

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