Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Überfall auf Altenburger Blumenladen: „Das war eine dumme Idee“
Region Altenburg Überfall auf Altenburger Blumenladen: „Das war eine dumme Idee“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 07.10.2017
Der Angeklagte Mike K. und sein Verteidiger René Blaschke im Gerichtssaal im Landgericht Gera. Quelle: Tatjana Kulpa
Anzeige
Gera/Altenburg

„Eine große Dummheit“ nannte der Angeklagte Mike K. die Tat, wegen der er sich am Mittwoch vor der 11. Strafkammer des Landgerichts Gera verantworten musste. „Ich weiß nicht, warum ich das getan habe.“

Diese große Dummheit könnte den 44-jährigen Kriebitzscher für bis zu einem Jahr ins Gefängnis bringen. Der Tatvorwurf: Schwere räuberische Erpressung. Die Verhandlung begann mit rund zwei Stunden Verspätung. Mike K. hatte den Termin vergessen und musste erst durch seinen Verteidiger René Blaschke telefonisch kontaktiert und nach Gera beordert werden.

Am 27. Mai des vergangenen Jahres soll der Angeklagte einen Blumenladen in der Altenburger Johannisvorstadt betreten und die Verkäuferin aufgefordert haben, ihm das Geld aus der Kasse auszuhändigen. „Er sagte ,Machen Sie die Kasse auf!’“, erinnerte sich die Geschädigte, die als Zeugin geladen war. Laut ihrer Aussage äußerte er diese Aufforderung zwei Mal. Beim dritten Mal zog er eine Schreckschusspistole aus dem Hosenbund und richtete sie auf die Verkäuferin hinter dem Tresen. „In dem Moment kam mir nur in den Kopf, was ist, wenn er jetzt abdrückt“, so die Zeugin weiter. Sie weigerte sich allerdings dennoch, der Aufforderung nachzukommen, und floh aus dem Laden in die Gärtnerei. Von dort rief sie die Polizei.

Auf die Frage der Vorsitzenden Richterin Andrea Höfs, warum der Angeklagte den Blumenladen überfallen wollte, konnte er keine Auskunft geben. „Es war einfach nur ein dummer Gedanke, der mir in dem Moment in den Kopf kam“, erklärte er. Geldprobleme, so wie die Richterin vermutete, sollen kein Grund für die Tat gewesen sein.

„In dem Moment, wo die Verkäuferin flüchtete, wurde mir klar, dass ich etwas sehr Blödes getan hatte“, sagte der zweifache Vater aus. So habe auch er nach der Verkäuferin den Laden wieder verlassen, ohne Beute. Danach begab er sich durch das Innenstadtgebiet von Altenburg – begegnete einer Bekannten. Diese sagte vor Gericht, er habe „nervös und hektisch“ gewirkt. Als wolle er sich mit der Unterhaltung selbst ablenken. Dass er unter seinem schwarzen Sweatshirt eine Schreckschusspistole versteckte, habe sie aber nicht bemerkt. Die Waffe trage er seit 2005 regelmäßig bei sich. „Als ehemaliger Mitarbeiter im Securitygewerbe habe ich nicht nur Freunde“, nannte er als Grund.

Die Polizei fasste den Täter kurze Zeit nach der Tat in der Friedrich-Ebert-Straße. Dort wollte er in einen Fahrradladen.

„Mir tut die Sache sehr leid“, sagte er der betroffenen Zeugin. Diese nahm die Entschuldigung mit einem kurzen „Danke“ entgegen.

Einer der geladenen Zeugen – einen Bekannten, den der Angeklagte vor der Tat in der Stadt getroffen hatte – war nicht zu Gericht erschienen und auch telefonisch nicht zu erreichen. Für sein Fernbleiben verhängte Richterin Höfs ein Ordnungsgeld in Höhe von 350 Euro. Außerdem wird er für den nächsten Verhandlungstag erneut einbestellt.

Der Angeklagte ist indes kein unbeschriebenes Blatt: Bereits im Februar 2016 war er beim Diebstahl im Kaufland in der Altenburger Käthe-Kollwitz-Straße ertappt worden. Das Verfahren hierzu wurde allerdings eingestellt. Der Prozess wird vor dem Landgericht am 9. Oktober fortgesetzt.

Von Tatjana Kulpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Fleißig gewerkelt wird derzeit in Lucka: Sowohl die Turnhalle der ehemaligen Grundschule als auch die Stadtbibliothek erhalten Schritt für Schritt ein hübscheres Antlitz, werden mit frischem Putz und bunter Farbe versehen. Und auch in den kommenden Monaten sind noch einige weitere Maßnahmen geplant.

07.10.2017

Frische Schmierereien an rund 60 Stellen – in der Gemeinde Nobitz ist der Ärger groß. Vor allem Einkaufsmärkte im Gewerbegebiet an der B 180 sind betroffen, teilte die Polizei mit. Und sucht jetzt nach dem oder den Tätern, die in der Nacht zum Mittwoch ihr Unwesen trieben.

05.10.2017
Altenburg Bernstein und versteinerte Blätter - Altenburger Mauritianum freut sich über Neuzugänge

Die Sammlungen des Altenburger Mauritianums wachsen und gedeihen: Gleich mehrere Neuzugänge konnten die Verantwortlichen in den vergangenen Tagen ins Haus holen. Die steinernen Zeitzeugen geben nicht nur Aufschluss über die Erdgeschichte, sondern schlagen auch einen Bogen zur herzoglichen Linie.

04.10.2017
Anzeige