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Übergangslösung fürs Sportlerheim in Lohma

Streit um Abwasserleitung Übergangslösung fürs Sportlerheim in Lohma

Häufiges und teures Leeren der Klärgrube des Sportlerheims in Lohma ist die Übergangslösung, um die Einrichtung nicht schließen zu müssen. Damit können fürs erste auch alle geplanten Feiern und Veranstaltungen in dem Gebäude durchgeführt werden. Der Streit um die Nutzungsrechte der Abwasserleitung geht derweil weiter.

Das Sportlerheim in Lohma ist im Dorf der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens und wird vielfältig genutzt.

Quelle: Jörg Reuter

Lohma. Die Nachricht, dass Langenleuba-Niederhains Bürgermeister Carsten Helbig (SPD) das Sportlerheim in Lohma von jetzt auf gleich schließen muss, schlug im Dorf ein wie eine Bombe. „Für mich war es ein Horrornachricht. Als mich der Bürgermeister nach der Sitzung anrief, dachte ich für den Moment, das ist für uns das Aus“, sagt Markus Müller, Vorsitzender des Sportvereins KVS Lohma, der OVZ.

Immerhin ist der Flachbau das Zentrum des Vereinslebens. Die drei Abteilungen des KSV nutzen die Räume jeweils einmal wöchentlich beim Training. „Hier ist auch unser Vereinsraum, in dem der Vorstand seine Arbeit macht. Und wir nutzen das Sportlerheim bei unseren Veranstaltungen, dem kleinen Dorffest am Abend vorm 3. Oktober.“ Eigentlich, so betont Müller, sei das gesamte öffentliche Leben des Niederhainer Ortsteils mehr oder weniger mit dem Vereinsheim verbunden. „Hier werden Familienfeste gefeiert, die Kirchgemeinde trifft sich regelmäßig, weil sie keine anderen Räume hat und das DRK führt Blutspendeaktionen durch“, zählt der Vereinschef auf.

Nachdem sich der erste Pulverdampf gelegt hatte, nahm Helbig die Sperrung teilweise zurück. Geschlossen waren „nur“ noch Sanitärbereich und Duschen. So konnten etwa am Freitag die Fußballer trainieren. Angesichts des schönen Wetters waren sie froh, nicht in die Wieratalhalle ausweichen zu müssen. Umkleiden könnten sie sich auch ohne Wasser, meinten die Männer, die um des Dorffriedens Willen ihre Namen partout nicht nennen wollten. Aber es sei alles andere als angenehm, nach dem Sport nicht duschen zu können, ergänzten sie. Und der Weg zum Waldrand in größter Not sei letztlich nur für Herren eine Option. „Aber richtig ernst wird es dann, wenn sich einer verletzt und wir kein Wasser haben.“

Ganz besonders sind auch die Blutspendeaktionen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) auf Wasser angewiesen. Gerade der Lohmaer Ortsverband ist eine besonders aktive Truppe, wenn es ums Blutspenden geht. „Das muss unbedingt fortgeführt werden können. Aber es geht mir auch um die vielen Feste hier. Das sind ja nicht nur Familienfeiern, jetzt steht beispielsweise das Jahresende vor der Tür und damit zahlreiche Weihnachtsfeiern“, so Helbig. Um neben dem Sport auch die Veranstaltungen abzusichern, suchte er nach einer praktikablen (Übergangs-)Lösung. Und die war auch nicht schwer zu finden. „Wir nutzen vorerst die Klärgrube ohne Abfluss, damit können alle geplanten Veranstaltungen stattfinden“, informiert Helbig erleichtert.

Der Werkleiter des Zweckverbandes Wasserver- und Abwassserentsorgung Altenburger Land (ZAL), Lars Merten, bestätigt gegenüber der OVZ, dass der Abfluss beziehungsweise Überlauf der Dreikammerklärgrube verschlossen ist und somit kein Abwasser vom Sportlerheim in die strittige Leitung gelangt. „Das bedeutet, wir müssen nun in relativ kurzen Abständen die Grube leeren. Das ist zwar für eine praktikable Lösung leider auch eine kostenintensive für die Gemeinde, weil bei uns die Fäkalschlammentsorgung relativ teuer ist“, erklärt Merten.

Aber nicht nur wegen der Kosten ist das nichts für einen längeren Zeitraum. Dazu komme, so Merten weiter, dass die Klärgrube nicht auf dem aktuellen Stand der Technik ist. „Das Abwasser wird nicht biologisch geklärt, sodass es am Ende nahezu sauberes Wasser ist. Dreikammerklärgruben trennen eigentlich nur Flüssigkeiten von festeren Stoffen. Der Fäkalschlamm sammelt sich in der Grube und wird hin und wieder abgepumpt. Die Flüssigkeiten hingegen laufen ungeklärt in den Bach oder versickern, weil die alten Anlagen nicht besonders dicht sind.“

Doch schon aus Kostengründen sind eine neue vollbiologische Kläranlage und erst recht eine neue Leitung parallel zu den existierenden Rohren für Merten kein Thema. Deshalb arbeite er intensiv an einer Lösung, dass das Sportlerheim wieder an die Abwasserleitung angeschlossen werden kann. Am besten wäre eine einvernehmliche Einigung. Aber Merten lässt durchblicken, dass er das im Zweifell auch gegen den Willen des Nachbarn durchsetzt.

Wie berichtet, war in Lohma ein Streit über Abwasser und besagte Abwasserleitung eskaliert. Rund 20 Jahre nutzen ein Einfamilienhaus und das Sportlerheim gemeinsam ein und das selbe Rohr. Doch dieses Arrangement kündigte der Nachbar, frustriert über von ihm beklagte Missstände, während der Gemeinderatssitzung auf. Spontan sah daraufhin Helbig keine andere Möglichkeit, als den Wasserhahn zuzudrehen und das Sportlerheim zu schließen.

Von Jörg Reuter

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