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Altenburg Um und in Altenburg macht die Sachsen-Franken-Magistrale alles neu
Region Altenburg Um und in Altenburg macht die Sachsen-Franken-Magistrale alles neu
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00:19 27.02.2018
Die Bahnbrücken an der Strecke Treben-Altenburg werden im Zuge des Baus der Sachsen-Franken-Magistrale erneuert: Wie hier in Knau an der Auenstraße (K 223). Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Es sei eine Baumaßnahme, die nur alle 50 bis 100 Jahre stattfindet, erklärt Jens Hettwer. „Danach ist hier an dem Punkt auch wieder für längere Zeit Ruhe.“ Der Arbeitsgebietsleiter für den Bereich Dresden-Werdau der Deutschen Bahn ist an diesem Tag mit sechs weiteren Kollegen in den Goldenen Pflug gekommen, um mit den vom Bau der Sachsen-Franken-Magistrale betroffenen Altenburgern ins Gespräch zu kommen, ihnen Mitsprachemöglichkeiten aufzuzeigen und die ausgelegten Planskizzen zu erklären. „Wenn man nicht gerade Ingenieur ist, kann es schon sein, dass die Pläne nicht gelesen werden können“, sagt Hettwer.

Für Anregungen der Bürger offen

Aus den Erfahrungen anderer Großprojekte habe die Bahn erkannt, dass es sinnvoll ist, die Unterlagen in den Kommunen und im Rahmen von Informationsveranstaltungen frühzeitig offenzulegen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, Einwendungen mit Verbesserungen, Anregungen und Bedenken einzureichen. Es gebe auch nicht ein großes Problem für alle, sagt Hettwer, vielmehr sei eine individuelle Klärung mit jedem Anwohner notwendig.

Etwa 100 direkt Betroffene gibt es an der Strecke Treben-Lehma und Altenburg, berichtet der Arbeitsgebietsleiter. „Viele Bürger, die zu uns kommen, wünschen sich einen Schallschutz, aber nicht direkt vor ihrem Objekt“, sagt Hettwer. Dann werde geschaut, welche Alternativen es zu den meterhohen Aluminiumwänden gibt – wie beispielsweise schalldichte Fenster. Andere hätten Fragen zu ihren Grundstücken, die für den Bau benötigt werden, oder zu Ersatzquartieren in Hotels, falls der Baulärm zu groß wird. Das sei aber jetzt – in der Planung – noch gar nicht klar. Denn noch könne die Bahn nicht abschätzen, welches Bauunternehmen welches Gerät wie lange einsetzt.

Streckengeschwindigkeit soll auf 160 km/h erhöht werden

Für den Streckenabschnitt zwischen Treben, Lehma und dem Altenburger Bahnhof rechnet die Deutsche Bahn mit einer Bauzeit von 2020 bis 2027. Der Abschnitt umfasse Gesamtinvestitionen von circa 144,1 Millionen Euro. In Altenburg selbst soll der Umbau von Anfang 2021 bis Herbst 2024 dauern. „Sämtliche Baumaßnahmen werden unter dem rollenden Rad durchgeführt“, erklärt Hettwer. Das heißt, der Zugverkehr bleibt während der Arbeiten bestehen. Ziel ist, die Streckengeschwindigkeit auf bis zu 160 km/h zu erhöhen. Dafür werden alle Gleise und Weichen erneuert sowie Ober- und Tiefbau, Leit- und Sicherungstechnik sowie Oberleitungen an die steigenden Anforderungen angepasst. Das bedeutet aber auch, das Brücken wie an der Kauerndorfer Allee und an der Leipziger Straße abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden – teils unter Vollsperrungen für den Straßenverkehr.

Wann, wie und wo kann ich meine Bedenken äußern?

Die Pläne liegen noch bis Montag, 5. März, im Baudezernat der Stadt Altenburg, Neustadt 7, Zimmer 111, und im Bauamt der VG Pleißenaue, Breite Straße 2 in Treben, zur Einsicht aus.

Ein Gespräch mit der Deutschen Bahn ist wieder am Mittwoch, 28. Februar, von 15 bis 19 Uhr im Mehrzweckraum im Goldenen Pflug in Altenburg möglich.

Von der geplanten Baumaßnahme betroffene Bürger können bis zwei Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist, in diesem Fall also bis 19. März, beim Thüringer Landesverwaltungsamt oder bei der Stadtverwaltung Altenburg Einwendungen gegen die Pläne schriftlich oder zur Niederschrift erheben.

Von Mathias Schönknecht

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