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Umweltministerin Anja Siegesmund stellt Sanierungspläne für Schelditz vor

Verseuchtes Grundwasser Umweltministerin Anja Siegesmund stellt Sanierungspläne für Schelditz vor

Mit der Umverlegung des Gerstenbachs, der Anhebung der Talstraße und dem Einbau von Bodenfiltern will das Umweltministerium dem Anstieg des kontaminierten Grundwassers im Rositzer Ortsteil Schelditz entgegenwirken. Die Eigentümer nicht mehr zu rettender Gebäude sollen Entschädigungen erhalten.

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) verspricht Abhilfe für Schelditz
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Rositz.  Schelditz wird von verseuchtem Grundwasser belastet, das immer weiter ansteigt. Mit einem ganzen Paket von Maßnahmen soll dem Rositzer Ortsteil und speziell den betroffenen Grundstückbesitzern endlich geholfen werden. Das kündigte Umweltministerin Anja Siegesmund (Bündnis 90/Grüne) an, die der Osterländer Volkszeitung exklusiv einen Großteil der kürzlich fertiggestellten Sanierungsplanung vorstellte. Die Ministerin bezeichnet dies als Kombinationslösung, damit die unendliche Geschichte in absehbarer Zeit und nachhaltig beendet wird.

Wichtigste Maßnahmen sind die Anhebung der Talstraße, die Umverlegung des Gerstenbaches und Geländeangleichungen, die den steigenden Grundwasserspiegel berücksichtigen. Außerdem werden an verschiedenen Stellen Bodenfilter eingebaut, die das Grundwasser permanent reinigen.

Der Gerstenbach soll verlegt werden

Der Gerstenbach soll verlegt werden.

Quelle: Mario Jahn

Das zweite Paket beinhaltet individuelle Lösungen mit den einzelnen Besitzern jener Häuser, die von dem steigenden kontaminierten Grundwasser betroffen sind. Dabei handelt es sich um die Verfüllung von Kellern oder den Einbau von Schutz-Wannen. Wenn ein Haus nicht mehr geschützt werden könne, werde dem betreffenden Eigentümer die Aufgabe und eine Entschädigung angeboten. Am Ende würde das den Abriss bedeuten. „Für jedes Haus gibt es einen gutachterlich bestätigten Lösungsvorschlag“, sagte die Ministerin. Ob man ihn umsetzen könne, hänge davon ab, ob der Eigentümer dem zustimme. Darüber werden ihre Mitarbeiter ab Montag mit jedem einzelnen Besitzer sprechen. Das werde bis in Details gehen, wie zum Beispiel die Verlagerung von Heizöltanks aus zu verfüllenden Kellern.

Beide Komplexe, also sowohl die Maßnahmen in der Fläche als auch die individuellen Lösungen, berücksichtigen den prognostizierten und gutachterlich belegten Grundwasseranstieg bis zum Jahr 2100. Siegesmund betonte, dass es sich bei den Vorhaben keinesfalls um eine Billigsanierung handelt, wie Kritiker im Vorfeld befürchtet hatten. Allein für die Vorplanung seien im vergangenen Jahr 350.000 Euro nötig gewesen. Groben Schätzungen zufolge gehe man bei der geplanten Sanierung von rund zehn Millionen Euro aus. Die Ministerin sagte, dass der Finanzierungsanteil des Bundes allerdings noch nicht vollständig gesichert sei, der aber des Landes aber schon. Ziel sei, die Ausführungsplanung Ende 2017 abzuschließen, um 2018 mit ­Straßenanhebung, Bachverlegung, Bodenfiltern und der Geländeregulierung beginnen zu können. Bei nicht mehr zu rettenden Wohnhäusern seien Entschädigungen und Auszug vor 2018 möglich, der Bau von Wannen oder die Kellerverfüllung erst ab 2017.

Die nun vorliegende Sanierungsplanung beinhaltet zunächst die bewohnten Gebäude in der Talstraße und auch den kontaminierten Wohnblock in der Straße der Chemiearbeiter. Dort werde der letzte Mieter noch in diesem Monat ausziehen, kündigte die Ministerin an. Man kümmere sich also jetzt um jene Einwohner, die unter der permanenten Geruchsbelästigung leiden.

Die Zukunft des bald leergezogenen Blocks sei momentan nicht geklärt, würde vermutlich auf einen Abriss hinauslaufen. Auch dabei sei die Finanzierung nicht gesichert.

Die Umweltministerin betonte, dass man die Sanierung nicht vornimmt, weil man von gesundheitsamtlicher Seite dazu gedrängt werde. „Die Behörde legt uns das nicht nahe, sagte Siegesmund. „Unser Ziel ist eine nachhaltige Lösung der Probleme und keine Never-Ending-Story“. Sie verstehe die Menschen, die sich schnelle Verbesserungen wünschen. Eine gründliche und verlässliche Sanierung brauche aber Zeit. „Ich bin mir sicher, dass sich das auszahlen wird“.

Die Sanierungsplanung, die gemeinsam mit dem Ministerium und der LMBV beauftragt wurde, wird am 22. Januar auf einer Einwohnerversammlung in Rositz öffentlich vorgestellt.

Von Jens Rosenkranz

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