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Umweltschutz Ost in Kriebitzsch dekontaminiert belasteten Boden

Waschmaschine für Steine Umweltschutz Ost in Kriebitzsch dekontaminiert belasteten Boden

Einfach ausgedrückt ist das Herzstück der Firma Umweltschutz Ost eine überdimensionale Waschmaschine mit Sieben für Steine. Seit 23 Jahren steht diese in Kriebitzsch und dekontaminiert mineralischen Boden. Rund 100 000 Tonnen pro Jahr reinigt die Maschine, die 1994 in Kriebitzsch aufgebaut und teilweise auch entwickelt wurde.

Johannes Förster erläutert die Dekontaminierungsanlage der Firma Umweltschutz Ost in Kriebitzsch.

Quelle: Jörg Reuter

Kriebitzsch. Einfach ausgedrückt ist das Herzstück der Firma Umweltschutz Ost eine überdimensionale Waschmaschine mit Sieben für Steine. Seit 23 Jahren steht diese in Kriebitzsch und dekontaminiert mineralischen Boden. Rund 100 000 Tonnen pro Jahr reinigt die Maschine, die 1994 in Kriebitzsch aufgebaut und teilweise auch entwickelt wurde, erzählt Betriebsleiter Johannes Förster, der von Anfang an am Standort beschäftigt ist.

Für Kriebitzsch hatten sich die Investoren aus zwei Gründen entschieden. „Zum einen, weil es einen Eisenbahnanschluss auf dem Gelände gibt. Und zum anderen mit Blick auf die Altlastensanierung in Rositz“, erinnert sich Förster. Doch in Rositz kam der zertifizierte Entsorgungsbetrieb nicht so recht zum Zug. „Wir haben damals viel experimentiert, aber es nicht hinbekommen. Das Material war zu flüssig für unsere Anlage, weswegen sie immer verklebte.“

Zu reinigen gab und gibt es aber auch ohne Rositz genug. Das reicht von ölhaltigen Bohrschlämmen und Schlacke bis zu Resten aus Gießereien oder belasteter Erde, wie sie kürzlich in Göhren gefunden wurde (die OVZ berichtete). Zwischen einer und zwei Millionen Euro setzt das Kriebitzscher Werk so jährlich um. „Die Kunden finden oder kennen uns und kommen auf uns zu, wenn sie etwas zu reinigen haben“, so Förster. Hauptauftraggeber ist die Bahn. 50 bis 60 Prozent des Jahresumsatzes werden mit dem Aufarbeiten von Gleisschotter erwirtschaftet. Die Steine werden von Mineralölrückständen, Metallen und anderen gefährlichen Stoffen befreit.

Los gehe es immer mit einer genauen Analyse der Belastung. „Das muss der Kunde liefern, was wir aber kontrollieren“, erläutert Förster. Ist das Material für die Kriebitzscher Anlage geeignet, wird es oben in die erste Trommel eingefüllt. Der Material durchläuft verschiedene rotierende Trommeln. In diesen wird es gewaschen, ganz einfach mit Wasser und Tensiden, wie sie auch im Spülmittel oder Shampoo sind. Und es wird gesiebt. „Die Schadstoffbelastung hängt vor allem an den Kleinstpartikeln“, erläutert Förster. Alles, was größer als einen Durchmesser vom 63 tausendstel Millimeter hat, verlässt praktisch gereinigt das Werk. „Zur Anlage gehören unter anderem auch Metallabscheider und eine Dichtetrennung, in der schweren Stoffe absinken und die Leichten aufgeschwemmt werden“, vervollständigt Förster.

Etwa 80 Prozent des vormals kontaminierten Materials könnten am Ende wiederverwendet werden. „Aber was ist sauber? Sauber ist, wenn bestimmte Grenzwerte nicht überschritten sind“, tut sich Förster schwer. Er erklärt das am Beispiel Bahnschotter. Dieser soll frei von Metallen sein. Sind im Stein aber von Natur aus Metalle eingelagert, ist der Schotter also ein Art geringwertiges Erz, könnte das natürlich nicht herausgewaschen werden. Was am Ende aber im Zweifel bedeuten kann, die Schwermetall-Belastung liegt über dem geforderten Grenzwert. Förster denkt deshalb in Deponieklassen (DK). Diese bestimmen im übrigen unabhängige externe Labors, die nicht zur Firma gehören, betont Förster.

Entsprechend der Deponieverordnung steht DK 0 für fast sauber und DK IV für so gefährlich, dass es nur unter Tage entsorgt werden darf. „DK 0 kann zum Bauen verwendet werden, mit DK I oder DK II werden oft Deponien oder Tagebaue verfüllt“, erläutert Förster. In der jüngeren Vergangenheit wurde beispielsweise DK I-Material nach Untitz und DK II-Material nach Nißma zur Deponieverfüllung geliefert. „Der Schotter geht natürlich zurück zum Gleisbau, gerade nach Lehndorf“, so Förster. Der hochbelastete Schlamm schließlich kommt zu entsprechend zertifizierten Endlagern oder wird recycelt, etwa in Teeraufbereitungsanlegen. Apropos Zertifikat: Ein solches braucht die Umwelt Ost Kriebitzsch auch, die inzwischen zur international agierenden Zech Group gehört. Erst am 29. Juni wurde die anderthalb Jahre gültige Zertifizierung erneuert.

Fünf Mitarbeiter zählt aktuell die Belegschaft. Zu Hochzeiten waren es aber schon bis zu 20 Leute, sagt Förster. Einer der größten Einschnitte war die Stilllegung der Bahnstrecke nach Zeitz. „Wir können zwar noch über Altenburg auf Schienen angefahren werden, das ist aber nicht dasselbe. Deshalb läuft heute die Anlieferung vor allem über LKW.“

Von Jörg Reuter

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