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"Unsere Kandidatin kann den Job"

"Unsere Kandidatin kann den Job"

Die Linken wollen im Wahljahr 2012 das Landratsamt erobern. Im OVZ-Interview spricht Kreisvorsitzender Frank Tempel über Schwierigkeiten bei der Kandidatensuche, Ideen für mehr Demokratie und Wahlabsprachen mit der SPD.

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Altenburg. OVZ: Mit welchen Zielen geht die Linke in dieses Mini-Wahljahr, in dem nur Landrat, Altenburgs Oberbürgermeister und der Rositzer Bürgermeister gewählt werden?

Frank Tempel: Mit dem Ziel, gegenüber den Bürgern des Landkreises eine gewisse Kontinuität nachzuweisen. Kontinuität in der Arbeit, auch zu den Aussagen. Ich denke schon, dass wir da ein Alleinstellungsmerkmal haben, dass bei uns beispielsweise zum Thema Kommunalfinanzen im Kreistag, im Landtag und im Bundestag das Gleiche gesagt wird.

Ich dachte, Sie sagen erst mal: Wir wollen die Wahlen gewinnen ...

... na, ich bin da nicht so offensiv. Aber das Ziel steht natürlich trotzdem. Wir wollen gewinnen und wir wollen, ohne rot zu werden, den Wählern sagen können: Unsere Kandidatin kann diesen Job. Michaele Sojka ist seit Jahren in der Kommunalpolitik etabliert. Sie hat den Blick über den Landkreis hinaus, einmal durch ihre Arbeit in der Landtagsfraktion, aber auch durch Partnerschaften wie beispielsweise zur Linken-Bürgermeisterin in Borna.

Aber es sind drei Disziplinen, und die Linke tritt nur in einer an.

Das ist richtig. Aber ich fürchte, diesen Umstand wird man in Zukunft noch häufiger antreffen. Und es wird nicht nur die Linke treffen, sondern alle Parteien. Wenn ich sehe, wie die SPD momentan nach einem Landratskandidaten sucht, dann sehe ich das ohne jede Häme. Und wir wollen nicht jemanden aufstellen, der einfach nur das richtige Parteibuch hat. Wir wollen jemanden aufstellen, der den Wählerauftrag auch ausfüllen kann. Das ist nicht einfach.

Trotzdem erinnert sich der interessierte Bürger an die klare Aussage nach der vorigen OB-Wahl: Nicht noch einmal ohne eigenen Kandidaten.

Die habe ich damals auch gehört und wusste sofort, dass ich als Vorsitzender damit eine unheimlich schwere Aufgabe bekomme. Ich bin ja der Kreisvorsitzende und trage damit Verantwortung. Wir haben dann gemeinsam sehr zielstrebig daraufhin gearbeitet, in Altenburg und im Kreis. Einmal waren wir erfolgreich und einmal nicht.

Wenn in der größten Stadt der Wahlkampf ohne die Linken läuft, schwächt das auch die Linken-Kandidatin für den Kreis.

Wir wissen, dass das eine Wahl wird, in der die Mobilisierung der Wählerpotenziale der alles entscheidende Punkt ist. Gerade in der besonderen Situation mit einem Landrat, der de facto ohne Parteiunterstützung ist, aber mit einem Amtsträger-Bonus antritt. Sicher hat man mit einem eigenen OB-Kandidaten zusätzlichen Schub. Das versuchen wir aber mit fleißiger Wahlkampfarbeit auszugleichen.

Ist auch eine Absprache mit der SPD denkbar, wenn die keinen eigenen Landratskandidaten mehr finden sollte?

Sie soll an uns nicht scheitern, aber dann müsste man ernsthaft und auf Augenhöhe zu Potte kommen.

Aber Sie müssten doch selbst darum werben?

Vorsichtige Anfragen dazu gab's von mir schon. Jetzt müsste die SPD irgendwann antworten.

Die kommunalen Gestaltungsmöglichkeiten sind eng geworden. Warum sollte eine linke Landrätin künftig so vieles anders machen können?

Gemeinsam mehr erreichen, das ist nicht umsonst der Wahl-Slogan von Michaele Sojka. Im Kreistag haben wir ja schon versucht, mehr Entscheidungskraft in die Ausschüsse zu geben, mehr Öffentlichkeit zu schaffen. Bürgerhaushalte wären das nächste Thema. Gerade weil die Spielräume enger werden, brauchen wir die Innovationskraft des ganzen Kreises. Wir haben momentan einen Landrat, der sehr dominant ist, Alleingänge mag. Der auch mal gute Entscheidungen trifft, aber auch viele einsame. Das alles würde besser mit einer Landrätin, die alle einbezieht und nicht zuletzt offen ist auch für die anderen Fraktionen im Kreistag.

Ihre Prognose? Wer gewinnt wo?

Auf Rositz habe ich noch gar nicht so geguckt. In Altenburg sehe ich kein enges Rennen, der OB ist stabil aufgestellt, wobei er teilweise in seinem Umgang mit dem Stadtrat ähnliche Defizite aufweist wie der Landrat im Kreistag. Im Landkreis ist es allein durch den Parteiaustritt des Landrats eine spannende Situation. Sie wäre noch spannender mit einem SPD-Kandidaten. Also konkret: Wolf gewinnt ohne Stichwahl. Im Kreis gibt's eine Stichwahl zwischen Rydzewski und Sojka.

Interview: Günter Neumann

Die Linke in Zahlen:

Mitglieder: 240

Bürgermeister: 2

Abgeordnete: 50

OVZ-Interviewserie mit Parteivorsitzenden

 

-Frank Tempel (Linke)

 

 

-

Ingo Prehl und Knut Radziej (Grüne)

 

 

-

Steffen Kühn (Regionale)

 

 

-

Uwe Melzer (CDU)

 

 

-

Steffen Plaul (FDP)

 

 

-

Hartmut Schubert (SPD)

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