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Altenburg Untreue: Prozess gegen Anwalt aus Altenburg geht Mitte August vorm Landgericht weiter
Region Altenburg Untreue: Prozess gegen Anwalt aus Altenburg geht Mitte August vorm Landgericht weiter
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11:05 07.03.2018
Der Prozess wegen Untreue gegen einen Altenburger Anwalt geht Mitte August vor dem Landgericht Gera weiter. Quelle: dpa
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Altenburg/Gera

Der Prozess gegen den Anwalt Patrick E. geht Mitte August vor dem Landgericht Gera weiter. Wie Sprecherin Kerstin Böttcher-Grewe auf OVZ-Nachfrage mitteilte, wird die Sache am 17. August vor der 5. Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Gerhard Rassier verhandelt. Dazu kommt es, weil sowohl der Altenburger als auch die Staatsanwaltschaft Berufung gegen das Urteil des hiesigen Amtsgerichts eingelegt hatten. Dieses hatte den Anwalt am 6. Februar dieses Jahres wegen Untreue zu einer einjährigen Freiheitsstrafe, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt worden war, plus 1500 Euro Geldstrafe verurteilt.

Doch auch wenn beide Parteien Berufung gegen das Urteil von Richter Alexander Reichenbach eingelegt haben, könnte ihre Motivation kaum unterschiedlicher sein. So geht es dem Angeklagten vor allem um ein milderes Urteil. Denn daran hängt möglicherweise seine Zulassung als Rechtsanwalt. Reichbach hatte seinerzeit zwar auf deren Entzug verzichtet, aber im Raum steht er dennoch. Jedoch beschäftigt sich die Rechtsanwaltskammer beziehungsweise die Generalstaatsanwaltschaft erst mit dem Thema, wenn ein Urteil rechtskräftig ist. E.s Verteidiger Tommy Flechsig hatte vorm Amtsgericht eine Geldstrafe von 1800 Euro für ausreichend gehalten.

Viel darüber lag Staatsanwalt Klaus Schurwanz mit seiner Forderung von 2500 Euro Geldstrafe damals nicht. Weswegen das Strafmaß nicht der Grund ist, warum die Staatsanwaltschaft Gera ebenfalls in Berufung ging. „Es war ein Mitgangrechtsmittel“, erklärte der stellvertretende Sprecher, Martin Zschächner, auf Nachfrage. „Wir wollten nur gleichziehen.“ Dies geschieht häufig aus taktischen Gründen. Denn wenn beide Seiten zum Rechtsmittel greifen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass das Urteil Bestand hat.

Nun muss die 5. Strafkammer entscheiden, wie der Altenburger Rechtsanwalt zu bestrafen ist. Weitgehend unstrittig ist, dass E. 20 000 Euro veruntreut hat. Dass er einem befreundeten Rechtsanwalt ein Fünftel der Versicherungszahlung von knapp 100 000 Euro für den 2013er Hochwasserschaden an dessen Haus vorenthalten und für eigene Verbindlichkeiten verbraucht hatte, hatte er im Kern bereits am Amtsgericht eingeräumt. Allerdings erklärte er es damit, dass ihm zu jener Zeit die eigene Kanzlei über den Kopf gewachsen war und er Schulden hatte. Deswegen pfändete ihm das Finanzamt sein Konto, auf das aber die Versicherung gezahlt hatte, obwohl er es anders angegeben hatte.

Gesagt hatte er dem Freund jedoch nichts. Selbst auf dessen hartnäckige Nachfragen redete er sich fast ein Jahr lang heraus. Als der Geschädigte direkt bei der Versicherung nachfragte und erfuhr, dass der Schaden komplett beglichen wurde, kam die Lawine ins Rollen. Zwischenzeitlich hatte E. nach eigener Aussage versucht, sich das Leben zu nehmen.

Von Thomas Haegeler

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